In Velo Veritas: Genussvolle Radrundfahrt im Weinviertel
Der Weinviertel, eine Region voller sanfter Hügel und malerischer Landschaften, wird einmal im Jahr zum Eldorado für Liebhaber klassischer Rennräder. Die nostalgische Radrundfahrt „In Velo Veritas“ zieht jedes Mal zahlreiche Teilnehmer an. Diese Veranstaltung, die 2013 ins Leben gerufen wurde, hat sich mittlerweile zu einem Highlight für Radenthusiasten entwickelt. Am letzten Sonntag fand bereits die 14. Auflage statt, mit einer beeindruckenden Teilnehmerzahl von 950 Menschen – die Altersgruppe reichte von 12 bis 86 Jahren. Was die Veranstaltung besonders macht? Es handelt sich nicht um ein Rennen, sondern um eine gemütliche Fahrt, bei der ausschließlich klassische Rennräder zugelassen sind.
Die Idee für „In Velo Veritas“ wurde von Horst Watzl, einem ehemaligen Kulturvermittler, geboren und wird von Martin Friedl, einem Eventveranstalter, in die Tat umgesetzt. Inspiriert von der berühmten Rundfahrt „L‘Eroica“ in der Toskana, vereint diese Veranstaltung die Faszination für historische Fahrräder mit dem Genuss der Natur. Teilnehmer müssen bestimmte Kriterien erfüllen: Es sind nur Rennräder mit Stahlrahmen, Ganghebeln am Unterrohr und Baujahr vor 1988 zugelassen. Außerdem müssen sie Flickzeug, Ersatzschläuche und Reservereifen mitbringen. Die Streckenlängen variieren – von einer gemütlichen 70 Kilometer-Runde über 140 bis hin zu einer längsten Distanz von 210 Kilometern.
Ein Fest für Genussradler
Die Strecken führen durch attraktive Abschnitte der Weinviertler Radrouten, Kellergassen und Schotterstraßen, wobei die Landschaft mit ihrer ruhigen Anmutung besticht. Michl Mellauner ist verantwortlich für die Streckenwahl und entwickelt ständig neue Routen, die klar mit Pfeilen auf der Straße markiert sind. Auch wenn es einen Engpass bei der Verpflegung auf der 70 Kilometer-Runde gab, werden die Teilnehmer in den Versorgungsstationen mit regionalen Speisen und Getränken von Weinviertler Betrieben verwöhnt.
Das Motto der Veranstaltung, „Genussvolle Gelassenheit“, ist nicht nur ein leeres Versprechen. Es wird keine Zeitnehmung während der Rundfahrt durchgeführt, was den Fokus auf das Erlebnis und nicht auf den Wettkampf lenkt. Die Teilnehmer können in aller Ruhe die Natur genießen und sich austauschen. Übrigens: Die nächste Auflage wird am 6. Juni 2027 am Schloss Marchegg stattfinden – der Name bleibt gleich.
Eine wachsende Fangemeinde
Das Interesse an Veranstaltungen wie „In Velo Veritas“ nimmt stetig zu. Ähnlich wie bei der beliebten Vintage-Tour, die in der Donau Niederösterreich Region stattfindet, wird das Fahren mit historischen Rennrädern als Lebensgefühl beschrieben. Teilnehmer erleben das Flair vergangener Radepochen und präsentieren stolz ihre Schätze. Die Faszination für alte Rennräder, die oft von Marken wie Colnago, Moser oder Bianchi stammen, zieht immer mehr Menschen in ihren Bann. Hier wird Wert auf stilgerechtes und genussvolles Fahren gelegt, nicht auf Leistung. Für viele ist es mehr als nur ein Hobby – es ist eine Leidenschaft!
Diese besonderen Veranstaltungen bieten eine Plattform für Gleichgesinnte, um sich auszutauschen und die Natur in ihrer schönsten Form zu genießen. Der Geruch von frisch gemähtem Gras, das Knirschen der Schotterstraßen unter den Reifen und das Lachen der Teilnehmer – all das macht den Charme dieser Radrundfahrt aus. Und so bleibt der Weinviertel ein Ort, an dem Nostalgie und Genuss auf zwei Rädern gefeiert werden.
Wer also die Liebe zu klassischen Rennrädern teilt, sollte sich den 6. Juni 2027 im Kalender rot anstreichen. Es wird ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte!
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