Im Kunstraum Valentinum in Braunau geht es momentan hoch her – und das bis Ende Juni! Hier findet eine bemerkenswerte Ausstellung des Künstlers Farid Sabha statt, die sich mit Großformaten und Buchobjekten beschäftigt. Wer also auf der Suche nach einer kreativen Inspiration ist, sollte sich den Weg dorthin nicht entgehen lassen. Immerhin hat der Künstler während der Ausstellung die Möglichkeit, vor Ort zu arbeiten, was eine ganz besondere Atmosphäre schafft. Man kann förmlich spüren, wie die Farben auf die Leinwand fließen!

Sabhas Werke sind dabei alles andere als gewöhnlich. Laut dem Kurator der Kunsthalle Krems, Andreas Hoffer, sind sie „intim, stark, weich, verstörend, ungewohnt und sensibel“. Die Bilder ziehen den Betrachter in ihren Bann und laden dazu ein, sich näher mit ihnen zu beschäftigen. Besonders auffällig ist der intensive Farbauftrag und die reduzierte Formensprache. Farbschichten, die sich überlagern und manchmal transparent wirken, dann wieder kräftig, geben den Arbeiten eine spannende Tiefe.

Einblicke in die Technik

Farid Sabha verwendet für seine Malerei eine spezielle Technik, die Eitempera, bei der er Pigmente mit Ei auf Materialien wie Papier, Platten und Bücher aufträgt. Diese Methode verleiht seinen Arbeiten eine mattschimmernde Oberfläche und eine pudrige Eleganz. Interessanterweise hat der Künstler auch etwa 50-60 kleine Bücher erstellt, die als Farbabstrichlexikon dienen. In diesen Büchern kann er Farben auf kleinem Format ausprobieren und hat unzählige Seiten gestaltet. Einige dieser Werke wurden bereits 2001 im Essl Museum präsentiert und sind nun in Vitrinen an der Wand zu bewundern. Es ist eine wahre Freude, ihn dabei zu beobachten, wie er die Bücher herausnimmt und mit den bemalten Seiten und Motiven spielt.

Der Prozess des Vermalens der Pigmente mit Eidotter oder Leinöl ist integraler Bestandteil dieser Ausstellung. Es wird deutlich, dass die Bücher für Sabha nicht nur einfache Objekte sind, sondern eine Quelle für malerische Ideen und eigenständige Kunstwerke darstellen. Die Seiten werden ohne Rücksicht auf den Inhalt bearbeitet – grafische Elemente haben großen Einfluss auf die Malerei. Es ist faszinierend, wie sich der Satzspiegel im Laufe der Arbeit als immer weniger wichtig erweist. Es gibt eine gewisse Freiheit in dieser Herangehensweise, die man spüren kann!

Öffnungszeiten und besondere Besuche

Die Ausstellung ist von Freitag bis Sonntag zwischen 16 und 19 Uhr geöffnet und läuft bis zum 28. Juni. Wer es nicht schafft, während dieser Zeiten vorbei zu schauen, hat die Möglichkeit, einen Besuch außerhalb der Öffnungszeiten nach telefonischer Vereinbarung zu planen. Es lohnt sich wirklich, einen Blick auf die Werke von Farid Sabha zu werfen. Seine Malerei ist nicht nur ein Fest für die Augen, sondern auch ein spannendes Spiel mit Farben und Formen, das einen in die künstlerische Welt entführt.

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Und wie gesagt, Eitempera ist eine der ältesten Techniken zur Herstellung von Malfarben. Sie hat eine lange Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Die Verwendung von Eiklar und Eigelb als Bindemittel zeigt sich auch in der Buchmalerei, und die Techniken wurden im Laufe der Jahrhunderte weiter verfeinert. Giotto di Bondone und seine Schule haben im 13. Jahrhundert die mit Ölen gebundene Tempera reformiert, was zu den dünnen, schnell trocknenden Schichten führte, die wir heute in der Ikonenmalerei und der Tafelmalerei wiederfinden.

Farid Sabha hat mit seiner sensiblen und eigenständigen Herangehensweise an Farbe und Form ein beeindruckendes Werk geschaffen, das uns alle in seinen Bann zieht. Man sollte sich also die Gelegenheit nicht entgehen lassen, dieses Spektakel in Braunau zu erleben!

Für weitere Informationen zur Ausstellung und zu Farid Sabha, besuche auch die Quelle.