Im Bezirk Kirchdorf, wo die sanften Hügel auf fruchtbare Felder treffen, gibt es eine lebendige Landwirtschaft. Hier sind 1.357 Betriebe aktiv, darunter 329 Biobetriebe und etwa 792 Bergbauern. Die geografische Lage beeinflusst stark die landwirtschaftliche Struktur dieses Gebiets. So finden wir im nördlichen Teil vor allem Ackerbau und eine florierende Schweinezucht. Mit 489 Schweinehaltern, die insgesamt 146.876 Tiere betreuen, ist die Schweinehaltung ein wichtiger Wirtschaftsbereich. Doch die Zahl der Betriebe und der Tierbestand sind rückläufig – eine Entwicklung, die viele Landwirte besorgt. Im Süden hingegen steht die Rinder- und Milchviehhaltung im Vordergrund. Hier halten 585 Betriebe rund 24.993 Rinder, während 319 Betriebe Milch liefern und dabei eine durchschnittliche Jahresleistung von 185.104 Litern erreichen. Die jährliche Milchproduktion im Bezirk beläuft sich auf beeindruckende 59.048.321 Liter.
Die Vielfalt der Landwirtschaft zeigt sich auch in der Schaf- und Ziegenhaltung. Immer wichtiger wird die Geflügelwirtschaft. Zudem tragen 145 Direktvermarkter und 46 „Urlaub am Bauernhof“-Betriebe mit insgesamt 652 Betten zur regionalen Wertschöpfung bei. Die Almwirtschaft und Forstwirtschaft sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Hohe Umwelt- und Tierwohlstandards prägen die Produktion, und viele Landwirte beteiligen sich an freiwilligen Umweltmaßnahmen wie dem ÖPUL und dem Regionalen Naturschutzplan. In dieser Hinsicht gibt es jedoch auch Bedenken, insbesondere gegenüber internationalen Abkommen wie Mercosur, die heimische Standards gefährden könnten. Ein häufig geäußertes Anliegen ist die lückenlose Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel, die für die Verbraucher von großer Bedeutung ist. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
Herkunft und Transparenz in der Lebensmittelproduktion
Ein zentrales Thema in der heutigen Zeit ist die Herkunft von Lebensmitteln. Die Herkunftskennzeichnung, die ab Anfang 2024 auch für nicht vorverpacktes Fleisch gelten wird, soll den Verbrauchern helfen, informierte Kaufentscheidungen zu treffen. Besonders bei frischem, gekühltem oder gefrorenem Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch müssen die Angaben zur Herkunft klar und gut sichtbar sein. Das bedeutet konkret: Verbraucher haben das Recht zu erfahren, wo das Tier geboren, aufgezogen und geschlachtet wurde. Wenn all diese Schritte im gleichen Land stattfanden, kann die Angabe als „Ursprung (Land)“ erfolgen. Diese Transparenz ist entscheidend, um Vertrauen in die heimische Landwirtschaft zu schaffen. Für vorverpacktes Fleisch existieren bereits EU-weite Kennzeichnungspflichten, und ab 2024 werden die Regeln auf unverarbeitetes Fleisch ausgedehnt, das in Fleischtheken angeboten wird. Mehr dazu erfahren Sie hier.
In Österreich ist die Landwirtschaft ein bedeutender Sektor, auch wenn die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich auf 3,1 Prozent gesunken ist – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu vor zehn Jahren. Dennoch gibt es einen erfreulichen Trend: Im Jahr 2022 waren 25.081 landwirtschaftliche Bio-Betriebe in Österreich registriert, ein Anstieg von rund 3.300 Betrieben innerhalb eines Jahrzehnts. Mehr als ein Viertel der Agrarfläche in Österreich ist mittlerweile bio-zertifiziert, was das Land in dieser Hinsicht zu einem europäischen Vorreiter macht. Die Landwirtschaft trägt nicht nur zur Versorgungssicherheit der Bevölkerung bei, sondern auch zur Erhaltung der Kulturlandschaft. Dabei stammt knapp die Hälfte der Bruttoproduktion aus der Pflanzenproduktion, während 42 Prozent aus der Tierproduktion kommen. Der Selbstversorgungsgrad bei Milch ist mit 176 Prozent sehr hoch, bei Rind- und Kalbfleisch liegt er bei 144 Prozent und bei Schweinefleisch bei 104 Prozent. Was für eine spannende Zeit für die heimische Landwirtschaft! Weitere Einblicke in die Agrarlandschaft in Österreich finden Sie hier.
Die Rolle der Bäuerinnen in all dem darf nicht vergessen werden. Besonders im Hinblick auf das Internationale Jahr der Bäuerin 2026 wird ihr Beitrag zur regionalen Wertschöpfung, Lebensmittelproduktion und zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft immer wichtiger. Diese Frauen sind nicht nur Rückgrat der Betriebe, sondern auch unschätzbare Trägerinnen von Tradition und Innovation in der Landwirtschaft. In Kirchdorf und darüber hinaus – sie sind es, die das Herz der Landwirtschaft schlagen lassen.