Heute ist der 28.04.2026 und in Neunkirchen sorgt ein balzender Auerhahn für Aufregung. Vor der Volksschule in Schwarzau im Gebirge wurde beobachtet, wie der Auerhahn die Kinder daran hinderte, die Schule zu verlassen, und sogar versuchte, Autos zu bespringen. SPÖ-Bürgermeister Peter Lepkowicz berichtete von der ungewöhnlichen Situation, die letztlich dazu führte, dass der Auerhahn an einen anderen Ort gebracht wurde, um das Risiko für die Kinder zu minimieren. Der Auerhahn wurde zunächst etwa zehn Kilometer entfernt im Bereich des Schneebergs ausgesetzt.
Doch die Geschichte nahm eine unerwartete Wendung: Nur vier Tage später tauchte derselbe Auerhahn wieder auf, diesmal vor der Mittelschule. Das Einfangen war diesmal deutlich schwieriger, da der Auerhahn offensichtlich gelernt hatte, sich zu verstecken. Schließlich wurde er im letzten Graben von Naßwald auf die Rax gebracht und dort in Freiheit entlassen. Ein weiteres Tier, das kürzlich für Aufsehen sorgte, war ein Biber, der sich in einem Swimmingpool eines Anwohners einquartierte. Versuche, den Biber einzufangen, schlugen fehl, doch ein Holzbrett wurde in den Pool gelegt, um ihm den Ausstieg zu erleichtern. Der Biber nutzte das Brett und kehrte daraufhin zurück in die Schwarza.
Die Bedrohung des Auerhuhns
Der Auerhahn ist nicht nur ein faszinierendes Tier, sondern auch eine Art, die in Österreich vor Herausforderungen steht. Ein Maßnahmenplan, der 2008 ins Leben gerufen wurde, um die Auerhuhn-Population zu schützen, umfasste 43 Maßnahmen in sechs Handlungsfeldern. Leider wurde dieser Plan insgesamt unzureichend umgesetzt. Von neun Maßnahmen mit direkten populationsökologischen Wirkungen sind zwei zufriedenstellend oder teilweise erfüllt, während sieben im Prozess oder nicht erfüllt sind. Die Gründe für die unzureichende Umsetzung sind vielschichtig, und es wurde kein systematisches Monitoring der Umsetzung durchgeführt.
Die Lebensraumbedingungen des Auerhuhns haben sich im Evaluationszeitraum verschlechtert. Der Anteil lichter Wälder in relevanten Flächen beträgt nur rund 10%, während das Ziel bei 30% liegt. Dies zeigt, dass die Herausforderungen zur Effektivitätssteigerung von Schutzmaßnahmen noch nicht ausreichend adressiert wurden. Revierleitende erhielten kaum Rückmeldungen zur Umsetzung, was die Priorität des Maßnahmenplans minderte.
Die Rolle von Tourismus und Jagd
Rückzugsräume sind für das Auerhuhn überlebenswichtig. Diese Vögel zeigen ein starkes Meideverhalten gegenüber stark frequentierten Waldwegen und touristischen Einrichtungen, was bedeutet, dass kurzzeitige Störungen negative Auswirkungen auf ihre Population haben können. Zudem wurde im Rahmen des Maßnahmenplans angestrebt, das Monitoring der Auerhuhn-Population mit Unterstützung der Jägerschaft sicherzustellen. Allerdings zeigt eine aktuelle Studie, dass die Prädatorenbejagung nicht ausreichend effektiv durchgeführt werden konnte, was eine zusätzliche Gefahrenquelle für das Auerhuhn darstellt.
Die Ereignisse rund um den Auerhahn in Schwarzau und die Herausforderungen, denen das Auerhuhn gegenübersteht, sind ein eindrückliches Beispiel für die Komplexität des Wildtiermanagements in Österreich. Es bedarf dringend einer besseren Umsetzung der Schutzmaßnahmen sowie eines erhöhten Bewusstseins für die Bedürfnisse dieser besonderen Art.