Im malerischen Zwettl, wo Geschichte und Kultur aufeinandertreffen, gibt es Neuigkeiten aus dem Zisterzienserstift. Johannes Maria Szypulski hat seinen Rücktritt als Abt des Stifts angekündigt, und zwar zum Ende des kommenden Oktobers 2026. Anlässlich seines 70. Geburtstags am 25. Juni 2026 bot er diesen Rücktritt gemäß den Konstitutionen der Österreichischen Zisterzienserkongregation an. Abtpräses Pius Maurer hat sich bereits um das Votum der Mitbrüder von Stift Zwettl gekümmert, und die schriftliche Abstimmung hat ergeben, dass der Konvent eine Neuwahl befürwortet.

Szypulski, der 1982 in das Stift eintrat und 1985 zum Priester geweiht wurde, hat in seiner Amtszeit viel für die Gemeinschaft geleistet. Pius Maurer dankte ihm für seinen langjährigen Einsatz und hob besonders die zahlreichen Restaurierungen im Stift hervor. Ein Highlight war die feierliche Eröffnung des neu gestalteten Abteihofs und Kreuzgartens, die Szypulski selbst vornahm. Unter seiner Leitung wurde das Stift auch Teil des europäischen Kulturwanderwegs „Cisterscapes“, was die kulturelle Bedeutung des Klosters unterstreicht.

Der Weg zu seiner Abtswürde

Johannes Maria Szypulski stammt aus Polen und hat eine bewegte Karriere hinter sich. Nachdem er am Priesterseminar in Płock studiert hatte, begann er 1982 das Noviziat bei den Zisterziensern in Stift Zwettl. Er war lange Zeit als Präfekt der Sängerknaben und Novizenmeister aktiv, bevor er 1992 in die Pfarrseelsorge in Großinzersdorf und Loidesthal ging. Im Juni 2017 wurde er dann zum Abt gewählt, Nachfolger von Wolfgang Wiedermann, und erhielt die Abtsbenediktion von Bischof Klaus Küng.

Ein Blick auf seine Erfolge zeigt, dass Szypulski nicht nur ein spiritueller Führer, sondern auch ein Verfechter der Kultur und Bildung im Waldviertel war. Unter seiner Leitung hat sich die Mönchsgemeinschaft, die aktuell aus zwölf Mitgliedern besteht, stark engagiert und seelsorgliche Dienste in der Umgebung geleistet. Das Stift ist darüber hinaus unternehmerisch in der Forst- und Teichwirtschaft aktiv und bekannt für die Zucht der Waldviertler Karpfen. Eine Vielfalt an Aufgaben, die Szypulski mit Bravour gemeistert hat.

Das Stift im Wandel der Zeit

Das Zisterzienserstift Zwettl ist nicht nur das weltweit drittälteste durchgehend bestehende Zisterzienserkloster, sondern auch ein Ort voller Geschichte. Gegründet im Jahr 1138, hat es viele Veränderungen erlebt. Die erste romanische Klosterkirche wurde 1159 geweiht, und im 14. Jahrhundert wurde sie durch einen gotischen Bau ersetzt. Die Barockzeit brachte eine Erneuerung mit sich, und im 20. Jahrhundert überstand das Kloster die beiden Weltkriege sowie die NS-Zeit weitgehend unbeschadet. So ist es kein Wunder, dass das Stift bis heute als Kultur- und Bildungszentrum im Waldviertel geschätzt wird.

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Die Österreichische Zisterzienserkongregation, zu der Stift Zwettl gehört, hat eine spannende Geschichte. Sie wurde im 17. Jahrhundert gegründet und umfasst heute sieben Klöster, die sich durch eine besondere Gemeinschaft und Tradition auszeichnen. Diese Tradition wird fortgeführt und gelebt, auch wenn die Herausforderungen der modernen Zeit nicht zu unterschätzen sind.

Mit Szypulskis Rücktritt beginnt ein neuer Abschnitt für das Stift Zwettl. Es bleibt abzuwarten, wer als neuer Klostervorsteher gewählt wird und wie sich die Gemeinschaft weiterhin entwickeln wird. Eines ist sicher: Die Fußstapfen von Johannes Maria Szypulski sind groß, und sein Beitrag wird in der Geschichte des Klosters einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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