In einer bemerkenswerten Initiative haben 40 Frauen aus ganz Oberösterreich an der „Bewirkwerkstatt 2030“ teilgenommen, die von Oktober 2025 bis März 2026 stattfand. Diese Veranstaltung, die acht Module umfasste, zielt darauf ab, Frauen zu ermutigen, ihre Talente und Ideen in die Tat umzusetzen. Unter den Absolventinnen befinden sich auch die beiden Freistaedterinnen Karin Kolm und Andrea Navarro Quezada. Die Zertifikate wurden Ende April verliehen – was für ein Grund zum Feiern!

Die Module der Bewirkwerkstatt behandelten zentrale gesellschaftliche Fragen, Megatrends und politische Entscheidungsprozesse auf Gemeinde- und Landesebene. Der Fokus lag klar auf der Umsetzung von Ideen in konkrete Projekte. Die Teilnehmerinnen erhielten wertvolle Werkzeuge für die Beteiligung an gesellschaftlichen Prozessen, Präsentationstechniken, Initiativenarbeit und Kommunikation. Von klassischer Medienarbeit über digitale Sichtbarkeit und Social Media bis hin zu KI – die Themen waren vielfältig und spannend.

Stärkung der Frauenstimmen

Die Frauen-Landesrätin Christine Haberlander betonte bei der Abschlussveranstaltung die Wichtigkeit, dass Frauen ihre Talente selbstbewusst nutzen. Sie hat die Initiative ins Leben gerufen und damit einen wichtigen Schritt in Richtung Gleichstellung gesetzt. Beate Zechmeister, die Leiterin des Frauenreferats Oberösterreich, hob hervor, wie wichtig die kontinuierliche Arbeit und die Entwicklung tragfähiger Projekte sind. Hier wird deutlich, dass es nicht nur um die Teilnahme geht, sondern um eine echte Stärkung der Stimmen von Frauen, die sich in die Gesellschaft einbringen wollen.

Das Programm, das unter dem Hashtag #BeWirkwerkstatt bekannt ist, bietet eine strukturierte Ausbildung, die sowohl online als auch vor Ort stattfand. Die Themen reichen von Medienkompetenz über ethisches Handeln bis hin zu Bürgerbeteiligung und Megatrends. Diese Inhalte sind nicht nur für engagierte Frauen von Bedeutung, sondern auch für jene, die noch am Anfang ihrer politischen Reise stehen.

Herausforderungen für Frauen in der Politik

Leider zeigt die Realität, dass Frauen in der Politik nach wie vor unterrepräsentiert sind. So beträgt der Frauenanteil im Deutschen Bundestag im März 2025 gerade einmal 32,4%. Auch in den Landesparlamenten sind es nur 33,2% Frauen, und in Kommunalparlamenten liegt der Anteil sogar bei nur 30,5%. Die Zahlen sind alarmierend, besonders wenn man bedenkt, dass Frauen mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. Die Herausforderungen sind vielfältig: Vereinbarkeit von Beruf und Familie, eine nach wie vor männlich dominierte politische Kultur und nicht zuletzt die Erfahrungen von sexueller Belästigung, die 40% der Politikerinnen berichten – bei den jüngeren unter 45 Jahren sind es sogar 60%.

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Um diesen Missständen entgegenzuwirken, werden verschiedene Programme ins Leben gerufen. Ein Beispiel ist das „Kommunale Aktionsprogramm – Frauen in der Politik“, das Mentoring-Programme und Vernetzung bietet. So sollen Frauen in ländlichen Regionen stärker unterstützt werden, um die Gleichstellung in der Politik voranzutreiben.

Die Bewirkwerkstatt 2030 ist ein kleiner, aber bedeutender Teil dieses größeren Bildes, in dem Frauen ermutigt werden, ihre Stimme zu erheben und aktiv an der Gestaltung ihrer Gemeinden und darüber hinaus mitzuwirken. Die Resonanz auf die Initiative war positiv, auch wenn die Anmeldefrist bereits abgelaufen ist. Viele Bewerbungen kamen aus ländlichen Regionen, was zeigt, dass das Bedürfnis nach solchen Angeboten groß ist.