Heute ist der 21.05.2026 und in Gmunden tut sich einiges in Bezug auf die Zweitwohnsitz-Situation. Ein neues Informationsfreiheitsgesetz hat es ermöglicht, in ein Gutachten zur Thematik Einsicht zu nehmen, das die Gemeinde Gmunden als Grundlage für ihre zukünftigen Entscheidungen verwenden möchte. Doch nicht alles ist so klar, wie es scheint. Die Stadtverwaltung hat angekündigt, Maßnahmen zu ergreifen, um den Erwerb von Zweitwohnsitzen zu regulieren und damit den Wohnraum für die Einheimischen zu sichern. Ein Verbot für neue Zweitwohnsitze wird in der nächsten Gemeinderatssitzung diskutiert – die Gemüter sind erhitzt!
Das besagte Gutachten, das die Stadtverwaltung einsehen wollte, umfasst rund 40 Seiten und behandelt die Preisentwicklung von Wohnbaugrundstücken in Gmunden zwischen 2018 und 2022. Während die Preise in Gmunden um etwa 8% anstiegen, lag der durchschnittliche Preisanstieg in Oberösterreich bei 13,5%. Dabei wurde eine Vielzahl an Transaktionen analysiert – mindestens 250 Quadratmeter und mindestens 15 Euro pro Quadratmeter. Interessant ist, dass die Quadratmeterpreise nicht gewichtet wurden, was zu gewissen Verzerrungen in den Ergebnissen führt. Ein 300 Quadratmeter großes Grundstück zu 1.000 Euro pro Quadratmeter zählt schließlich gleich viel wie ein 3.000 Quadratmeter großes Grundstück zu 100 Euro pro Quadratmeter. Ein wenig verwirrend, oder?
Regulierung der Zweitwohnsitze
Die Gmundner Stadtverwaltung sieht sich mit einem ernsthaften Problem konfrontiert: Die hohe Anzahl an Zweitwohnsitzen und die damit verbundenen steigenden Immobilienpreise. Der Vorschlag, neue Zweitwohnsitze zu verbieten, könnte nicht nur das Wohnungsangebot für Einheimische sichern, sondern auch den Tourismus in der Region beeinflussen. Ein schmaler Grat, auf dem sich die Verantwortlichen bewegen. Die Diskussion im Gemeinderat wird mit Spannung erwartet, denn die Meinungen zu diesem Thema sind gespalten.
Das Gutachten hat aufgedeckt, dass die Innenstadt-Grundstücke einen größeren Einfluss auf die Preisstatistik haben als größere Grundstücke im Oberen Mühlviertel. Hier stellt sich die Frage: Wie kann man den Wohnraum für die Einheimischen leistbar halten, ohne die touristische Attraktivität zu gefährden? Der Preis pro Wohnplatz könnte hier eine aussagekräftigere Kennzahl bieten, um die tatsächliche Situation besser zu erfassen. Doch der Weg dahin ist steinig und erfordert sorgfältige Überlegungen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Entwicklungen in Gmunden sind ein Spiegelbild eines Problems, das viele österreichische Gemeinden betrifft: Die Balance zwischen Wohnraum für Einheimische und der Nachfrage durch Zweitwohnsitze. Während man versucht, Lösungen zu finden, bleibt die Frage, wie viel Wohnraum tatsächlich für die Einheimischen gesichert werden kann, ohne die Attraktivität für Touristen zu verlieren. Die kommenden Entscheidungen der Stadtverwaltung könnten richtungsweisend sein, nicht nur für Gmunden, sondern auch für andere Gemeinden in ähnlichen Situationen. Es bleibt spannend!