Die Stadt Tulln hat sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um den Einfluss digitaler Geräte auf die Gesundheit ihrer jüngsten Bürger zu thematisieren. Unter dem Kampagnentitel „Fit4Future“ wird 2023 und 2024 ein Schwerpunkt auf die Kinder- und Jugendgesundheit gelegt. Die Gesundheitsplattform der Stadt bietet abwechslungsreiche Alternativen zum Zeitvertreib abseits von Bildschirmen. Eine zentrale Maßnahme ist die Initiative „Bildschirmfrei bis drei“, die darauf abzielt, die Bildschirmnutzung bei Kleinkindern bis zum dritten Lebensjahr zu reduzieren.
Doch das Engagement hört hier nicht auf! Ein ganztägiges Event am 16. Juni 2023 rund um das Tullner Rathaus wird viele kreative Möglichkeiten bieten, sich ohne digitale Ablenkungen zu beschäftigen. Unter dem Motto „Gönn dir Echtzeit statt Screenzeit“ sind Kinder im Schulalter, ihre Eltern, Pädagogen und alle Interessierten herzlich eingeladen. Es wird erwartet, dass rund 400 Kinder teilnehmen. Die Vormittagsstunden sind gefüllt mit Workshops und Mitmachstationen – Yoga, Selbstverteidigung, Sport, Entspannungstechniken und eine Chillout-Area zum Abhängen. Ein Wuzzler wird auch dabei sein, um für Spaß zu sorgen!
Ein buntes Programm für alle
Am Nachmittag wird das Programm für Erwachsene mit verschiedenen Infoständen zu Beratungsangeboten für Kinder und Jugendliche fortgesetzt. Ein ganz besonderes Highlight ist die Uraufführung eines selbstkomponierten Liedes durch die Kinder der 4. Klasse Mittelschule um 18 Uhr. Die bekannte Smartphone-Coachin Andrea Buhl-Aigner wird zudem mit ihrer Keynote „Noch ein Video, noch ein Level – warum Abschalten so schwer ist“ auf die Herausforderungen der digitalen Welt eingehen. Eine Podiumsdiskussion wird den Einfluss digitaler Medien auf Ängste, Schlaf und Konzentration beleuchten. Hier kommen sowohl Fachleute als auch betroffene Eltern zu Wort.
Das gesamte Projekt „Fit4Future“ hat einen finanziellen Umfang von rund 90.000 Euro. Weitere Informationen sind auf der Webseite gesundes-tulln.at/fit4future zu finden.
Eine gesellschaftliche Herausforderung
Die Notwendigkeit solcher Initiativen wird durch aktuelle Daten der WHO untermauert. Laut einem Bericht zeigen 11 % der Jugendlichen Anzeichen eines problematischen Verhaltens in Bezug auf soziale Medien, wobei Mädchen (13 %) stärker betroffen sind als Jungen (9 %). 36 % sind ständig online mit Freunden in Kontakt, und täglich spielen 34 % der Jugendlichen digitale Spiele, wobei 22 % davon mindestens vier Stunden pro Spieltag damit verbringen. Diese problematische Nutzung kann zu niedrigem seelischen und sozialen Wohlbefinden führen. Die WHO betont die Bedeutung von Medienkompetenz und fordert Maßnahmen wie Altersbeschränkungen für soziale Medien.
Das Engagement der Stadt Tulln ist also nicht nur eine regionale, sondern auch eine gesellschaftliche Antwort auf eine Herausforderung, die viele Familien betrifft. In einem offenen Dialog über digitales Wohlbefinden müssen Schulen und Familien gemeinsam Lösungen finden, um die Gesundheit der kommenden Generationen zu fördern. Die Initiative in Tulln könnte somit ein kleiner, aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung sein.
