Im Bezirk Scheibbs hat sich die Arbeitsmarktlage im April 2023 leicht verändert. Die Zahl der Arbeitslosen ist um 4,3 Prozent gestiegen und liegt nun bei 581 Personen. Das ergibt eine Arbeitslosenquote von voraussichtlich 3,2 Prozent, was immer noch die zweitniedrigste in Niederösterreich ist. Zum Vergleich: Vor einem Jahr lag die Quote bei 3,1 Prozent, und vor zehn Jahren waren es 4,2 Prozent. Die wirtschaftliche Erholung in Österreich verläuft jedoch langsamer als erwartet. Besonders in der Industrie und im Handel drohen Jobs verloren zu gehen. Gleichzeitig sorgt die Pensionierungswelle der Babyboomer-Generation für eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften.

Bis Ende April 2023 haben 1.094 Jobsuchende ihre Arbeitslosigkeit beenden können. Das klingt doch erst mal positiv, oder? Allerdings sind aktuell 51 Personen, also knapp 9 Prozent der Arbeitslosen, schon länger als ein Jahr ohne Beschäftigung. Das ist zwar ein hoher Anteil, doch liegt er unter dem niederösterreichweiten Durchschnitt von über 15 Prozent. Im bisherigen Jahresverlauf wurden 822 offene Stellen erfolgreich besetzt, was einen Zuwachs von über 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Derzeit sind beim AMS Scheibbs 572 offene Stellen registriert, das sind 13 Prozent mehr als im Vorjahr.

Demografische Einblicke

Die Zahlen zeigen auch, dass die Situation unterschiedlich ist, je nachdem, aus welcher Altersgruppe die Arbeitslosen kommen. Von den 581 Arbeitslosen sind 328 Männer und 253 Frauen. Interessanterweise sind unter den Arbeitslosen 58 Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre sowie 220 über 50-Jährige. Ein weiteres bemerkenswertes Detail ist die Zahl der ausländischen Staatsbürger, die bei 135 liegt. Auf der Suche nach einem Job sind zudem 22 Lehrstellensuchende unterwegs, während 38 offene Lehrstellen zur Verfügung stehen.

Es bleibt spannend, wie sich die Lage weiter entwickeln wird. Laut dem AMS steigen die Arbeitslosenzahlen seit April 2023 kontinuierlich, auch wenn die Anstiege eher langsam ausfallen. Die wirtschaftlichen Prognosen für 2026 zeigen eine vorsichtige Erholung, auch wenn die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs bereits spürbar sind. Im April 2026 waren 320.316 Menschen beim AMS arbeitslos gemeldet, und die geschätzte Arbeitslosenquote liegt bei 7,5 Prozent. Das zeigt, dass die Herausforderungen am Arbeitsmarkt auch in den kommenden Jahren bestehen bleiben werden.

Die Langzeitbeschäftigungslosigkeit, also Personen, die länger als 365 Tage beim AMS vorgemerkt sind, hat in den letzten Monaten zugenommen. Im April 2026 galten 103.322 Personen als langzeitbeschäftigungslose Arbeitslose, was einen Anstieg von 13,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Der Anteil der Langzeitbeschäftigungslosen an allen Arbeitslosen liegt aktuell bei 32 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen die Schwierigkeiten, mit denen viele Menschen konfrontiert sind, insbesondere wenn man bedenkt, dass ältere Arbeitnehmer:innen, Frauen und Menschen mit Behinderungen besonders betroffen sind.

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Die monatlichen Daten zum Arbeitsmarkt, die das AMS veröffentlicht, sind ein wertvoller Indikator, um die Entwicklungen im Blick zu behalten. Informationen dazu sind im Arbeitsmarktinformationssystem (AMIS) des BMASGPK verfügbar. Es bleibt zu hoffen, dass die Maßnahmen zur Bekämpfung der Langzeitbeschäftigungslosigkeit und zur Unterstützung von Arbeitsuchenden in Zukunft Früchte tragen werden.

Für detailliertere Einblicke in die aktuelle Arbeitsmarktsituation, kann die Quelle [hier](https://www.meinbezirk.at/scheibbs/c-wirtschaft/arbeitslosigkeit-trotz-leichtem-anstieg-weiterhin-niedrig_a8626041) nachgelesen werden.