Am 24. Mai 2026 fand eine ganz besondere Exkursion statt: Zum 100. Todestag von Anton Hrodegh, einem bedeutenden Prähistoriker und Pfarrer, der das Waldviertel nachhaltig geprägt hat. Die Regionalmuseen von Eggenburg, Horn und Gars am Kamp hatten zu dieser gemeinsamen Veranstaltung eingeladen, die im Rahmen des NÖ Museumsfrühlings 2026 organisiert wurde. Unter dem Motto „Menschen verbinden Museen“ begaben sich insgesamt 20 Teilnehmer auf eine spannende Spurensuche.
Die Reise begann im Krahuletz-Museum in Eggenburg, wo die beeindruckende Sammlung Engelshofen besichtigt wurde. Hrodeghs Arbeiten und Entdeckungen waren nicht nur für die Region von Bedeutung, sondern auch für die Wissenschaft insgesamt. Er legte wesentliche Grundlagen für die archäologische Forschung und gilt als einer der Begründer der modernen Urgeschichtsforschung in Österreich. Nach einem kurzen Imbiss führte die Gruppe nach Horn, um den Spuren von Josef Höbarth im Gewölbedepot des Museums zu folgen. Fachleute wie Dr. Johannes Tuzar und Museumsdirektor Anton Mück standen den Teilnehmern mit ihrem Wissen zur Seite.
Ein Blick in die Vergangenheit
Anton Hrodegh, geboren am 28. Oktober 1875 in Schiltingeramt bei Langenlois, war nicht nur Pfarrer, sondern widmete sich in den letzten Jahren seines Lebens intensiv der Prähistorie. Er studierte Urgeschichte bei Oswald Menghin an der Universität Wien und promovierte 1917. Seine Forschungsergebnisse, die weit über die Grenzen des Waldviertels hinaus Bedeutung erlangten, basierten auf den Sammlungen von Candidus Ponz und Johann Krahuletz. Hrodegh war auch Mitbegründer des Kamptalmuseums in Langenlois, wo zahlreiche Fundmaterialien von ihm zu finden sind.
Ein Highlight der Exkursion war der Besuch des Zeitbrücke-Museums in Gars am Kamp, wo die Forschungsergebnisse von Hrodegh und Friedrich Hess präsentiert wurden. Auf der Weiterfahrt hielt die Gruppe an der Hrodegh-Gedenktafel in Thunau, ganz in der Nähe seines Sterbeortes. Es war ein Moment, der die Teilnehmer spüren ließ, dass sie ein Stück Geschichte erlebten. Unter den Exkursionsteilnehmern befanden sich auch mehrere Familienmitglieder von Hrodegh aus der Slowakei, was die internationale Bedeutung seines Wirkens unterstrich.
Ein Erbe, das bleibt
Hrodeghs umfangreiche Veröffentlichungen, darunter etwa „Die Urgeschichte des Kamptales“ und „Urgeschichte“ aus dem Jahr 1925, sind nicht nur für die Heimatkunde von Bedeutung, sondern auch ein wichtiger Teil der wissenschaftlichen Literatur. Seine Arbeiten über die slawische Besiedlung des Waldviertels waren bahnbrechend und haben bis heute Gültigkeit. Er trat auch als Konservator des Bundesdenkmalamtes in Wien auf, wo er sich für den Schutz und die Aufklärung über die Denkmalpflege einsetzte.
Den Abschluss der Exkursion bildete ein Besuch im Heimatmuseum Langenlois, wo die Teilnehmer von Dorothea Demal herzlich empfangen wurden. Der Tag war nicht nur eine Hommage an Anton Hrodeghs Lebenswerk, sondern auch eine inspirierende Reise durch die Geschichte des Waldviertels und seiner bedeutenden Persönlichkeiten. Am Hrodegh-Denkmal im 40er-Wald bei Schiltern, dem letzten Halt der Tour, war spürbar, wie tief die Wurzeln von Hrodegh in der Region verankert sind. So bleibt sein Erbe lebendig und wird auch in Zukunft viele Menschen inspirieren.
Für weitere Informationen über Anton Hrodegh und die Exkursion können Sie die ausführlichen Berichte auf MeinBezirk.at und die biografischen Details auf Wikipedia nachlesen. Auch die Website der österreichischen Biographien bietet interessante Einblicke in sein Leben und Werk.