In Wiener Neustadt brodelt es in der Eissport-Szene. Die örtlichen Eissportvereine schlagen Alarm und kritisieren die katastrophalen Eislaufbedingungen für den Spitzensport. Eishockeyspieler der Mad Dogs, Eisschnellläufer von der Skate Union und Kunsteisläufer des EWN haben von April bis Oktober keine geeigneten Trainingsmöglichkeiten in der Region. Stattdessen müssen sie weite Strecken auf sich nehmen, um bessere Bedingungen in anderen Städten wie St. Pölten oder Bruck an der Leitha zu finden. Astrid Faber vom EWN berichtet von den langen Anfahrtszeiten, die für die Athleten mehr als nur eine Herausforderung darstellen.

Ein weiteres großes Problem ist die Friedrich-Fellerer-Kunsteisbahn in Wiener Neustadt, die nicht nur dachlos ist, sondern auch stark saisonabhängig betrieben wird. Dabei sind die Erfolge der Eissportler nicht zu übersehen: Bei der letzten Saison holten sie insgesamt 46 Gold-, 23 Silber- und 13 Bronzemedaillen. Das ist ein beeindruckendes Ergebnis, das unter diesen schwierigen Bedingungen noch bemerkenswerter ist. Die Verantwortlichen, darunter Gerhard Koller (Eishockeyverein), Thomas Nemeth (Skate Union) und Astrid Faber, fordern daher dringend eine neue Eishalle für Wiener Neustadt, die mindestens 6.000 Quadratmeter für zwei Eisflächen bieten sollte.

Politik und Eissportzentrum

Die politischen Versprechen der FPÖ, die während der Gemeinderatswahl gemacht wurden, scheinen bisher jedoch nicht eingelöst worden zu sein. „Wiener Neustadt bekommt eine neue Eissportanlage“, lautete das Versprechen, doch bis heute gibt es keine Fortschritte. Weder Areale noch Konzepte wurden vorgestellt. Philipp Gerstenmayer von der FPÖ kündigte an, dass Details zum neuen Projekt „Eissportzentrum“ im Sommer 2025 bekannt gegeben werden sollen. Allerdings bleibt der Zeitpunkt für weitere Informationen unklar. Aktuell sind Grundstücke im Blick, aber es handelt sich um Fremdgrundstücke – nicht um Stadteigentum. Das lässt die Hoffnung auf eine schnelle Lösung schwinden.

Wiener Neustadt hat über 100 Sportvereine und unterstützt rund 100 Sportevents pro Jahr. Das Sportmanagement der Stadt kümmert sich um die Verwaltung und Vergabe der Sportstätten und betreut die Vereine in Bezug auf Trainingsstätten, Meisterschaftsspiele und Turniere. Dabei wird die Jugendarbeit auch in Zeiten der Budgetkonsolidierung gefördert. Ab dem 1. Januar 2024 wird die Abwicklung der Sportbusmiete optimiert – eine kleine Erleichterung für die Vereine, die auf Transportmöglichkeiten angewiesen sind. Die Kosten für die Miete des Sportbusses betragen 40 Euro pro Tag, eine Kaution von 200 Euro in bar ist notwendig.

Der Blick in die Zukunft

Die Eissportler in Wiener Neustadt haben mit ihren beeindruckenden Leistungen bewiesen, dass sie nicht nur talentiert sind, sondern auch viel Potential haben. Doch ohne adäquate Trainingsbedingungen wird es schwierig, diese Talente weiterzuentwickeln. Die Stadt hat zwar zahlreiche Sportstätten, darunter 12 Fußballplätze, 11 Hallen und Turnsäle sowie weitere Einrichtungen, doch für den Eissport bleibt es weiterhin düster. Die Ankündigung von Förderungen für Hallenmieten und Betriebskosten könnte zwar eine Hilfe sein, doch die Dringlichkeit einer neuen Eishalle bleibt bestehen.

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Die Situation ist also angespannt, und die Eissportvereine warten weiterhin auf positive Nachrichten. Es bleibt abzuwarten, ob die politischen Versprechen bald in die Tat umgesetzt werden und ob die Eissportler endlich die Bedingungen erhalten, die sie für ihre sportlichen Erfolge benötigen. Wenn man bedenkt, was für eine Leidenschaft in diesem Sport steckt, könnte man fast sagen: Die Zeit drängt!