In Waidhofen an der Thaya tut sich etwas ganz Besonderes für unsere kleinen stacheligen Freunde! Tierschutz Austria hat eine spannende Initiative ins Leben gerufen, die darauf abzielt, Österreichs längste „Igel-Straße“ zu schaffen. Die Idee dahinter? Tierfreundliche Gärten miteinander zu vernetzen, um den Igeln dringend benötigte Lebensräume zu bieten. Denn die Realität sieht oft düster aus: Igel sind auf private Gärten im Siedlungsraum angewiesen. Doch Zäune, Mauern und versiegelte Flächen unterbrechen ihre Wege und machen es ihnen schwer, sich fortzubewegen. Das ist nicht nur schade, sondern auch gefährlich für die Tiere.
Zusätzlich stellen der Einsatz von Pestiziden, Kunstdünger und Mährobotern sowie ungesicherte Gärten weitere Bedrohungen dar. Viele Menschen wissen oft nicht, wie sehr sie mit ihren Gartenpraktiken das Leben der Igel beeinflussen. Das Bewusstsein für diese Problematik zu schärfen, ist ein zentrales Ziel dieser Initiative. Wie viele Igel wirklich in Gefahr sind, zeigt sich auch in den alarmierenden Zahlen: Die Population des Westeuropäischen Igels, einer der beiden in Österreich vorkommenden Arten, ist in den letzten zehn Jahren um bis zu 50 Prozent geschrumpft.
Die Herausforderungen für Igel
Die Gründe für den Rückgang der Igelpopulation sind vielfältig. Bodenversiegelung durch Bebauung, intensive Landwirtschaft, die artenreiche Wiesen in Monokulturen verwandelt, und der Einsatz von Pestiziden, die die Nahrungsgrundlage der Igel vergiften, sind nur einige der Hauptursachen. Jährlich werden zudem tausende Igel im Straßenverkehr überfahren. Und dann gibt es noch den Trend zu „aufgeräumten“ Gärten, die immer weniger Unterschlupfmöglichkeiten bieten. Igel benötigen strukturreiche Lebensräume wie Hecken und naturnahe Gärten – das ist für ihr Überleben entscheidend.
Das Thema ist brisant, denn der Klimawandel macht die Situation nicht einfacher. Extreme Wetterbedingungen setzen den Igeln zusätzlich zu. Dabei spielen diese kleinen Tiere eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem: Sie helfen, Schädlinge zu bekämpfen und verbreiten Samen. Ohne sie könnte unser Gartenleben ganz anders aussehen.
Tipps für igelgerechte Gärten
Einen positiven Beitrag zum Schutz der Igel kann jeder leisten – und das ganz einfach! Wer auf schotterige Gärten und Pestizide verzichtet, kann viel zur Rettung der Igel beitragen. Ein naturnaher Garten mit blühenden Wiesen und Insektenhotels zieht nicht nur die kleinen Stachelritter an, sondern auch viele andere nützliche Tiere. Und wenn du beim Autofahren besonders in der Dämmerung achtsam bist, kannst du ebenfalls helfen, unnötige Unfälle zu vermeiden.
Am 2. Februar, dem „Tag des Igels“, ruft der Österreichische Tierschutzverein zur Unterstützung auf. Eine tolle Gelegenheit, um auf die Bedeutung dieser Tiere aufmerksam zu machen und aktiv zu werden. Jeder von uns kann dazu beitragen, dass die Igel nicht nur überleben, sondern auch in unseren Gärten wieder heimisch werden. So wird die Vision einer lebendigen, igelfreundlichen Nachbarschaft ein Stückchen mehr Wirklichkeit.
Für weitere Informationen über die Initiative von Tierschutz Austria und wie du selbst helfen kannst, besuche gerne die Webseite: hier.