In Deutschland, einem Land, das für seine Ingenieurskunst und akademische Tradition bekannt ist, gibt es bedenkliche Nachrichten – und das nicht erst seit gestern. Laut einem Bericht der New York Times investiert Deutschland nicht ausreichend in Bildung, was sich negativ auf die wissenschaftliche und technologische Exzellenz auswirkt. Merkwürdigerweise schneiden die deutschen Universitäten in internationalen Rankings eher schlecht ab. Nur die Technische Universität München schafft es auf Platz 27 der Times-Higher-Education-Liste, und insgesamt sind nur acht deutsche Hochschulen in den Top 100 vertreten. Ein trauriger Umstand, wenn man bedenkt, dass Bildung die Grundlage für Innovation und wirtschaftlichen Erfolg ist.

Die Situation ist nicht nur theoretisch. An der TU Berlin musste das Hauptgebäude wegen Baumängeln geschlossen werden, was dazu führte, dass die Studierenden ins Homeoffice geschickt wurden. Ein weiteres Beispiel für die Misere ist der BAföG-Satz, der voraussichtlich nicht erhöht wird. Das bedeutet zusätzlichen finanziellen Druck auf die Studierenden, die ohnehin schon kämpfen müssen, um Miete und Lebenshaltungskosten zu decken. Sigrun Nickel, eine Expertin für Hochschulforschung am Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), sieht dringenden Verbesserungsbedarf. Das traditionelle Modell des Vollzeitstudiums in Präsenz wird den Lebensrealitäten der Studierenden nicht mehr gerecht.

Ein neues Modell für die Zukunft

Die Nachfrage nach praxisnahen Studienmöglichkeiten wächst. Ein Großteil der Studienplätze wird an Universitäten angeboten, die anwendungsorientierte Studiengänge nicht ausreichend bereitstellen. Das duale Studium, das Theorie und Praxis verbindet, könnte hier eine Lösung sein, doch leider sind derzeit nur etwa 5% der Studierenden dual eingeschrieben. Die Anzahl der dualen Studienplätze ist auch begrenzt durch die Unternehmen, die sich daran beteiligen. So bleibt vielen Studierenden der Zugang zu wertvollen praktischen Erfahrungen verwehrt.

Ein großes Problem ist, dass Hochschullehrende oft eine starke Praxisorientierung als Qualitätsverlust empfinden. In herkömmlichen Studiengängen kommen Studierende häufig erst spät mit der Praxis in Kontakt, was nicht gerade ideal ist und zu einem hohen Anteil von Studienabbrüchen führt. Über 60% der Studierenden müssen neben dem Studium arbeiten, um über die Runden zu kommen. Hier könnte die Flexibilisierung von Studienstrukturen und die Digitalisierung entscheidend sein, um berufsbegleitendes Studium zu ermöglichen. Hochschulen sollten dringend daran arbeiten, Studierende bei der Integration von Praxis zu unterstützen.

Blick auf die Zahlen

Ein Blick auf den Gesamtindex des Hochschul-Bildungs-Reports zeigt, dass der Index im Abschlussjahr nur 45 Punkte erreicht hat. Ein Ziel, das für 2020 bei 100 Punkten lag. Die Pandemie hat die positiven Entwicklungen der Vorjahre zurückgeworfen und die negativen Auswirkungen sind in allen sechs Handlungsfeldern spürbar. Das Handlungsfeld Internationale Bildung hat immerhin 68 Punkte erreicht, was relativ gut ist, aber die Zahl der Bildungsausländer ist von 111.000 im Jahr 2019 auf 86.500 im Jahr 2020 gesunken – ein herber Rückschlag.

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Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während sich die Zahl der Anfänger in dualen Studiengängen seit 2010 auf etwa 30.000 erhöht hat, bleibt der Anteil der dualen Studiengänge insgesamt bei nur 7,9 Prozent. Das Ziel waren 11,1 Prozent. Wenn wir uns die Handlungsfelder MINT-Bildung und Chancengerechte Bildung anschauen, sind diese mit 32 und 31 Punkten die Schlusslichter im Index. Besonders alarmierend ist der Rückgang der MINT-Studienabsolventen, die 2020 nur noch 41.200 Absolventen verzeichneten – 7.400 weniger als vor zehn Jahren. Hier muss dringend etwas geschehen!

Die Bildungslandschaft in Deutschland steht vor großen Herausforderungen, und es ist höchste Zeit, diese anzugehen, um die Zukunft der Studierenden und der Gesellschaft insgesamt zu sichern. Es bleibt zu hoffen, dass in naher Zukunft die notwendigen Schritte eingeleitet werden, um die Bildung zu reformieren und den Studierenden die Unterstützung zu bieten, die sie benötigen.

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