Das Mühlviertler Schlossmuseum in Freistadt ist in diesen Tagen ganz besonders im Fokus, denn es feiert 2023 seinen 100. Geburtstag! Wer hätte gedacht, dass dieses Museum, das so viel Geschichte in seinen Mauern birgt, bereits ein ganzes Jahrhundert alt wird? Die Existenz des Museums ist bis 2033 gesichert, was uns allen die Möglichkeit gibt, die Schätze, die es zu bieten hat, weiterhin zu erkunden. Es wird mit einem jährlichen Budget von 100.000 Euro betrieben, das sich aus verschiedenen Quellen speist: 50.000 Euro kommen vom Land Oberösterreich, 25.000 Euro von der Stadtgemeinde Freistadt und die restlichen 25.000 Euro werden durch Sponsoren wie die Braucommune aufgebracht.
Ein Highlight in diesem Jubiläumsjahr ist die Ausstellung zum oberösterreichischen Bauernkrieg von 1626. Der Aufstand war alles andere als ein Spaziergang – er richtete sich gegen die Gegenreformation und die bayerische Besatzung und betraf rund 80% der Freistädter Bevölkerung, die damals protestantisch war. Die traurige Bilanz: 260 Familien wurden während des Krieges vertrieben. Die offizielle Eröffnung der Ausstellung findet am 5. September 2023 statt und wird von einer Reihe begleitender Veranstaltungen begleitet, darunter Publikationen, Radiosendungen und sogar eine Kulturfahrt.
Ein Blick auf die Themenvielfalt
Das Museum hat noch mehr zu bieten, als die aktuelle Ausstellung vermuten lässt. Ein weiteres großes Thema ist das EU-Projekt „Weg des Salzes“, das mit einem Budget von 1,5 Millionen Euro ausgestattet ist. Hierbei arbeiten Partnergemeinden aus Österreich und Tschechien zusammen, um die Geschichte des Salzhandels und die Entwicklung Freistadts zu thematisieren. Geplant ist auch eine Neugestaltung des zweiten Obergeschosses im Südtrakt des Schlosses, inklusive eines Lifts für barrierefreien Zugang und einem Café – das klingt doch nach einem gemütlichen Ort, um sich nach einem Rundgang zu entspannen!
Natürlich ist das Mühlviertler Schlossmuseum nicht nur für seine Jubiläumsausstellung bekannt. Es gibt vier zentrale Schwerpunkte, die das Museum prägen: Volkskunde, Handwerk, Hinterglasmalerei und Zoll- und Finanzgeschichte. Besonders beeindruckend ist die größte Hinterglasmalereisammlung Österreichs mit über 500 Exponaten in der ehemaligen Schlosskapelle. Diese Bilder, größtenteils aus Sandl und Buchers, erzählen Geschichten aus der Zeit von 1780 bis in die 1930er Jahre und sind chronologisch geordnet. Religiöse Motive dominieren, was die spirituelle Dimension dieser Kunstform unterstreicht.
Die Handwerksabteilung umfasst Werke und Werkzeuge unterschiedlichster Berufe, wie Schlosser, Hafner und Hutmacher. Hier wird die Vielfalt des Handwerks lebendig! Ein herausragendes Exponat ist der Humpen der Freistädter Weberzunft aus dem Jahr 1574 – ein wahres Stück Geschichte. Die volkskundliche Sammlung gilt als Höhepunkt der oberösterreichischen Museumslandschaft, und das zu Recht! Exponate zu Brauchtum, mittelalterlichem Rechtswesen, Trachten und Freizeitgestaltung machen den Besuch zu einem runden Erlebnis.
Wer also noch nicht im Mühlviertler Schlossmuseum war, der sollte sich das unbedingt auf die To-Do-Liste setzen. Ob man sich für die Geschichte des Bauernkriegs interessiert oder einfach die beeindruckenden Sammlungen bestaunen möchte – hier ist für jeden etwas dabei! Und wer weiß, vielleicht wird man bei einer der begleitenden Veranstaltungen sogar Teil eines lebendigen Stücks der Geschichte Freistadts.
Für weitere Informationen lohnt sich ein Blick auf die Webseite des Museums.