Internationales Karate-Turnier in Straßwalchen ehrt Norio Kawasoe
Am letzten Wochenende, genauer gesagt am 30. und 31. Mai, fand in Straßwalchen ein ganz besonderes Event statt – das internationale Karate-Turnier, das zu Ehren des verstorbenen Bundestrainers Norio Kawasoe ausgetragen wurde. Ein Highlight im Turnierkalender, das Athleten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz anlockte. Es war ein buntes Treiben, wo die Karateka in einem traditionellen Rahmen gegeneinander antraten, ganz ohne Gewichtsklassen und mit einem klaren Fokus auf die Essenz des Karate. Ohne Hand- oder Beinschützer, dafür aber mit einem fairen Wettkampfgeist, der die gesamte Veranstaltung durchzog.
Insgesamt waren knapp 100 Teilnehmer am Start, und die Atmosphäre war von Respekt und Kampfgeist geprägt. Die Wertung erfolgte nach dem Prinzip des Ippon, was für die Zuschauer und Kämpfer gleichermaßen spannend war. Am ersten Wettkampftag durften sich die Athleten ohne Schwarzgurte messen, wobei Handschützer erlaubt waren. Bei so vielen unterschiedlichen Altersklassen war die Vielfalt der Teilnehmer wirklich beeindruckend.
Erfolge aus Braunau
Besonders die beiden Vereine aus dem Bezirk Braunau, Tokon Braunau und Koshin St. Georgen am Fillmannsbach, stachen hervor. Nepomuk Werni aus St. Georgen sicherte sich die Silbermedaille im Kata-Bewerb der Kinder, während Stefan Sporer ebenfalls Silber im Kumite der Erwachsenen gewann. Am Sonntag folgte dann der Bewerb der Nationalmannschaften, in dem die Spannung beträchtlich anstieg – knapp 60 Athleten kämpften um den Sieg.
Florian Schnitzinger und Dominik Pireder aus Koshin St. Georgen waren für Österreich nominiert. Schnitzinger, der im Kata-Bewerb das Finale erreichte, konnte sich über den ersten Platz freuen. Dominik Pireder sprang kurzfristig für ein verletztes Teammitglied im Kata-Team-Bewerb ein, was sich als goldrichtig herausstellte, denn das Team gewann Gold. Aber das war noch nicht alles: Schnitzinger entschied auch den letzten Kampf im Kumite gegen Deutschland für sich und trug so maßgeblich zum Gesamtsieg Österreichs bei. Für seine vier Goldmedaillen erhielt Schnitzinger eine besondere Auszeichnung. Das Turnier verdeutlichte die hohe Qualität der heimischen Karate-Vereine auf internationalem Niveau.
Ein Wochenende voller Herausforderungen
Das Karate-Turnier war nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern bot auch eine Plattform für den Austausch unter den Karateka. Die Schiedsrichter achteten darauf, dass alle Techniken regelkonform waren, und sorgten für eine faire Bewertung in den Kategorien „Kata Einzel“, „Kumite Einzel“ und Team-Bewerbe. In diesem Jahr war die Atmosphäre, die von Fairness und Respekt geprägt war, besonders spürbar. Betreut wurden die Meisterschaften von Rikuta Koga Shihan (9. Dan), der mit seiner Erfahrung den Teilnehmern wertvolle Tipps geben konnte.
Ein weiterer interessanter Punkt ist die Entwicklung des Karate auf internationaler Ebene. Die Karate-Weltmeisterschaften, organisiert von der World Karate Federation (WKF), sind die größten und bedeutendsten Wettkämpfe in dieser Sportart. Die erste WM fand 1970 in Tokio statt, und seitdem wird alle zwei Jahre um die Titel gekämpft. Der Karate-Weltverband, der seit 1980 auch Damenwettkämpfe organisiert, hat sich als einzige vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannte Organisation etabliert. Ab 2024 werden die Team-Wettbewerbe in einem neuen Format stattfinden, was die Vorfreude auf kommende Events noch steigert.
Insgesamt lässt sich sagen, dass das Wochenende in Straßwalchen ein voller Erfolg war. Es war nicht nur ein Wettkampf, sondern auch ein großes Fest der Gemeinschaft und des Karate. Die Teilnehmer, egal ob jung oder alt, hatten die Möglichkeit, sich gegenseitig zu unterstützen und voneinander zu lernen. Der Ausblick auf zukünftige Turniere ist vielversprechend, und die Karate-Community kann sich auf spannende Entwicklungen freuen.
