Die Bäuerinnen und Bauern im Bezirk Waidhofen an der Thaya stehen vor großen Herausforderungen, die durch steigende Dieselpreise und eine angespannte Weltwirtschaft bedingt sind. Insbesondere der Konflikt im Nahen Osten hat spürbare Auswirkungen auf die Existenz der landwirtschaftlichen Betriebe in Niederösterreich. Diese Entwicklungen haben zu einem Anstieg der Betriebskosten geführt, während die Erlöse aus Milch, Fleisch und Getreide sinken. Der NÖ-Bauernbund fordert daher dringende Maßnahmen, um faire Wettbewerbsbedingungen für die Landwirte zu schaffen.
Die Situation wird zusätzlich durch das bevorstehende Auslaufen der Agrardieselmaßnahmen im Jahr 2025 verschärft. Ab diesem Zeitpunkt müssen die niederösterreichischen Betriebe mit hohen Treibstoffkosten rechnen, die im EU-Vergleich als exorbitant gelten. LKNÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager hat darauf hingewiesen, dass österreichische Bauern im internationalen Vergleich zu viel für Diesel bezahlen. Der NÖ Bauernbunddirektor Paul Nemecek warnt vor einem Abwärtstrend, da die Preise für landwirtschaftliche Produkte sinken, während die Kosten gleichzeitig steigen.
Stimmung unter den Landwirten
Das Stimmungsbild der Landwirte im Bezirk Waidhofen ist alles andere als positiv. Laut dem Bezirksbauernkammerobmann Christoph Kadrnoschka hören jährlich zwischen 30 und 35 Betriebe auf, was die Anzahl der aktiven Landwirtschaften im Bezirk auf rund 800 reduziert. Der durchschnittliche Dieselverbrauch in der Landwirtschaft liegt bei 70 bis 100 Litern pro Hektar, was die Abhängigkeit von diesem wichtigen Betriebsmittel verdeutlicht.
Um den Landwirten zu helfen, werden Seminare angeboten, die sich mit dem Thema Spritsparen befassen und versuchen, die Bauern für alternative Antriebssysteme zu sensibilisieren. Diese Technologien sind jedoch derzeit noch nicht wirtschaftlich einsetzbar, was die Abhängigkeit von herkömmlichem Diesel weiter verstärkt. Ein vergünstigter Diesel ist unerlässlich für die Bewirtschaftung der Felder und die Sicherstellung der Nahrungsmittelversorgung.
Vergleich zu anderen Ländern
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass die Energiesteuer-Entlastungen und das Preisniveau für Diesel in anderen Ländern stark variieren. In Deutschland liegt der Endkundenpreis für Diesel bei 1,65 € pro Liter, wobei staatliche Abgaben wie die Energiesteuer und der CO₂-Preis insgesamt 56% des Preises ausmachen. In Belgien ist Diesel sogar noch teurer, mit einem Preis von 1,75 € pro Liter, während dort die Bauern den günstigsten Agrardiesel erhalten.
In Österreich können Landwirte bis Ende Februar 2024 für jeden Liter Agrardiesel 21,48 Cent Energiesteuer vom Hauptzollamt erstatten lassen. Diese Rückvergütung wird jedoch ab 2025 auf nur noch 6,44 Cent pro Liter sinken, bevor sie ab 2026 wieder in voller Höhe eingeführt wird. Die anhaltenden Diskussionen über die Agrardieselrückvergütung und die Kfz-Steuerbefreiung in Deutschland haben bereits zu Protesten unter den Bauern geführt, was die Dringlichkeit der Situation unterstreicht.
Die Herausforderungen, vor denen die Bäuerinnen und Bauern im Bezirk Waidhofen an der Thaya stehen, sind Teil eines größeren Problems, das die Landwirtschaft in ganz Europa betrifft. Der Druck durch steigende Kosten und sinkende Erlöse gefährdet nicht nur die Existenz der Betriebe, sondern auch die Nahrungsmittelversorgung in der Region.
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