In Freistadt gibt es erfreuliche Nachrichten: Das Finanzamt bleibt uns erhalten! Der Minister hat nach einer Anfrage klargestellt: „Keine Schließung“. Das ist eine Erleichterung für viele Bürger und Unternehmen, die auf die Dienste des Finanzamts angewiesen sind. Diese Klarstellung kommt zu einem Zeitpunkt, in dem die Bürokratie in Österreich für viele Unternehmen ein drückendes Thema ist. Jährlich entstehen durch bürokratische Hürden Kosten von unglaublichen 21,1 Milliarden Euro – das sind etwa 669 Euro pro Sekunde. Kein Wunder, dass kleine Betriebe besonders unter Druck stehen, denn sie müssen sich mit einem enormen bürokratischen Aufwand auseinandersetzen.

Die Zahlen sprechen für sich: Unternehmen in Österreich verbringen zusammen etwa 320 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr mit Bürokratie. Das entspricht fast 200.000 Vollzeitkräften, die nicht für produktive Tätigkeiten zur Verfügung stehen. Eine Studie im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich hat die Bürokratiebelastung im Gewerbe und Handwerk näher untersucht. Dabei wurden 1.535 Unternehmensantworten aus allen Bundesländern ausgewertet. Die Ergebnisse sind alarmierend und zeigen, dass der bürokratische Druck in den letzten Jahren zugenommen hat.

Bürokratie als Standortnachteil

Die Unternehmen investieren jährlich rund 70 Millionen Arbeitsstunden in bürokratische Tätigkeiten – das sind etwa 42.190 Vollzeitäquivalente. Besonders betroffen sind hier das Ausbaugewerbe mit etwa 21 Millionen Stunden und das Baugewerbe mit rund 17 Millionen Stunden. Die finanzielle Belastung durch Bürokratie beläuft sich auf etwa 4,3 Milliarden Euro pro Jahr, wobei 2,6 Milliarden Euro auf interne und 1,7 Milliarden Euro auf externe Kosten, wie beispielsweise Steuerberatung, entfallen. Dies macht etwa 3,3 % des Umsatzes der Unternehmen aus!

Erstaunlicherweise berichten rund 71 % der Unternehmen von einer Zunahme der Bürokratiebelastung in den letzten drei Jahren. Die Auswirkungen sind weitreichend: 86 % der Betriebe geben an, dass sich die Bürokratie negativ auf ihre Geschäfte auswirkt. Das führt zu erhöhten Rechtsberatungskosten, verzögerten Entscheidungsprozessen und erschwerten Kundenbeziehungen. Ein echtes Dilemma für die heimischen Betriebe.

Die Priorität des Bürokratieabbaus

Verwunderlich ist, dass über 99 % der Unternehmen in Österreich kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind. Diese kämpfen besonders mit den hohen Bürokratiekosten. Die größten Kostenfaktoren sind Buchhaltung und Jahresabschluss, Steuern und Abgaben sowie Lohnverrechnung und Sozialversicherung. Über die Hälfte der Bürokratiekosten entfallen auf diese Bereiche, und die Unternehmen müssen dringend effizientere, digitale Lösungen finden, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

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Ein-Personen-Unternehmen (EPU) wenden im Schnitt rund 250 Arbeitsstunden pro Jahr für bürokratische Aufgaben auf. Das ist eine Menge Zeit, die sie wohl besser für ihre Kernkompetenzen nutzen könnten. Laut einer Umfrage empfinden 86 % der Betriebe Bürokratie als belastend – das ist ein klarer Weckruf für die Politik und die Verantwortlichen. Der Bürokratieabbau hat höchste Priorität, um die Unternehmen zu entlasten und die wirtschaftliche Situation zu verbessern.

Schließlich zeigt eine internationale Vergleichsstudie, dass Österreich in der „Executive Opinion Survey“ des World Economic Forum nur 3,1 Punkte im regulatorischen Umfeld erreicht – der EU-Schnitt liegt bei 3,9 Punkten. Das ist ein deutliches Zeichen, dass hier Handlungsbedarf besteht. Um den Standort Österreich zu stärken, müssen wir die Bürokratie angehen. Auf wko.at/buerokratie-kostet finden sich bereits konkrete Beispiele und ein Bürokratie-Kostenzähler, der helfen kann, das Ausmaß der Belastung zu verstehen und vielleicht auch ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.