In den letzten Monaten hat sich die Stimmung im Innviertel merklich eingetrübt, vor allem wenn es um die Gesundheitsversorgung geht. Ein aktueller Bericht zeigt, dass mehr als die Hälfte der Mitglieder der Arbeiterkammer im Innviertel mit der medizinischen Versorgung unzufrieden ist. Die Zufriedenheitswerte haben einen neuen Tiefststand erreicht – nur 42 Prozent der Befragten aus den Bezirken Braunau, Ried und Schärding sind mit dem Gesundheitssystem zufrieden. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als im Vorjahr!
Was ist da los? Die Menschen fühlen sich stark belastet durch die langen Wartezeiten auf Facharzt-, Untersuchungs- oder OP-Termine. Ein erschreckendes Ergebnis: 50 Prozent der Befragten geben an, stark oder sehr stark unter diesen Wartezeiten zu leiden. Viele berichten sogar, keinen Termin für ein Arztgespräch erhalten zu haben, da keine neuen Patienten aufgenommen werden. Das ist besonders frustrierend, wenn man bedenkt, dass ein Drittel der Befragten länger als drei Monate auf einen operativen Eingriff warten musste. Und wenn man dann keinen Termin in einer Kassenordination bekommt? Viele weichen auf Wahl- und Privatärzte aus, was die finanzielle Belastung für viele chronisch kranke Menschen noch verstärkt.
Forderungen der Arbeiterkammer
AK-Präsident Andreas Stangl schlägt Alarm und warnt, dass die Gesundheitsversorgung zunehmend vom Einkommen abhängt. Um die Situation zu verbessern, fordert die Arbeiterkammer Oberösterreich eine Reihe von Maßnahmen: Kürzere Wartezeiten, faire Terminvergabe, Nachbesetzung offener Kassenstellen und den Ausbau von Primärversorgungszentren. Auch sollte für Versicherte, die auf Wahlärzte ausweichen müssen, ein voller Kostenersatz gewährleistet werden. Stangl betont, dass eine klare Mehrheit der Arbeitnehmer als Versicherte in der Österreichischen Gesundheitskasse vertreten sein sollte und die Verwaltung der Beiträge regional geschehen sollte – dort, wo die Menschen arbeiten und leben.
Darüber hinaus zeigt eine Umfrage, dass 24 Prozent der Befragten wenig bis gar nicht zufrieden mit der Gesundheitsversorgung sind. Diese zunehmende Unzufriedenheit ist kein Einzelfall; sie zieht sich durch ganz Oberösterreich. Es ist klar, dass die Menschen eine gerechtere und qualitativ hochwertigere Gesundheitsversorgung für alle im Innviertel erwarten.
Die Situation wirft viele Fragen auf. Immer mehr Menschen fühlen sich von dem Gesundheitssystem im Stich gelassen. Es bleibt abzuwarten, ob und wann die geforderten Maßnahmen umgesetzt werden und ob dies den leidenden Patienten tatsächlich helfen kann. Der Druck auf die Gesundheitsversorgung wächst, und die Stimmen der Betroffenen müssen gehört werden.