Nostalgische Reise über den Großglockner im Ford Model A
In Hollabrunn hat sich ein außergewöhnliches Abenteuer ereignet, das nicht nur die Herzen von Oldtimerliebhabern höher schlagen lässt. Hannes Schmid erfüllte sich mit einem Ford Model A aus dem Jahr 1930 den Traum von einer entschleunigten Reise über den Großglockner. Gemeinsam mit seiner Frau Martina brachen sie in eine siebentägige Odyssee auf, die sie quer durch Österreich führte und in der sie knapp 1.200 Kilometer zurücklegten. Das Motto der Reise? „Reisen wie damals, ohne Stress und ohne Termindruck.“ Ein schöner Gedanke, der in der heutigen schnelllebigen Zeit oft verloren geht.
Der Ford Model A, den die beiden Schmid seit 2023 besitzen, hat eine bewegte Geschichte. Er wurde in Detroit gebaut und hat einen 4-Zylinder-Motor mit 3.285 cm³ Hubraum und 40 PS. Von 1928 bis 1931 wurden über 4,3 Millionen Exemplare dieses Modells produziert. Das Fahrzeug wurde ursprünglich aus den USA importiert und später von einem Rechtsanwalt in der Steiermark erworben, der es zuvor aus einem Museum in Slowenien herausgelöst hatte. Eine umfassende Motorrevision erhielt der Oldtimer im Winter 2025/26 – und das hat sich gelohnt!
Eine nostalgische Reise
Die Reiseroute führte von Hollabrunn über die malerische Wachau, das Mostviertel und die Steiermark nach Großarl. Nach zwei Ruhetagen, um die umgebende Natur und die Gemütlichkeit zu genießen, nahmen sie die Großglockner-Hochalpenstraße in Angriff. Der Ford schaffte problemlos die Strecke bis zum Fuscher Törl und dem Hochtor auf über 2.400 Metern Höhe. Es war sicher ein beeindruckendes Gefühl, mit einem so historischen Fahrzeug durch die majestätischen Alpen zu fahren – die frische Luft, die atemberaubenden Ausblicke und das sanfte Brummen des Motors. Einfach himmlisch!
Die Reise führte weiter über Heiligenblut und das Mölltal nach Maria Gail bei Villach, wo sie einige Tage bei Freunden verbrachten und die Umgebung erkundeten. Velden und der Pyramidenkogel standen ebenfalls auf dem Programm. Nach der Rückkehr über Kärnten, die Steiermark und das Mostviertel zeigte der Tacho am Ende der Reise stolze 743 Meilen (1.188,8 Kilometer) an, und das alles ohne technische Probleme. Ein echtes Abenteuer, das sicherlich viele schöne Erinnerungen hinterlassen hat.
Ein Blick auf die Geschichte des Ford Model A
Der Ford A ist der Nachfolger des berühmten Ford T, auch bekannt als „Tin Lizzie“. Von 1928 bis 1931 wurde dieses Modell produziert, und es umfasst verschiedene Typen: Roadster, Coupé, Tudor, Fordor, Phaeton und sogar Pick-Ups. Henry Ford hatte damals die Produktion der Ford T für neun Monate eingestellt, um ein neues Modell zu entwickeln, und so entstand der Ford A – ein Wagen, der sich schnell großer Beliebtheit erfreute. Heute gibt es geschätzte 250.000 bis 900.000 erhaltene Exemplare dieses charmanten Oldtimers, die meisten davon in den USA und in Automuseen.
Technisch gesehen hat der Ford A einiges zu bieten. Mit einem 3,3-Liter-Vierzylindermotor, der 40 PS bei 2.200 U/min leistet, und einem 3-Gang-Schieberadgetriebe, das unsynchronisiert ist, ist er ein klassisches Stück Automobilgeschichte. Hydraulische Stoßdämpfer und Sicherheitsglas in der Frontscheibe waren damals eine kleine Sensation. Die Maße? Eine Länge von 4.020 mm, eine Breite von 1.715 mm und eine Höhe von 1.623 mm. Er erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 105 km/h und hat einen Verbrauch von 8 bis 9 Litern auf 100 Kilometer.
Die Liebe zu Oldtimern wie dem Ford Model A zeigt sich nicht nur in der Leidenschaft von Hannes und Martina Schmid, sondern auch in den zahlreichen Restaurierungsprojekten, die von Menschen wie Markus Maurer durchgeführt werden. Er hat beispielsweise einen Ford A Pickup aus dem Jahr 1929 restauriert, der 2001 begann und bis 2018 immer wieder kleinere Arbeiten benötigte. Solche Projekte sind oft nie ganz abgeschlossen – die Liebe zum Detail und die Suche nach dem perfekten Zustand halten die Restauratoren auf Trab und bieten immer wieder neue Herausforderungen.
Diese Reise und die Begeisterung für den Ford Model A erinnern uns daran, wie viel Freude das Fahren mit einem klassischen Fahrzeug bereiten kann – und wie wichtig es ist, sich Zeit zu nehmen, um die Schönheit der Natur und die kleinen Dinge im Leben zu genießen. Ein Hoch auf die Oldtimer und die Menschen, die sie schätzen!
Für mehr Informationen über die Reise von Hannes und Martina Schmid ist der Artikel auf MeinBezirk zu finden.
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