Integration und Neuanfang: Ljubisa und Fuad in Wiener Neustadt
Wiener Neustadt, eine Stadt mit einer bunten Geschichte, hat vor allem durch ihre Vielfalt einen besonderen Charme. Hier leben Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern, die ihre Geschichten und Erfahrungen mitbringen. So auch Ljubisa und Fuad, deren Lebenswege durch den Balkankrieg geprägt wurden. Beide Männer haben in Wiener Neustadt eine neue Heimat gefunden und sich dort eine Existenz aufgebaut.
Ljubisa, 48 Jahre alt, stammt aus Bosnien und Herzegowina. Er erinnert sich gut an die bewegten Zeiten des Balkankriegs, der 1991 begann. Am 26. Juni 1991 fielen die ersten Schüsse – ein schrecklicher Moment, der alles veränderte. Nach dem Sommer 1991 durfte Ljubisa nicht mehr nach Brčko zurückreisen, was für ihn eine tiefe Zäsur bedeutete. Er hat drei Söhne und betreibt heute eine Autolackiererei in Wiener Neustadt. Als Kind besuchte er seine Eltern, die als Gastarbeiter in der Stadt lebten. Die Teilung seiner Heimatstadt in Bosnier, Serben und Kroaten hinterließ Spuren, doch Ljubisa fand schnell Fuß in seiner neuen Heimat. Mit Hilfe einer Lehrerin erlernte er die deutsche Sprache, absolvierte die Hauptschule, ein Polytechnikum und eine Lehre.
Ein neues Leben in Wiener Neustadt
Fuad, 63 Jahre alt und ebenfalls aus Bosnien, hat seine eigene, bewegende Geschichte. 1992 musste er mit seiner Frau und seiner zehn Monate alten Tochter fliehen. Zuerst landeten sie in Salzburg, dann folgten Traiskirchen und schließlich eine Flüchtlingspension in Edlitz. Während der Flucht war er am Bau tätig und fand schließlich vor rund 25 Jahren ein neues Zuhause in Wiener Neustadt. Ironischerweise blieb sein eigenes Zuhause in Bosnien unversehrt, das seiner Schwiegereltern jedoch wurde zerstört. Fuad pendelt regelmäßig zwischen seinem Heimatdorf und Wiener Neustadt und hat es geschafft, hier eine neue Existenz aufzubauen.
Beide Männer sind ein lebendiges Beispiel für Integration und Neuanfang. Trotz der schweren Erinnerungen an den Krieg haben sie in Wiener Neustadt ein Leben geschaffen, das geprägt ist von harter Arbeit und der Unterstützung der Gemeinschaft. So haben sie nicht nur sich selbst, sondern auch ihren Familien eine Perspektive gegeben. Die Stadt hat ihnen eine herzliche Aufnahme geboten und ermöglicht, was viele als unmöglich erachtet hätten.
Wiener Neustadt zeigt, wie wichtig es ist, Menschen aus verschiedenen Kulturen und mit unterschiedlichen Geschichten eine Chance zu geben. In einer Welt, in der oft Konflikte und Missverständnisse im Vordergrund stehen, sind Geschichten wie die von Ljubisa und Fuad eine wertvolle Erinnerung daran, wie vielschichtig und bereichernd Vielfalt sein kann. Die Stadt hat nicht nur neue Bürger gewonnen, sondern auch neue Geschichten, die es wert sind, erzählt zu werden. Mehr über ihre bewegenden Geschichten erfahren Sie hier.
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