Ein tragischer Unfall ereignete sich am Samstagnachmittag in Allentsteig, im Bezirk Zwettl. Dort kam es zu einem Zusammenstoß zwischen einem Auto und einem Güterzug auf einem Bahnübergang der Franz-Josefs-Bahn. Die schrecklichen Folgen dieser Kollision sind kaum zu fassen: Zwei Eltern, 39 und 34 Jahre alt, verloren ihr Leben, während ihre zweijährige Tochter, die im Kindersitz im Fond des Fahrzeugs saß, mit leichten Verletzungen ins Landesklinikum Krems geflogen wurde.

Der Unfall ereignete sich gegen 16:00 Uhr an einem mit Lichtzeichen gesicherten Übergang. Das Auto, gelenkt von der 34-jährigen türkischen Staatsbürgerin, wollte auf der L75 die Gleise queren, übersah offenbar das Rotlicht und wurde von einem Güterzug erfasst, der in Richtung Gmünd unterwegs war. Die Eltern starben noch an der Unfallstelle, während die Feuerwehr mit mehr als 50 Kräften aus Allentsteig, Göpfritz, Schwarzenau und Thaua im Einsatz war, um das Fahrzeug vom Zug zu trennen. Der Lokführer, 45 Jahre alt und aus dem Bezirk Oberwart, blieb zwar unverletzt, erlitt jedoch einen Schock und wurde betreut. Die Streckenunterbrechung zwischen Göpfritz an der Wild und Allentsteig dauerte etwa drei Stunden, bis sie kurz nach 19:00 Uhr aufgehoben wurde. Ein Schienenersatzverkehr zwischen Göpfritz und Gmünd wurde eingerichtet.

Ermittlungen und frühere Unfälle

Die Polizei war mit drei Streifen vor Ort, während die Erhebungen zur Unfallursache andauern. Interessanterweise gibt es Hinweise auf frühere Unfälle am selben Übergang. 2015 starb ein Lokführer, als ein Sattelzug auf dem Übergang stecken blieb. Und im Jahr 2019 wurde ein Auto, das ebenfalls das Rotlicht ignorierte, von einem Zug erfasst – damals gab es glücklicherweise nur Sachschaden.

Die Tragödie wirft ein Licht auf die Sicherheit an Bahnübergängen, die in ganz Österreich und darüber hinaus ein großes Problem darstellen. An den rund 16.000 Bahnübergängen im DB-Netz sind Unfälle mit Toten und Verletzten leider keine Seltenheit. Schätzungen zufolge wird im Jahr 2025 ein neuer Höchststand an Unfällen an Bahnübergängen erwartet. Bis Ende August 2025 starben in Deutschland bereits 36 Menschen, und 188 wurden bei Unfällen auf bundeseigenen Strecken verletzt.

Auf der Suche nach Lösungen

Die Zahl der Bahnübergänge ist seit 2010 um fast ein Fünftel gesunken, doch die Anzahl der Unfälle stagniert – das ist eine besorgniserregende Entwicklung. DB-Sprecher Achim Stauß sagte, dass jeder Unfall, jeder Verletzte und Tote zu viel sind. Die Bahn bemüht sich, die Zahl der Übergänge weiter zu reduzieren, doch oft sind die verbleibenden Übergänge schwerer zu ersetzen. Eric Schöne von der TU Dresden sieht ebenfalls keine wesentlichen Verbesserungen der Sicherheit an bestehenden Bahnübergängen und fordert mehr finanzielle Mittel sowie Zeit für die Beseitigung problematischer Übergänge.

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Eine Lösung könnte die technische Sicherung von Bahnübergängen sein. Schöne schlägt vor, mehr Übergänge mit Nachwarnsystemen auszustatten, die bei menschlichem Versagen automatisch Schranken schließen. Es bleibt zu hoffen, dass solche Maßnahmen bald ergriffen werden, um zukünftige Tragödien zu verhindern. Es ist einfach unfassbar, wie oft Unfälle durch Fehlverhalten von Straßenverkehrsteilnehmern verursacht werden – in über 95% der Fälle ist dies der Grund für die Kollisionen. So viele Leben könnten gerettet werden, wenn hier mehr Sensibilität und Aufmerksamkeit herrschen würden.

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