In Mödling stehen die Zeichen auf Sturm – und das nicht nur, weil die Wettervorhersage für die nächsten Tage Regen verspricht. Der Stadtbus, der das Leben in der Stadt mit seinen Fahrten verbindet, ist in ernsthaften Schwierigkeiten. Ähnlich wie im benachbarten Perchtoldsdorf, wo der Ortsbus zum 30. Juni eingestellt werden soll, sieht es auch hier düster aus. Eine aktuelle Analyse im Rahmen der Budgetkonsolidierung hat dem Mödlinger Citybus ein verheerendes Zeugnis ausgestellt. Mobilitätsstadtrat Tim Pöchhacker von den Grünen spricht von einem „nicht mehr haltbaren Ergebnis“ und das aus gutem Grund.

Die Zahlen sind ernüchternd: Auf der Linie 3 zwischen dem Bahnhof Mödling und dem Haus der Wirtschaft sitzen im Schnitt nur 3,3 Fahrgäste pro Bus. An Schultagen kommen immerhin zwischen 80 und 260 Fahrgäste pro Tag zusammen – in den Ferien sinkt diese Zahl jedoch auf erschreckende 50 bis 145 Fahrgäste. Umgerechnet auf die Kosten, die jährlich etwa 530.000 Euro betragen, scheint die Finanzierung des Stadtbusses ein immer größeres Problem darzustellen. Das Land Niederösterreich übernimmt zwar ein Drittel der Kosten, Wiener Neudorf trägt 10.000 Euro bei, aber der Großteil wird von der Stadt Mödling selbst getragen.

Die Herausforderungen der Mobilität

Ein zentrales Problem ist die unzureichende Streckenführung des Stadtbusses. Der Bus fährt lediglich von Montag bis Freitag zwischen 6.30 und 18.30 Uhr – abends und am Wochenende ist der Service schlichtweg nicht vorhanden. Immerhin, es gibt Überlegungen, ein neues, moderneres Modell für den öffentlichen Verkehr zu entwickeln, das auch abends und am Wochenende verfügbar sein soll. Ein Lichtblick in dieser angespannten Lage! Dennoch könnten knapp 200 Fahrgäste ohne einen funktionierenden Ortsbus auf der Strecke bleiben.

In Perchtoldsdorf, wo der Ortsbus ebenfalls bald Geschichte sein könnte, sind die jährlichen Kosten von rund 235.000 Euro laut Vizebürgermeister Anton Platt nicht mehr tragbar. Die Gemeinde plant, auf bestehende VOR-Linien und alternative Mobilitätslösungen umzusteigen, wobei spezielle Lösungen für Schüler und Senioren noch gesucht werden. Es bleibt abzuwarten, wie diese Umstellungen funktionieren werden.

Ein Blick über die Grenze

Die Situation in Mödling und Perchtoldsdorf spiegelt einen größeren Trend wider. In Deutschland zeigte eine Erhebung für 2024, dass der Liniennahverkehr insgesamt 11,5 Milliarden Fahrgäste zählte, was einem Rückgang von 2 % im Vergleich zu 2019 entspricht. Die Corona-Krise hat auch hier ihren Stempel hinterlassen. Während die Beförderungsleistung im Liniennahverkehr um 7 % gestiegen ist, ist die Anzahl der Fahrgäste gesunken. Es ist also nicht nur ein lokales Problem, sondern ein Phänomen, das viele Städte betrifft.

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Das Deutschlandticket, das 2022 eingeführt wurde, könnte zwar die Attraktivität des Nahverkehrs für mittlere Entfernungen erhöht haben, doch die Schwierigkeiten bei der Erfassung des Fahrgastaufkommens bleiben bestehen. Die durchschnittliche Reiseweite hat sich im Busverkehr zwar verbessert, aber die Frage bleibt: Wie kann man die Menschen wieder für den öffentlichen Verkehr begeistern? In Mödling und Perchtoldsdorf arbeiten die Verantwortlichen daran, kreative Lösungen zu finden, um der Mobilität ein neues Gesicht zu geben. Denn eins ist klar: Ein funktionierendes Bussystem ist ein wesentlicher Bestandteil einer lebenswerten Stadt.