In den sanften Hügeln des Solothurner Juras, genauer gesagt in Hauenstein-Ifenthal, liegt der Hof Horn. Dieser Ort, wo Landwirtschaft auf die Anforderungen des Militärs trifft, hat eine ganz eigene Geschichte. Der Hof, der zwischen 750 und 950 Metern über Meer liegt und teilweise im Schiessgebiet der Schweizer Armee angesiedelt ist, wird von Rebekka Strub geleitet. Sie hat den Betrieb 2017 übernommen und bringt eine Menge Leidenschaft und Fachwissen mit. Eine Ausbildung zur Landschaftsgärtnerin und Erfahrung als Erlebnispädagogin prägen ihren Ansatz in der Landwirtschaft.
Der Hof umfasst 45 Hektar und beherbergt rund 120 Tiere, darunter die robusten Aubrac-Rinder und die weniger bekannten Zebus. Letztere sind nicht nur hitzetolerant, sondern fressen auch Sträucher und Disteln, was zur Bekämpfung der Verbuschung beiträgt. Das ist besonders wichtig in der hügeligen Landschaft, die die Eigenheiten der Region widerspiegelt. Rebekka Strub ist eine der ersten, die die Aubrac-Rinder in der Schweiz etabliert hat. Auf dem Hof leben außerdem Burenziegen und Freiland-Schweine, die alle nach dem Prinzip der extensiven Nutzung gehalten werden.
Nachhaltigkeit und Tierwohl
Der Hof Horn setzt auf eine Philosophie, die den Respekt und das Vertrauen im Umgang mit den Tieren in den Mittelpunkt stellt. Ein Beispiel: Kälber bleiben länger bei ihren Müttern, was nicht nur das Tierwohl fördert, sondern auch eine tiefere Bindung zwischen Mutter und Kind schafft. Strub begleitet ihre Tiere bis zum Lebensende, einschließlich Verkauf und Schlachtung. Der Hof hat ein eigenes Brennrecht zur Verwertung eines Teils des Obstertrages und verkauft einen Teil des Fleisches direkt im Hofladen. Diese Ansätze zeigen, wie nachhaltige Landwirtschaft unter schwierigen Bedingungen funktionieren kann.
Die Geschichte des Hofs ist nicht nur von Erfolg geprägt. 2013 wurde das Bauernhaus durch einen Brand zerstört, und der Wiederaufbau dauerte mehrere Jahre. 2018 konnte das neue Wohnhaus bezogen werden, gefolgt von der Fertigstellung des Stalls im Jahr 2019. Während dieser Zeit lebten die Tiere in provisorischen Ställen und Zelten. Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Betriebsleiterin optimistisch und engagiert sich auch in verschiedenen Fachkommissionen, wie etwa bei Mutterkuh Schweiz und Bio Suisse Nordwestschweiz.
Engagement und Gemeinschaft
Rebekka Strub bietet auch Events und Workshops auf dem Hof an, um das Bewusstsein für nachhaltige Landwirtschaft zu schärfen. Auf diese Weise können Besucher hautnah erleben, wie Landwirtschaft und Tierhaltung im Einklang mit der Natur funktionieren. Diese Veranstaltungen sind nicht nur informativ, sondern auch eine Möglichkeit, sich mit der Gemeinschaft zu vernetzen. Letztendlich ist der Hof Horn nicht nur ein landwirtschaftlicher Betrieb, sondern auch ein Ort des Lernens und des Austauschs.
Die Definition nachhaltiger Entwicklung in der Schweiz basiert auf der Brundtland-Kommission von 1987 und ist für Betriebe wie den Hof Horn von zentraler Bedeutung. Hier wird versucht, die Bedürfnisse der gegenwärtigen Generation zu befriedigen, ohne zukünftige Generationen zu beeinträchtigen. Dies umfasst wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, gesellschaftliche Solidarität und ökologische Verantwortung. Mit dem Motto von Mutterkuh Schweiz, das auf die Qualität des Fleisches von Schweizer Wiesen und Weiden abzielt, wird klar, dass Tierwohl und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können.
Der Hof Horn ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Landwirtschaft im Einklang mit den natürlichen Gegebenheiten und den Bedürfnissen der Tiere funktionieren kann. Die Kombination aus Tradition, Innovation und einem tiefen Verständnis für die Natur macht diesen Ort zu etwas ganz Besonderem.