In Korneuburg gibt es Grund zum Feiern: Die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege Stockerau wird 50 Jahre alt! Das ist schon ein halbes Jahrhundert, in dem sich die Ausbildung von Pflegekräften enorm weiterentwickelt hat. Im Jahr 1976 begann alles mit einer kleinen Klasse von 18 Schülerinnen. Nur neun von ihnen schlossen die Ausbildung erfolgreich ab – heute ist die Schule ein zentraler Bestandteil der Pflegeausbildung in Niederösterreich. Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister hebt hervor, wie wichtig dieser Beitrag zur Gesundheitsversorgung ist und dass die Schule nicht nur theoretisches Wissen vermittelt, sondern auch praktische Ausbildung bietet.

Die Herausforderungen in der Pflege werden immer größer. Die steigenden Anforderungen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen machen die Ausbildung qualifizierter Pflegekräfte wichtiger denn je. Schließlich sieht der Gesundheitsplan 2040+ vor, dass Medizin und Pflege in Niederösterreich enger verknüpft werden. Die NÖ Landesgesundheitsagentur hat sich bereits auf die Fahnen geschrieben, die bestmögliche medizinische und pflegerische Behandlung zu sichern. Die Schulen in Stockerau und Hollabrunn arbeiten eng zusammen und bieten eine breite Palette an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Es ist wirklich beeindruckend zu sehen, wie die Bedeutung der Pflegekräfte über die rein pflegerische Versorgung hinausgeht. Sie sind entscheidend für das gesamte Gesundheitswesen.

Fachkräftemangel und demografische Entwicklungen

Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass der Fachkräftemangel in der Pflege nicht nur ein lokales Problem ist. In Deutschland wird die Pflege bis 2026 der zweitgrößte Engpassberuf laut der Bundesagentur für Arbeit. Schon 2024 bleiben über 17.600 Vollzeitstellen in der Altenpflege und 15.000 in der Krankenpflege unbesetzt. Das ist ein besorgniserregender Trend, der sich durch den demografischen Wandel nur verschärfen wird. Bis 2030 rechnen Experten mit 6,2 Millionen Pflegebedürftigen – eine Steigerung um 600.000 in nur fünf Jahren. Zugleich gehen viele Babyboomer in Rente, was die Anzahl der Arbeitskräfte im Pflegeberuf verringert. Das klingt alles ganz schön dramatisch.

Auch in der Ausbildung gibt es Herausforderungen. 2024 begannen 59.400 Personen eine Pflegeausbildung, was einen Anstieg um 9 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Doch die Abbruchquote liegt bei rund 30 % in der Ausbildung zur Pflegefachkraft und zwischen 35-50 % in der Ausbildung zur Pflegehilfe. Effektiv bleiben also nur 35.000 bis 40.000 Absolventen übrig. Und komischerweise verlassen über 30 % der jungen Pflegekräfte den Beruf innerhalb der ersten fünf Jahre. Gründe dafür sind oft Schichtdienst, hohe Belastungen und die Bezahlung. Das macht einen nachdenklich, oder?

Ausblick und zukünftige Entwicklungen

Die Vorausberechnung zur Entwicklung der Zahl der Pflegekräfte zeigt, dass bis 2049 die Zahl der Pflegebedürftigen auf 2,74 Millionen steigen wird – eine Steigerung um 52 %. Der Bedarf an Pflegekräften wird voraussichtlich auf 2,15 Millionen anwachsen. Besonders in ambulanten Pflege- und Betreuungsdiensten wird ein Mehrbedarf von 60 % erwartet. Die größte Herausforderung bleibt jedoch die Tatsache, dass der Pflegeberuf als Engpassberuf eingestuft wird. Prognosen deuten auf eine Lücke von 90.000 Pflegekräften in zehn Jahren und sogar 280.000 bis 2049 hin. Das lässt einen schon etwas frösteln, wenn man an die Zukunft denkt.

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Um dem entgegenzuwirken, sind Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufs gefragt. Ideen wie höhere Entlohnung, bessere Arbeitsbedingungen und die Aktivierung nicht erwerbstätiger Pflegekräfte werden diskutiert. Auch die Zuwanderung ausländischer Pflegekräfte wird als mögliche Lösung betrachtet. Hierzulande hat die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse bereits an Tempo gewonnen. Es bleibt also spannend zu sehen, wie die Entwicklungen in der Pflege weitergehen und welche Lösungen gefunden werden, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.

Die Schule in Stockerau hat mit ihrem 50-jährigen Bestehen einen wichtigen Meilenstein erreicht. Sie ist nicht nur ein Ort der Ausbildung, sondern auch ein Zeichen für die Zukunft der Pflege in Österreich. Es bleibt zu hoffen, dass die nächsten fünf Jahrzehnte ebenso erfolgreich verlaufen und dass die Herausforderungen gemeinsam bewältigt werden können. Wer mehr über die Geschichte und die aktuellen Entwicklungen erfahren möchte, findet weitere Informationen in diesem Artikel.

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