Am vergangenen Wochenende fand in Höflein bei Bruck/Leitha das große Event „Forum Dorf & Stadt“ statt. Knapp 700 Bürgermeister, Gemeindefunktionäre, Vereinsobleute und Mitglieder kamen zusammen, um über die Zukunft ihrer Gemeinden zu diskutieren. Ein zentraler Punkt der Veranstaltung war das ehrenamtliche Engagement, das in vielen österreichischen Dörfern von immenser Bedeutung ist.

Eine der herausragenden Persönlichkeiten des Tages war Matthias Riemer aus Heinreichs im Bezirk Waidhofen/Thaya. Er erhielt eine Trophäe für sein bemerkenswertes Engagement als Obmann des Verschönerungsvereins, Verwalter der Freiwilligen Feuerwehr und Betreuer der Ortskapelle. Über 100 Vereinsmitglieder aus Niederösterreich wurden an diesem Tag für ihr Engagement geehrt – eine schöne Anerkennung für all die unermüdlichen Anstrengungen, die viele Ehrenamtliche in ihren Gemeinden leisten. Mehr dazu hier.

Bedeutung der Dorferneuerung

Stephan Pernkopf, der Stellvertreter des Landeshauptmanns, betonte die Wichtigkeit der Dorferneuerung. In den letzten drei Jahren wurden über 900 Projekte im Rahmen der Förderaktion „Stolz auf unser Dorf“ bewilligt. Diese Aktion unterstützt Gemeinden mit bis zu 2.500 Euro für ihre Projekte. Mit mittlerweile 855 aktiven Dorferneuerungsvereinen – ein Zuwachs von 200 seit 2023 – zeigt sich, dass viele Menschen bereit sind, ihre Freizeit und Energie in ihre Heimat zu investieren. Die Ziele des Forums waren klar: Ortskernentwicklung, Digitalisierung und Bürgerbeteiligung standen auf der Agenda.

Die Unterstützung für Gemeinden und Vereine erfolgt auch durch Förderberatungen und ein Beschaffungsservice, das hilft, notwendige Ressourcen zu organisieren. Ehrenamtliches Engagement ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil des Dorflebens, sondern auch ein Schlüssel zur Lösung vieler lokaler Herausforderungen. In Deutschland beispielsweise sind über 30 Millionen Menschen ehrenamtlich aktiv, was zeigt, wie vielschichtig und bedeutsam diese Tätigkeiten sind.

Gemeinschaft und Nachbarschaftshilfe

Das ehrenamtliche Engagement fördert soziale Interaktionen und verbessert die Gemeinschaft. Gemeinschaftsprojekte stärken den sozialen Zusammenhalt in Dörfern und fördern Nachbarschaftshilfe. In vielen Fällen sind es die Ehrenamtlichen, die kulturelle Veranstaltungen organisieren und damit das Dorfleben lebendig halten. So bringen junge Menschen frischen Wind in die Projekte, schaffen Netzwerke und fördern den Austausch zwischen den Generationen.

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Doch die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Zeitmangel und mangelnde Anerkennung sind häufige Stolpersteine. Unterstützungssysteme und Netzwerke sind entscheidend, um die Ehrenamtlichen zu fördern. Die Zukunft des Ehrenamts wird auch durch die Digitalisierung beeinflusst, die neue Möglichkeiten des Engagements eröffnet.

Initiativen für soziale Dorfentwicklung

In vielen Dörfern fehlt es an Treffpunkten und Möglichkeiten für Begegnungen. Die Fördermaßnahme „Soziale Dorfentwicklung“, die 2015 ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, Dorfgemeinschaften zu beleben und Potenziale zu nutzen. Diese Initiative zeigt, wie kreativ und tatkräftig Menschen Herausforderungen angehen können. So wurden bundesweit 36 Projekte mit bis zu 125.000 Euro unterstützt, die das soziale Miteinander in den Gemeinden stärken. Ein Beispiel ist das Projekt „Gemeinsam Aktiv“, wo Bürger ein Konzept zur Betreuung von Kindergartenkindern und älteren Menschen entwickelten.

Die Unterstützung von Ehrenamtlichen, Nachbarschaftshilfe und Vereinsstrukturen sind zentrale Erfolgsfaktoren, um die Lebensqualität in ländlichen Regionen zu verbessern. Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu engagieren – über lokale Organisationen, Freiwilligenmessen oder Online-Plattformen. Gerade in einer Zeit, in der die Gesellschaft vor zahlreichen Herausforderungen steht, ist das ehrenamtliche Engagement mehr denn je gefragt. Die Geschichten von Menschen wie Matthias Riemer zeigen, dass jeder Einzelne einen Unterschied machen kann.

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