In Neunkirchen brodelt es gewaltig. Der Generalsekretär der CDU Saar, Frank Wagner, hat Oberbürgermeister Jörg Aumann ordentlich in die Mangel genommen. Er kritisiert Aumann und wirft ihm vor, aus den Skandalen der vergangenen Monate nichts gelernt zu haben. Ein besonders schwerwiegender Vorwurf bezieht sich auf den NVG-Skandal, der in der Stadt für viel Aufregung sorgt. Wagner hat den Eindruck, dass sich ein System der Selbstbedienung über verschiedene Einrichtungen hinweg ausbreitet. Aumann, der auch als stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Neunkirchen fungiert, soll VIP-Tickets für den Logenbereich der SV Elversberg eingefordert haben. Das wird nicht nur als Tiefpunkt seiner Amtszeit angesehen, sondern könnte auch gegen gängige Compliance-Regeln verstoßen. Die Einschätzung, dass der Schaden für die Sparkasse und die Stadt Neunkirchen zunehmend größer wird, lässt aufhorchen. Wagner fragt sich, wie lange Ministerpräsidentin Anke Rehlinger diesen Zustand noch beobachten kann, ohne einzugreifen. Mehr Details zu diesen Vorwürfen finden Sie in einem ausführlichen Artikel hier.

Doch das ist noch längst nicht alles. Die Situation wird durch die Abwesenheit von Heiko Schaufert, einem Stadtverordneten der SPD, komplizierter. Er war krankheitsbedingt nicht in der Sitzung des Neunkircher Stadtrates anwesend und hat in einem Schreiben an die Stadtverordneten seine Unschuldsvermutung betont. Schaufert sieht sich vorverurteilt und wartet darauf, von Gutachtern zu den Unregelmäßigkeiten bei den Verkehrsbetrieben NVG gehört zu werden. Im Hintergrund läuft eine Kündigungsschutzklage, da er mit seiner Rückkehr an seinen Arbeitsplatz rechnet – die Interims-Geschäftsführung der NVG hält das jedoch für unwahrscheinlich. Die CDU-Stadtratsfraktion fordert seine Suspendierung, was derzeit von der Stadt geprüft wird. Oberbürgermeister Aumann möchte die Ergebnisse der Ermittlungen abwarten, bevor er über Schauferts Zukunft entscheidet.

Politische Turbulenzen und Entscheidungsfindung

Ein Dringlichkeitsantrag zur Abwahl von Aumann wurde abgelehnt. Interessanterweise erwägt die CDU dennoch einen weiteren Antrag. Für den Erfolg eines solchen Antrags wären 26 Unterschriften nötig, um eine einfache Mehrheit zu erreichen – der Rat hat aktuell 48 Mitglieder, gesetzlich sind jedoch 51 erforderlich. Komischerweise konnte die AfD nach der letzten Kommunalwahl drei Mandate nicht besetzen, was die Situation noch komplizierter macht. Aumann hat angekündigt, in zwei Wochen eine Sondersitzung des Stadtrates abzuhalten, um über das Gutachten von Teneo zu informieren. Währenddessen verabschiedete der Stadtrat eine neue Dienstwagenvereinbarung für ihn, die eine private Nutzung von bis zu 1000 Kilometern pro Monat erlaubt, gegen eine Erstattung von 35 Cent pro Kilometer. Aumann räumte ein, dass er diese Regelung bisher versäumt hatte, was ihm in der NVG-Affäre zusätzliche Kritik einbrachte.

Der Kontext dieser Geschehnisse ist nicht zu unterschätzen. Korruption ist ein ernsthaftes Problem im kommunalen Umfeld, insbesondere wenn es um die Vergabe öffentlicher Aufträge geht. Bereiche, in denen Einfluss auf Aufträge, Fördermittel oder Genehmigungen genommen werden kann, sind besonders korruptionsgefährdet. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Preisgestaltung, sondern auch auf die Qualität der Leistungen, die letztendlich den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort zugutekommen sollten. Kommunale Unternehmen, die oft in privatrechtlicher Form agieren, entziehen sich häufig der Kontrolle durch die Kommunen, sind jedoch dennoch verpflichtet, die Kriterien zur Korruptionsprävention zu beachten. Mehr zu diesen Aspekten finden Sie auf der Seite von Transparency hier.

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