Im Stadtsaal Groß-Enzersdorf fand kürzlich eine spannende Veranstaltung statt, die im Rahmen der Weiterbildungsreihe „Smart mobil“ des Mobilitätsmanagements Niederösterreich organisiert wurde. Hierbei dreht sich alles um das Thema „Parkraum – eine herausfordernde Gemeindeangelegenheit“. Über 30 Gemeindevertreter, darunter auch prominente Gesichter wie Andreas Holzbrecher, Manfred Daniel und Dieter Schewig aus dem Bezirk Horn, nahmen an der Veranstaltung teil. Das Interesse an der Organisation des ruhenden Verkehrs ist groß, denn die Herausforderungen sind vielfältig und komplex.
Die Fachinhalte umfassten nicht nur die rechtlichen Grundlagen, sondern auch innovative Planungsansätze zum ruhenden Verkehr. Experten von verschiedenen Institutionen wie dem KFV, BMIMI und dem ÖAMTC waren vor Ort, um ihre Perspektiven zu teilen. Dabei wurde über die rechtliche Zulässigkeit des Parkens diskutiert und wie Gemeinden mit dem ruhenden Verkehr umgehen sollten. Besonders spannend waren die Praxisbeispiele aus den Gemeinden Fischamend, Schwechat und Tulln, die verschiedene Lösungen für ihre spezifischen Herausforderungen präsentierten.
Die Herausforderungen für Gemeinden
Wie sich herausstellt, stehen Kommunen vor einem regelrechten Dilemma. Auf der einen Seite gibt es die Anforderungen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung, auf der anderen Seite den zunehmenden Lieferverkehr und die steigenden Kfz-Zulassungszahlen. Dazu kommt der wachsende Flächenbedarf, der nicht ignoriert werden kann. Die rechtlichen Rahmenbedingungen, wie die Änderung des § 6a StVG vom 04.07.2020 zur Höhe der Bewohnerparkgebühren, schaffen neue Gestaltungsspielräume für die Gemeinden. Doch diese Veränderungen bringen auch Unsicherheiten mit sich.
Das Difu-Projekt „Pano“ beschäftigt sich genau mit diesen Veränderungen und unterstützt elf Städte dabei, ihr Parkraummanagement neu zu organisieren. Im Fokus stehen Themen wie die Steuerung des Stellplatzangebots auf privaten Flächen und die Erfassung von Stellplatzflächen mit digitalen Tools. Die Integration von Anwohnern in den Prozess ist ein weiterer zentraler Punkt; schließlich sollen die Lösungen nicht nur auf dem Papier gut aussehen, sondern auch in der Praxis funktionieren.
Der Weg zur Lösung
Verkehrslandesrat Udo Landbauer unterstrich bei der Veranstaltung die Bedeutung der Gemeindevertreter für die Lebensqualität in Niederösterreich. Das Weiterbildungsangebot des Mobilitätsmanagements ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Die Diskussion über bewährte Konzepte, beispielsweise in Bezug auf Schulen und Freizeiteinrichtungen, zeigt, dass es nicht nur um die Theorie geht, sondern auch um praktische Ansätze, die direkt umgesetzt werden können.
Die Teilnehmer der Veranstaltung waren sich einig: Um den Herausforderungen des ruhenden Verkehrs gerecht zu werden, bedarf es einer effektiven Kommunikation zwischen den Gemeinden und den Bürgerinnen und Bürgern. Nur so kann ein bedürfnisorientiertes Parkraummanagement entstehen, das den unterschiedlichen Anforderungen gerecht wird. Die komplexe Organisation des ruhenden Verkehrs bleibt also ein aktives Thema, das weiterhin intensive Diskussionen und innovative Lösungen erfordert.
Mehr Informationen zu diesen Themen finden Sie in dem Artikel auf meinbezirk.at.
