Heute ist der 25.06.2026 und wir blicken auf eine spannende Initiative im Waldviertel, die nicht nur die Kartoffelproduktion revolutioniert, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet. Auf dem Wurmhof in Zwettl, einem kleinen, aber feinen Biohof, haben sich die Regenwürmer zu echten Stars entwickelt. Hier werden rund zwei Millionen dieser kleinen Helferlein gehalten, die ursprünglich mal als 80.000 im Jahr 2009 starteten. Der Wurmhof produziert Regenwurmhumus, der als Geheimwaffe für den Kartoffelanbau gilt. Warum das wichtig ist? Nun, Kartoffeln sind in Österreich ein beliebtes Lebensmittel, jeder von uns verzehrt etwa 50 kg pro Jahr!

Im Waldviertel haben Kartoffeln sogar eine besondere kulturelle Bedeutung. Der Anbau ist hier seit etwa 1740 nachweisbar. Ursprünglich wurden die Knollen als Zierpflanze gehalten, bis man ihre Nahrhaftigkeit entdeckte. Das Klima und die sandigen Böden im Waldviertel bieten optimale Bedingungen für den Anbau. Humus – und hier kommt der Wurmhof ins Spiel – spielt eine zentrale Rolle. Er liefert nicht nur Nährstoffe wie Huminsäuren, Mikroorganismen, Mineralstoffe und Enzyme, sondern verbessert auch die Bodenstruktur und steigert die Fruchtbarkeit langfristig.

Die Vielfalt der Kartoffeln

Am Wurmhof werden verschiedene Kartoffelsorten angebaut. Darunter die festkochende „Ditta“ und die mehlige „Melody“. Außerdem finden sich bunte Sorten wie „Fred“ und „Violet Star“, die zwar weniger ertragreich sind, aber geschmacklich intensiv überzeugen können. „Fred“ ist seit 2024 in Österreich zugelassen und hat das besondere Talent, seine Färbung auch nach dem Kochen zu behalten. Mit diesen bunten Kartoffeln beliefert der Wurmhof die Gastronomie in Westösterreich und bringt ein bisschen Farbe und Geschmack auf die Teller.

Das Besondere an der Humusproduktion ist auch, dass sie im Biolandbau erfolgt, wo chemische Mittel tabu sind. Unkrautbekämpfung geschieht mechanisch – das ist ehrliche Handarbeit! Die Kartoffelpflanzung erfolgt im Frühjahr und die Erntezeit zieht sich von April bis Oktober. Bei optimalen Bedingungen sind die Kartoffeln etwa ein Jahr lagerfähig. Das ist nicht nur praktisch, sondern sorgt auch für frische Produkte durch die ganze Saison hindurch.

Bildung und Regionalität

Gaby Thaller, die Betreiberin des Wurmhofs, ist nicht nur eine leidenschaftliche Kartoffelbauern, sondern auch eine engagierte Pädagogin. Sie bietet mit der „Schule am Bauernhof“ Bildungsangebote an, um Kindern den Bezug zu Lebensmitteln näherzubringen. „Wir müssen den Import von (Früh-)Kartoffeln hinterfragen“, sagt sie und appelliert an die Konsumenten, regionale Produkte zu wählen. Das ist ein wichtiger Aspekt, denn je mehr wir regionale Produkte unterstützen, desto nachhaltiger wird die Landwirtschaft in unserer Umgebung.

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Die Humusproduktion ist nicht nur eine zentrale wirtschaftliche Säule des Wurmhofs, sondern hat auch weitreichende ökologische Vorteile. Humus entsteht durch die Zersetzung organischer Substanz und ist ein Multitalent im Boden. Er speichert Wasser, schützt vor Nährstoffauswaschung und verbessert die Bodenstruktur. Das ist besonders wichtig in einer Zeit, in der Klimaschutz und nachhaltige Landwirtschaft mehr denn je im Fokus stehen.

Humus hat ein hohes Wasserspeichervermögen – bis zu fünf Mal seines Gewichts kann er an Wasser speichern. Ein gut mit Humus versorgter Boden kann etwa 75 Liter Wasser pro Quadratmeter Fläche und 30 Zentimeter Tiefe speichern. Das ist nicht nur gut für die Pflanzen, sondern auch für die gesamte Umwelt. Wenn wir also das nächste Mal eine Kartoffel auf dem Teller haben, sollten wir vielleicht einen Gedanken an die kleinen, fleißigen Regenwürmer und die Menschen hinter dem Wurmhof verschwenden, die mit viel Liebe und Hingabe dafür sorgen, dass unsere Teller gefüllt sind. Weitere Informationen über die Rolle von Humus in der Landwirtschaft finden Sie in diesem Artikel über Humus.

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