Die Städtefreundschaft zwischen Landsberg und Gänserndorf ist nun offiziell unter Dach und Fach. Ende April hat der Stadtrat einstimmig beschlossen, eine Städte-, Sport- und Kulturfreundschaft ins Leben zu rufen. Doch das Band zwischen diesen beiden Städten reicht weit zurück. Seit 1958 gibt es die Handballfreundschaft zwischen der Union Gänserndorf und dem TSV Landsberg. Damals hatten Landsberger Pioniere wie Karl Kopf, Fritz Glinker und Manfred Reitmeir den Grundstein gelegt. In den letzten 70 Jahren hat sich dieses freundschaftliche Verhältnis nicht nur auf den Handballsport beschränkt. Auch Stadtkapellen, Schützen und Fußballer beider Städte haben sich regelmäßig getroffen.

Eine 35-köpfige Delegation aus Landsberg reiste nach Gänserndorf, um den neuen Freundschaftsvertrag zu feiern. Neben dem festlichen Akt im Rathaus, wo die Urkunde von Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl, Stadtrat Harry Reitmeir, Bürgermeister René Lobner und Sportstadtrat Max Beck unterzeichnet wurde, war auch ein Besuch in Wien Teil des Programms. Dabei kam es allerdings zu einem spannenden Handballspiel, bei dem der TSV Landsberg gegen die Gastgeber mit 22:24 verlor. Die Oldies beider Vereine spielten im Jugendstadion Gänserndorf ein Remis – das war sicher ein Grund zum Feiern!

Eine lange Geschichte der Freundschaft

Die tiefe Verbindung zwischen den Handballern aus Landsberg und Gänserndorf ist bemerkenswert. Offizielle Begegnungen fanden seit 1958 alle zwei Jahre statt. Doch auch abseits des Handballs gibt es enge Kontakte. So haben Fußballer beider Städte ebenfalls Begegnungen ausgetragen, und die Stadtkapelle sowie die Schützen aus Gänserndorf waren mehrmals in Landsberg zu Gast. Bürgermeister René Lobner bedankte sich während des Festakts bei den Handballern für ihre Ausdauer in der Freundschaft und hob hervor, wie wichtig dieser Austausch für beide Städte ist. Stadtrat Harry Reitmeir bezeichnete den Tag als besonders für beide Städte und betonte die zahlreichen Freundschaften, die man pflegt.

Ein weiterer spannender Aspekt ist, dass Gespräche über den Austausch der Feuerwehren nach dem Festakt stattfanden. Das zeigt, wie vielfältig die Möglichkeiten für Kooperationen sind – nicht nur im Sport, sondern auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl plant sogar, noch in diesem Jahr Gänserndorf zu besuchen. Bürgermeister René Lobner hat für 2027 bereits einen Besuch einer größeren Delegation zum Ruethenfest ins Auge gefasst. Es bleibt also spannend!

Ein Blick auf die Städtepartnerschaften

Diese neue Freundschaft reiht sich in die lange Tradition der Städtepartnerschaften ein, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Sie wurden ins Leben gerufen, um die Wunden, die durch die Weltkriege geschlagen wurden, zu heilen und den Austausch von Bürgern aus verschiedenen Ländern zu fördern. In Deutschland gab es 2018 insgesamt 5497 deutsch-internationale Städtepartnerschaften, wobei die Zahl vermutlich höher ist. Besonders bemerkenswert ist, dass rund 90 % dieser Partnerschaften in EU-Ländern liegen und somit zur europäischen Integration beitragen.

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Die Freundschaft zwischen Landsberg und Gänserndorf zeigt, dass auch kleinere Städte nach Wegen suchen, um ihren Einfluss zu stärken und die Gemeinschaft zu fördern. In einer Welt, in der Reisen ins europäische Ausland durch Globalisierung und Billigflieger alltäglich geworden sind, bleibt die Frage, wie man neue Formen der Kooperation finden kann, um den Geist dieser Freundschaften lebendig zu halten. Die Entwicklungen in Gänserndorf und Landsberg sind hier ein ermutigendes Beispiel.

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