Wasserrettung warnt vor Ertrinkungsunfällen und mangelnden Schwimmkenntnissen in Österreich
Heute ist der 4.07.2026 und in der warmen Sommerluft von Hollabrunn spürt man förmlich die Vorfreude auf das kühle Nass. Die Badesaison ist in vollem Gange, und während viele von uns die Sonne genießen, gibt es auch ernsthafte Themen, die nicht aus den Augen verloren werden sollten. Besonders die Wasserrettung in Niederösterreich hat in diesem Jahr einiges zu berichten. 2025 wurde hier ein Rekordjahr mit sage und schreibe 997 Einsätzen verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von fast 20 Prozent! Das ist wirklich bemerkenswert und zeigt, wie wichtig die Arbeit der ehrenamtlichen Mitglieder ist, die zusammen rund 50.000 Stunden leisteten.
Die Präsentation der Jahresbilanz fand am Seestützpunkt in St. Pölten statt. Landesrätin Eva Prischl warnte eindringlich vor der Unterschätzung von Wassergefahren, besonders zu Beginn der Badesaison. Diese Warnung kommt nicht von ungefähr, denn eine Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit hat alarmierende Zahlen zu Tage gefördert: In Österreich können 630.000 Menschen nicht schwimmen! Besonders besorgniserregend ist die Situation bei Kindern und Jugendlichen – 137.000 Kinder im Alter von 5 bis 19 Jahren haben überhaupt keine Schwimmkenntnisse, und 76.000 besitzen nur geringe Fähigkeiten. Das ist jedes sechste Kind in Österreich!
Die Gefahren des Wassers
Besonders in Niederösterreich ist die Situation brisant, denn hier gibt es die höchste Ertrinkungsrate in ganz Österreich. Im Schnitt ertrinken jährlich etwa acht Menschen. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 ertranken österreichweit 39 Personen, darunter auch drei Kinder unter 14 Jahren. Das sind Schicksale, die uns alle betreffen sollten. Es ist erschreckend, wie schnell ein schöner Tag am Wasser in eine Tragödie umschlagen kann.
Die Wasserrettung hat als Reaktion auf diese besorgniserregenden Zahlen im Jahr 2025 insgesamt 2.500 Schwimmausbildungen durchgeführt. Jeder einzelne dieser Kurse ist entscheidend, um Menschen die lebensrettende Fähigkeit des Schwimmens beizubringen. Prischl hebt hervor, wie wichtig Schwimmen ist, und appelliert an die Eigenverantwortung: Man sollte ausreichend trinken, die direkte Sonne meiden und auch auf Nachbarn achten, besonders bei Hitzewarnungen. Das sind einfache, aber essenzielle Regeln!
Ein Blick über die Grenze
<pWenn wir über Ertrinkungsunfälle sprechen, ist es auch interessant, einen Blick nach Deutschland zu werfen. Im Jahr 2022 ertranken dort mindestens 393 Menschen, was 18 Todesfällen weniger als im Jahr 2021 entspricht. Die meisten Badeunfälle passierten im Juni. Ute Vogt, die Präsidentin der DLRG, äußerte, dass bei anhaltend sonnigem und heißem Wetter während der Hauptferienzeit ein Anstieg der Opferzahlen wahrscheinlich gewesen wäre. An einem einzigen Wochenende im Juni ertranken 15 Menschen beim Baden und Schwimmen. Das sind Zahlen, die uns aufhorchen lassen sollten.
Schwimmen lernen – eine Gemeinschaftsaufgabe
Schwimmen ist nicht nur eine Freizeitbeschäftigung, sondern auch eine wichtige Fähigkeit zur Vermeidung von Ertrinkungsunfällen. Trotz der Beliebtheit des Schwimmens können nicht alle Menschen sicher schwimmen. Viele Kinder verlassen die Grundschule ohne die nötigen Fähigkeiten, und die Corona-Pandemie hat diese Situation noch verschärft. Es gibt viele Faktoren, die zu dieser mangelnden Schwimmfähigkeit beitragen: sozialer Status, kulturelle Unterschiede und das Engagement der Eltern. Die Politik ist gefordert, hier gegenzusteuern. Förderprogramme für Wassergewöhnung und Schwimmausbildung in Kitas sowie die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften sind dringend notwendig.
Wir brauchen eine gemeinsame Anstrengung, um sicherzustellen, dass jeder die Möglichkeit hat, schwimmen zu lernen. Das bedeutet auch, den Zugang zu Schwimmbädern für sozial benachteiligte Familien zu verbessern und Sicherheitsmaßnahmen an Gewässern zu ergreifen. Es ist ein großes Thema, das uns alle betrifft, und wir sollten nicht nachlassen, bis wir eine sichere Umgebung für unsere Kinder geschaffen haben.
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