Friseurbranche in Not: Alarmierender Rückgang an Lehrlingen und Beschäftigten
Heute ist der 8.07.2026, und in Horn zeigt sich ein ernstes Problem: Der Nachwuchs in der Friseurbranche schwindet. Friseursalons klagen über einen dramatischen Rückgang an Bewerbungen für Lehrstellen. Andreas Riedl von der Arbeiterkammer sieht die Gründe dafür in den steigenden Kosten und der Konkurrenz durch günstige Barbershops. Diese Entwicklungen setzen die Betriebe enorm unter Druck. Ein besorgniserregender Trend, der sich nicht nur lokal, sondern auch in anderen Teilen des Landes zeigt.
In den Berufsschulen wird der Rückgang in der Lehrausbildung zunehmend sichtbar. Besonders in der Polytechnischen Schule Horn gibt es einige Jugendliche, die Interesse für den Beruf zeigen – doch nur wenige schaffen es tatsächlich, eine Lehre im Friseurhandwerk zu beginnen. Direktor Thomas Lederer hebt die Bedeutung von Lehrstellenangeboten und attraktiven Arbeitsbedingungen hervor, um die Jugendlichen zu motivieren.
Die Herausforderungen der Branche
Die Situation ist nicht einzigartig für Österreich. Auch in Deutschland steht die Friseurbranche vor enormen Herausforderungen. Derzeit gibt es dort zwischen 85.000 und 90.000 Friseursalons, jedoch sank die Zahl der Friseur-Auszubildenden von 40.454 im Jahr 2008 auf nur 13.509 im Jahr 2023. Eine dramatische Entwicklung, die sich auch in der Attraktivität des Berufs widerspiegelt.
Martin Hammerschmid, ein Unternehmer mit mehreren Salons, hat in den letzten zwei Jahren keinen einzigen Lehrling mehr aufgenommen. Er kritisiert, dass Ausbildungsbetriebe benachteiligt werden und spricht von den hohen Aufwänden, die mit der Ausbildung verbunden sind. Dabei ist es wichtig zu betonen, dass das Berufsimage und die Verdienstmöglichkeiten im Friseurhandwerk oft unterschätzt werden. Die Branche leidet nicht nur unter einem Mangel an Auszubildenden, sondern auch unter einer sinkenden Zahl an Beschäftigten. Diese ist seit 2017 um 19,1 % auf 150.136 im Jahr 2023 gesunken.
Ein Blick in die Zukunft
Die Corona-Pandemie hat zusätzlich viele Friseure aus der Branche gedrängt. Die Digitalisierung spielt mittlerweile auch eine Rolle. Wo vor wenigen Jahren nur 15 % der Salons Online-Terminbuchungen anboten, sind es heute deutlich mehr. Kleinere, spezialisierte Salons boomen, während klassische Großsalonstrukturen mehr und mehr verschwinden. Die Branche zeigt einen klaren Trend zu flexiblen Mini-Salons und Teilzeitkräften.
Insgesamt bilden nur 9,9 % der Friseursalons aus, während 37.137 Friseure auf der Suche nach einer neuen Stelle sind. Die Verteilung der Geschlechter ist ebenfalls interessant: 79 % der Beschäftigten sind Frauen, lediglich 21 % Männer. Die Aussicht auf eine Anstellung wird durch die Tatsache, dass 5,1 % der steuerbaren Friseurunternehmen als insolvenzgefährdet gelten, nicht gerade rosiger.
All diese Faktoren verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Rahmenbedingungen für das Friseurhandwerk zu verbessern. Ein Aufruf zur Veränderung, um diesem wertvollen Handwerk die nötige Anerkennung und Perspektive zu geben. Weitere Informationen finden Sie auf friseurhandwerk.de.
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