Heute, am 1. Juni 2026, wird weltweit der Weltmilchtag gefeiert. In Österreich, genauer gesagt in den Bezirken Eferding und Grieskirchen, haben die Freien Bauern und die FPÖ die Gelegenheit genutzt, um auf die immense Bedeutung der regionalen Milchwirtschaft hinzuweisen. Diese Branche ist nicht nur wichtig für die Versorgungssicherheit, sondern auch für Arbeitsplätze und die Pflege unserer Kulturlandschaft. Es ist doch klar: Ohne die Milchbauern wäre vieles anders. Alois Ganglmayr, der Bezirksobmann der Freien Bauern, legt besonderen Wert auf die hochwertigen, gentechnikfreien Lebensmittel, die aus den heimischen Milchbetrieben kommen. Ein echter Grund zur Freude!
Doch es gibt auch Schattenseiten. Ganglmayr äußert berechtigte Kritik an den steigenden Kosten, zusätzlichen Auflagen und dem wachsenden Wettbewerbsdruck, die die Milchwirtschaft stark belasten. „Wir brauchen weniger Bürokratie und realistische Vorgaben aus Brüssel“, fordert er eindringlich. Auch der FPÖ-Bezirksparteiobmann Wolfgang Klinger schließt sich an und betont die Notwendigkeit von fairen Erzeugerpreisen sowie Planungssicherheit für die Milchbauern. Hier wird klar, dass es nicht nur um die Milch selbst geht, sondern um die gesamte Infrastruktur, die dahinter steckt. [Quelle]
Herausforderungen in der Milchwirtschaft
Die Herausforderungen, vor denen die Milchviehhalter stehen, sind nicht nur lokal. Auch in anderen Regionen wie Baden-Württemberg sieht es nicht viel besser aus. Dort belasten sinkende Erzeugerpreise und steigende Produktionskosten die Milchviehhaltung enorm. Der Landesbauernverband fordert anlässlich des Tags der Milch verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Milchviehbetriebe. Ein Pressegespräch auf dem Betrieb der Familie Keller in Gutenzell-Hürbel thematisierte aktuelle Marktlagen und die Zukunft der regionalen Milchproduktion.
Die Zahlen sind alarmierend: Seit 2010 hat sich die Zahl der Milchviehbetriebe in Baden-Württemberg mehr als halbiert. 2025 sollen nur noch 4.890 Betriebe mit 301.100 Milchkühen existieren. Das ist ein dramatischer Rückgang, der auch Auswirkungen auf die Selbstversorgung hat. Der Selbstversorgungsgrad mit Milchprodukten liegt unter 60 Prozent. Und das, obwohl der Pro-Kopf-Verbrauch ansteigt! Roswitha Geyer-Fäßler, Vizepräsidentin des LBV, macht einen wichtigen Punkt: „Der Preiswettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel honoriert die Leistungen der Milchviehhalter nicht.“ Hier wird klar, dass es nicht nur um die Milch selbst geht, sondern um die gesamte Infrastruktur, die dahinter steckt.
Die Zukunft der Milchproduktion
Die Milchviehhaltung nutzt 40 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Baden-Württemberg und trägt zur Kulturlandschaft sowie zur regionalen Wertschöpfung erheblich bei. Umso wichtiger ist es, dass Politik, Handel und Gesellschaft ein klares Bekenntnis zur heimischen Tierhaltung abgeben. Der LBV fordert faire Erzeugerpreise und weniger Bürokratie. Nur so können Investitionen in moderne Tierhaltung getätigt werden. Der Betrieb der Familie Keller ist ein Beispiel für moderne Landwirtschaft: 340 Milchkühe, fünf Melkroboter und eine energieautarke Versorgung durch Biogas- und Photovoltaikanlage zeigen, was möglich ist.
In einer Zeit, in der die Herausforderungen für die Milchwirtschaft immer größer werden, bleibt zu hoffen, dass sich die politischen Rahmenbedingungen bald verbessern. Die Milchbauern haben es verdient, dass ihre Arbeit wertgeschätzt wird. Schließlich sind sie es, die uns jeden Tag mit frischer Milch und hochwertigen Produkten versorgen.
