In Vösendorf wird ein starkes Zeichen für den Tierschutz gesetzt. Bei der Veranstaltung „Bellen gegen Böllern“ versammelten sich zahlreiche Teilnehmer, darunter auch die Bürgermeisterin Gabriele Scharrer, um gemeinsam für ein Silvester ohne laute Böller zu plädieren. Es geht darum, Toleranz, Rücksicht und vor allem den Schutz unserer tierischen Mitbewohner zu fördern. Scharrer machte deutlich, wie sehr die lauten Knallgeräusche Stress und Angst bei Tieren auslösen können. Mit einem klaren Aufruf zur rücksichtsvollen Handlungsweise möchte sie nicht nur die Menschen sensibilisieren, sondern auch den gesellschaftlichen Teilnehmern ohne Stimme, sprich den Tieren, Gehör verschaffen.
Unterstützt wurde die Aktion von der Tierbedarf-Filiale Fressnapf Vösendorf, die kostenlose Leckereien für die tierischen Besucher bereitstellte. So konnte man nicht nur ein Zeichen setzen, sondern auch den vierbeinigen Freunden etwas Gutes tun. Diese Initiative ist besonders relevant, wenn man bedenkt, dass Millionen Tiere in Deutschland an Silvester regelmäßig unter Stress und Panik leiden. Der Deutsche Tierschutzbund fordert sogar ein Ende des privaten Kaufs und Gebrauchs von Pyrotechnik zu Silvester und unterstützt die Kampagne “Böllerciao“ der Deutschen Umwelthilfe.
Die Auswirkungen von Feuerwerk auf Tiere
Der Stress, den Feuerwerkskörper bei unseren tierischen Freunden auslösen, ist enorm. Sensible Tiere, ob domestiziert oder wild, haben Schwierigkeiten, die lauten und unvorhersehbaren Geräusche einzuordnen. Das kann dazu führen, dass sie in den Fluchtmodus schalten und auf die Straße laufen – was fatale Folgen haben kann. Wildtiere, die vor dem Lärm fliehen, verlieren wertvolle Energie, die sie im Winter zum Überleben benötigen. Für viele von ihnen könnte diese Flucht sogar tödlich enden. Auch unsere domestizierten Tiere wie Hunde, Katzen, Schweine und Pferde reagieren äußerst empfindlich auf die Knallerei und können sich verletzen oder sogar ernsthafte gesundheitliche Probleme entwickeln.
Die Bürgermeisterin und der Deutsche Tierschutzbund weisen darauf hin, dass es wichtig ist, Bereiche um tierhaltende Einrichtungen wie Tierheime von Feuerwerk freizuhalten. Dies könnte durch Allgemeinverfügungen von Kommunen geschehen, um den Schutz dieser Einrichtungen zu gewährleisten. Ähnliches gilt für landwirtschaftliche Betriebe, die ebenfalls unter den Folgen von Feuerwerkskörpern leiden können. Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, äußert sich kritisch zur Böllerei und betont, dass es möglich ist, rücksichtsvoll zu feiern.
Schädliche Folgen für die Umwelt
Feuerwerke sind nicht nur eine Qual für Tiere, sie schädigen auch unsere Umwelt erheblich. In der Silvesternacht steigen die Feinstaubwerte auf die höchsten Werte des Jahres. Das bedeutet, dass nicht nur unsere tierischen Begleiter, sondern auch wir Menschen die negativen Folgen zu spüren bekommen. Darüber hinaus verschmutzen die Überreste von Feuerwerkskörpern Boden und Wasser mit giftigen Stoffen und Schwermetallen. Ein weiteres großes Problem sind die Abfälle, die nicht richtig entsorgt werden und in der Natur verbleiben, wo sie eine Gefahr für Tiere darstellen.
Der Umwelt- und Tierschutz ist ein wichtiges Thema, das nicht nur an Silvester, sondern das ganze Jahr über im Fokus stehen sollte. Eine rücksichtsvollere Feier könnte nicht nur das Leben vieler Tiere retten, sondern auch zur Schonung unserer Umwelt beitragen. Während sich die Menschen auf das neue Jahr freuen, sollten sie auch an die denken, die nicht für sich selbst sprechen können. Ein offener Brief für ein Böllerverbot, der an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt gerichtet ist, könnte ein weiterer Schritt in die richtige Richtung sein.