Die Herausforderungen im Pflegebereich wachsen rasant. Immer mehr Menschen in Österreich streben danach, im Alter oder bei gesundheitlichen Einschränkungen in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Doch für die pflegenden Angehörigen wird der Druck immer größer. Sie stemmen eine enorme Verantwortung und stehen oft alleine da. In dieser Situation bietet der Verein Lebenswege Niederösterreich Süd umfassende Unterstützung, die nicht nur dringend notwendig ist, sondern auch den Nerven der Angehörigen eine kleine Verschnaufpause ermöglicht. Lebenswege verfolgt eine klare Vision: Die Unterstützung pflegender Angehöriger, die Förderung eines selbstbestimmten Lebens zu Hause, Prävention und soziale Teilhabe stehen an oberster Stelle.

Ein zentrales Anliegen des Vereins ist, dass der Grundsatz „ambulant vor stationär“ nicht nur ein Schlagwort bleibt. Es geht darum, den Menschen ein längeres Verweilen in ihrem gewohnten Umfeld zu ermöglichen. Und das gelingt durch eine Vielzahl von Angeboten. Dazu zählen Hausbesuche, psychosoziale Begleitung, Selbsthilfegruppen und Gesprächsangebote, die speziell auf die Bedürfnisse der Betroffenen und deren Familien ausgerichtet sind. Die Stärkung der psychischen Gesundheit und die Reduzierung von Isolation und Einsamkeit sind ebenfalls wichtige Aspekte der Arbeit von Lebenswege. Die Zielsetzung ist klar: Die Lebensqualität der Menschen zu verbessern und ihre Selbstständigkeit zu erhalten.

Umfassende Begleitung für Angehörige

Um dieser anspruchsvollen Aufgabe gerecht zu werden, investiert Lebenswege in die Weiterbildung von Mitarbeitern und Ehrenamtlichen. Qualitätssicherung und fachliche Weiterentwicklung stehen im Vordergrund, denn die Pflege-Entwicklungs-Kommission hebt die Bedeutung von menschlicher Zuwendung und Fachlichkeit besonders hervor. Lebenswege Niederösterreich Süd setzt auf moderne, wohnortnahe und individuelle Begleitung. Hier wird nicht nur Pflege angeboten, sondern auch ein Stück Lebensfreude zurückgebracht.

Eine Studie von pflege.de zeigt, dass in Deutschland rund 7,1 Millionen Menschen Angehörige zuhause pflegen. Das sind unglaubliche Zahlen! Diese pflegenden Angehörigen gelten als der größte Pflegedienst des Landes. In einer Umfrage, die im August 2025 durchgeführt wurde, wurden 1.048 pflegende Angehörige befragt. Auffällig war, dass die Mehrheit der Befragten weiblich ist und sich häufig im Alter von 55 bis 74 Jahren befindet. Viele von ihnen versuchen, Beruf und Pflege unter einen Hut zu bringen, während andere bereits im Ruhestand sind.

Die Realität der Pflege

Die Herausforderungen für die pflegenden Angehörigen sind enorm. 57 % leben im selben Haushalt mit der pflegebedürftigen Person, und viele pflegen über 40 Stunden pro Woche. Eine große Mehrheit fühlt sich durch ständige Erreichbarkeit und die fehlenden Ruhezeiten stark belastet. Die Umfrage zeigt auch, dass 60 % der Befragten gesundheitliche Beschwerden hatten, die oft erst im Laufe der Pflege auftraten. Das spricht Bände über die Belastungen, die diese Menschen täglich tragen. Schuldgefühle, finanzielle Sorgen und das Gefühl von Isolation sind nur einige der Probleme, mit denen sie kämpfen müssen.

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Es ist klar, dass mehr Anerkennung und Unterstützung für diese helfenden Hände dringend erforderlich ist. Eine einfache Zugänglichkeit zu Leistungen sowie mehr Erholungsmöglichkeiten stehen ganz oben auf der Wunschliste der pflegenden Angehörigen. Der Bedarf nach psychologischer Unterstützung und regelmäßigen Gesundheits-Check-ups ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Maßnahmen wie besserer Gesundheitsschutz und verlässliche Vertretung im Krankheitsfall werden als nötig erachtet, um den Angehörigen eine tragfähige Basis zu bieten.

Insgesamt zeigt sich ein klarer Handlungsbedarf in der Pflege. Es braucht ein Umdenken in der Gesellschaft, mehr gesellschaftliche und politische Anerkennung für die Arbeit der pflegenden Angehörigen und eine stärkere Vernetzung der Angebote. Nur so kann es gelingen, die Lebensqualität dieser Menschen zu verbessern und ihnen den Respekt zukommen zu lassen, den sie verdienen.