Wanderin in den österreichischen Bergen erleidet Panikattacke und Schwächeanfall
Eine Wanderung in den österreichischen Bergen kann ein unvergessliches Erlebnis sein. Doch manchmal kann sie auch ganz schön herausfordernd werden. So erging es einer 51-jährigen Wanderin aus dem Bezirk Kirchdorf, die am Samstagvormittag eine unerwartete Panikattacke und einen Schwächeanfall erlebte. Sie hatte ihre Tour um 8 Uhr in Micheldorf, im Ortsteil „In der Krems“, begonnen und wollte die Kremsmauer über die Parnstalleralm und das Törl besteigen.
Die Wanderin fühlte sich jedoch nach einer gewissen Zeit nicht mehr in der Lage, den Gipfel zu erreichen. An der Weggabelung Törl/Gradnalm entschloss sie sich, den Gipfel auszulassen und über die Gradnalm abzusteigen. Ein kluger Entschluss, wie sich später herausstellen sollte. Gegen 14.15 Uhr, auf einem exponierten und schlecht erhaltenen Wegabschnitt, erlitt sie jedoch einen Schwächeanfall und eine Panikattacke. Verängstigt setzte sie sich auf den Boden, hielt sich an den Grasbüscheln fest und wählte den Notruf.
Rettungsaktion in den Bergen
Die Situation war alles andere als einfach. Der Polizeihubschrauber Libelle konnte zwar bei einem Suchflug die Wanderin sichten, eine Rettung war aufgrund der schwierigen Windverhältnisse jedoch nicht möglich. Umgehend wurden die Kräfte der Bergrettung Kremstal sowie zwei Alpinpolizisten zur Unterstützung geschickt. Die Wanderin war leicht verletzt, stark dehydriert und fühlte sich erschöpft. Nach der Erstversorgung konnte sie zur Gradnalm begleitet werden und wurde schließlich ins Tal gefahren, wo sie der Rettung übergeben wurde.
Solche Situationen sind nicht selten. Panikattacken und Ängste beim Bergsport sind weit verbreitet. Eine Online-Befragung der DAV-Sicherheitsforschung aus dem Jahr 2021 ergab, dass 14 % der Befragten in den letzten zehn Jahren Panikzustände in den Bergen erlebten. Oft treten diese Angstsymptome überraschend auf, was das Erlebnis für viele Wanderer zusätzlich erschwert. Auch Alexander Huber, ein bekannter Bergsteiger, beschreibt die Angst als ständigen Begleiter im Bergsport.
Bewältigungsstrategien und Unterstützung
Die Erfahrungen von Betroffenen, wie etwa die von Anna während einer alpinen Klettertour, zeigen, wie herausfordernd der Umgang mit Panikattacken sein kann. Sie schilderte, dass sie während eines ausgesetzten Gratabschnitts in einen Strudel aus Katastrophengedanken und körperlichen Symptomen wie Zittern und Herzklopfen geriet. Unterstützung durch ihren Partner half ihr, die Situation zu bewältigen. Wichtige Strategien zur Bewältigung solcher Attacken sind das Aussprechen der eigenen Gefühle, körperliche Unterstützung und das Regulieren der Atmung.
Leider sind die körperlichen Reaktionen auf Angst oft überwältigend: erhöhter Herzschlag, schnelles Atmen, Schwitzen und ein Gefühl der Ohnmacht können die Kontrolle über die Situation entziehen. Doch während funktionale Angst wichtig ist, um Unachtsamkeit zu vermeiden, kann Panik zu einem Kontrollverlust führen.
Die Wanderin aus Kirchdorf ist ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig es ist, auf die eigenen körperlichen und psychischen Grenzen zu hören und rechtzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Berge sind zwar ein Ort der Schönheit und der Herausforderung, doch sie verlangen auch Respekt und Achtsamkeit. Wer sich auf den Weg macht, sollte stets vorbereitet sein und die Möglichkeit, dass auch der eigene Körper irgendwann „Stop“ ruft, ernst nehmen.
Für weitere Informationen über Panikattacken und Bewältigungsstrategien im Bergsport, besuchen Sie bitte die Seite der DAV-Sicherheitsforschung hier.
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