Die Stadtwerke Schwäbisch Gmünd stehen unter Druck. Aktuelle Entwicklungen zeigen, wie angespannt die Lage wirklich ist. Ein gewaltiger Rückgang der Ertragskraft hat bei den Stadtwerken für Unruhe gesorgt. Von 4,4 Millionen Euro vor Steuern im Jahr 2023 ist der Gewinn auf nur noch 2,17 Millionen Euro im Jahr 2024 gefallen – ein Rückgang um satte 51 Prozent. Und das ist noch nicht alles: Für 2025 wird ein Verlust von drei Millionen Euro erwartet. Für 2026 hoffen die Verantwortlichen, mit einer schwarzen Null davonzukommen, während 2027 ein Gewinn von rund zwei Millionen Euro ins Visier genommen wird. So sieht der Plan aus – aber die Realität ist oft unberechenbar.

Oberbürgermeister Richard Arnold wollte den Ergebnisabführungsvertrag (EAV) mit dem Minderheitsgesellschafter EnBW ODR kündigen, um die Situation zu entschärfen. Doch der Gemeinderat hat diesen Vorschlag in einer nicht-öffentlichen Sitzung am 24. Juni abgelehnt. Der EAV kostet die Stadtwerke jährlich 651.000 Euro, die an EnBW ODR abgeführt werden müssen. Die Kündigung könnte jedoch Risiken mit sich bringen, wie mögliche Reaktionen von EnBW ODR, die 25,1 Prozent der Anteile an den Stadtwerken hält. Im schlimmsten Fall könnte es zu einem Verkauf der Anteile für 10 bis 20 Millionen Euro oder zum Verlust von Konzessionsrechten kommen. Ein verlässlicher Partner sind sie allemal, denn der Vertrag ermöglicht auch steuerliche Vorteile.

Kritik von Kunden und Personalwechsel

Zusätzlich zu den finanziellen Herausforderungen sieht sich das Unternehmen auch dem Unmut seiner Kunden ausgesetzt. Hunderte warten auf Abrechnungen für Strom, Wasser, Abwasser und Gas aus dem Jahr 2024. In den letzten fünf Jahren haben rund 7.500 Kunden das Unternehmen verlassen, was die Situation weiter verschärft. Der Unmut der Bürger äußert sich zunehmend in sozialen Medien. Das Vertrauen in die Stadtwerke ist brüchig.

Inmitten all dieser Turbulenzen gab die Stadt am 13. November bekannt, dass sie sich von Geschäftsführer Peter Ernst trennt. Oberbürgermeister Richard Arnold, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke ist, hat die Verantwortung für diese Entscheidung übernommen. Ein „Feuerwehrteam“ wurde eingerichtet, um die Situation zu klären und Lösungen zu finden. Interims-Geschäftsführer Celestino Piazza übernimmt nun die Leitung, während er auch weiterhin die Vereinigte Gmünder Wohnungsbaugesellschaft mbH führt. Ein doppelter Job, der viel Fingerspitzengefühl erfordert.

Ein Blick auf die Zukunft

Das Feuerwehrteam, bestehend aus erfahrenen Experten, hat sich zum Ziel gesetzt, die Handlungsfähigkeit und Liquidität der Stadtwerke wiederherzustellen. Aktuell beläuft sich die Inanspruchnahme des städtischen „Cashpools“ auf etwa 30 Millionen Euro, was die Dringlichkeit der Situation unterstreicht. Rund 8.000 Abrechnungen für das Jahr 2024 sind noch nicht erstellt worden, was die Liquidität weiter belastet. Die Umstellung auf ein neues Datensystem, Schleupen, hat sich als schwieriger herausgestellt als geplant.

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Alle 170 Arbeitsplätze bei den Stadtwerken sind vorerst gesichert, was ein kleiner Lichtblick inmitten der Krisenstimmung ist. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickeln wird. Eines ist jedoch klar: Die Stadtwerke Schwäbisch Gmünd stehen vor einer großen Herausforderung – und die kommenden Monate werden entscheidend für ihre Zukunft sein. Was die Bürger und die Stadtverwaltung gemeinsam auf die Beine stellen können, wird sich zeigen.

Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen sind in einem Artikel der Gmünder Tagespost nachzulesen.

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