Heute ist der 24.05.2026 und wir blicken nach Gmünd, wo Zahnarzt Dr. Hans-Georg Rollny nicht nur für strahlende Lächeln sorgt, sondern auch für süße Leckereien aus seiner eigenen Imkerei. Seit mittlerweile acht Jahren jongliert er erfolgreich seine beiden Berufe. In seinem Garten in Bettringen stehen drei Bienenstöcke, die ihm nicht nur Arbeit, sondern auch Freude und einen kleinen Beitrag für die Gemeinschaft bieten. Wenn im Frühling die Temperaturen über zehn Grad steigen, wird es Zeit, die Bienenstöcke zu betreuen. Dann heißt es, einen Honigraum aufzusetzen, um Platz für neuen Honig und frische Bienen zu schaffen.
Ein Smoker ist dabei Dr. Rollnys treuer Begleiter. Mit diesem Gerät kann er die Bienen beruhigen und sicher mit ihnen arbeiten. Allerdings bringt die Imkerei auch Herausforderungen mit sich. An einem seiner Bienenstöcke fand er kürzlich ein totes Bienenvolk, was möglicherweise auf einen Varroamilbenbefall zurückzuführen ist. Diese kleinen Schädlinge stellen eine große Bedrohung für die Honigbienenvölker dar und können erhebliche Verluste verursachen. In guten Jahren erntet Rollny etwa 20 Kilogramm Honig pro Volk, dessen Erlös an die Einrichtung St. Elisabeth für wohnungslose Menschen fließt. Lokale Geschäfte unterstützen ihn dabei, seinen Honig zu verkaufen.
Die Bedrohung durch die Varroamilbe
Die Varroamilbe, auch bekannt als Varroa destructor, ist die größte Sorge für Imker. Fast alle Bienenvölker in Deutschland sind befallen, und die Milbe verursacht durch das Saugen von Hämolymphe große Schwächungen bei den Bienen. Imker sind gesetzlich verpflichtet, ihre Völker regelmäßig auf einen Befall zu kontrollieren. Die Varroamilbe kam in den späten 1970er Jahren mit der Indischen Biene nach Europa und hat sich rasant auf die heimischen Bienenarten verbreitet. Europäische Honigbienen haben keine evolutionären Abwehrmechanismen gegen diese Schädlinge entwickelt, was die Situation zusätzlich verschärft.
Dr. Rollny ist sich der Risiken bewusst und erhält Unterstützung von einem erfahrenen Imkerpaten. Er betont, dass die Imkerei für viele Menschen möglich ist, solange ausreichend Platz vorhanden ist. Ein bis zwei Bienenvölker sind für den Einstieg vollkommen ausreichend, und viele Imkervereine bieten Patenprogramme für Anfänger an. Die Kosten für den Einstieg in die Imkerei liegen zwischen 500 und 1.200 Euro. Der Sommer erfordert viel regelmäßige Arbeit, während im Winter die Betreuung der Bienen weniger intensiv ist. Ein eigener Garten ist ideal, aber nicht zwingend notwendig; auch andere geeignete Flächen können genutzt werden.
Die Bekämpfung der Varroamilbe ist entscheidend für den Schutz der Honigbiene. Biologische Methoden, wie das Aufstellen von Drohnenrahmen, und chemische Behandlungen sind notwendig, um die Gesundheit der Völker zu erhalten. Oft muss der Einsatz chemischer Mittel koordiniert innerhalb von Imkervereinen stattfinden, um wirksam zu sein. Die optimale Zeit für solche Behandlungen ist der Spätherbst oder beim Erstellen von frischen Brutablegern.
Die Kombination aus Leidenschaft für die Imkerei und sozialem Engagement macht Dr. Rollnys Arbeit besonders. Sein Beispiel zeigt, dass man selbst mit einem vollen Terminkalender noch Raum für ein Hobby finden kann, das nicht nur Freude bringt, sondern auch anderen zugutekommt.