In Linz ist gerade eine ganz besondere Zeit angebrochen. Der Mariendom, die größte Kirche Österreichs, erstrahlt während der Konzertreihe „Klassik am Dom“ in neuem Licht. Und damit ist nicht nur die Musik gemeint, die in den kommenden Wochen erklingen wird. Von 10. Juli bis 8. August setzt der Dom ein Zeichen der Hoffnung auf Frieden. Täglich leuchtet das Friedensfenster, das um 1917 entstanden ist, zwischen 19.15 und 1 Uhr und erinnert uns an die Zerbrechlichkeit des Friedens in einer Welt, die oft von Konflikten geprägt ist.

Der geschäftsführende Präsident des Vereins „Pro Mariendom – OÖ Dombauverein“, Landeshauptmann a.D. Josef Pühringer, hat die Bedeutung solcher Zeichen in unsicheren Zeiten hervorgehoben. Das Projekt trägt den passenden Namen „Frieden.Leuchten“. Es ist nicht nur ein visueller Genuss, sondern auch ein Aufruf zur Versöhnung und zur Reflexion über die Werte, die uns als Gesellschaft verbinden.

Einblicke in die Symbolik des Friedensfensters

Das Friedensfenster selbst ist ein faszinierendes Kunstwerk. Es zeigt die drei göttlichen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung sowie die vier Kardinaltugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung. Darunter sind sieben Felder, die die Werke der Barmherzigkeit mit verschiedenen Heiligen darstellen. Das ist ein starkes Symbol, das uns an die Verantwortung erinnert, die wir füreinander tragen. Besonders berührend ist die moderne Interpretation des Fensters von Karl Martin Hartmann aus dem Jahr 1996, die das friedliche Miteinander unterschiedlicher Menschen und Glaubensrichtungen zelebriert.

In diesem Jahr dürfen sich die Besucher auf großartige Künstler freuen, darunter Tom Jones, Mark Seibert und Rainhard Fendrich, die allesamt bei „Klassik am Dom“ auftreten werden. Es wird sicherlich ein Fest für die Sinne, das Musik und Licht vereint.

Symbole des Friedens

Aber was bedeutet Frieden eigentlich? Diese Frage wird auch in einer Themenwoche unter dem Motto „Friede sei mit euch“ beleuchtet. Hier geht es um konkrete Beispiele, wie Frieden gelebt und gelernt werden kann. Die Diskussion über Symbole, die für ein friedliches Miteinander stehen, ist ebenso wichtig. So kennen wir die Taube mit dem Olivenzweig, die im Christentum für Frieden steht. Ihr Ursprung reicht bis in die Antike zurück, wo der Olivenzweig bereits ein Zeichen für Wohlstand war.

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Ein weiteres bedeutendes Symbol ist der Kranich. Er wurde durch die bewegende Geschichte von Sadako Sasaki, die nach dem Atombombenabwurf über Hiroshima 1945 1000 Origami-Kraniche faltete, zu einem Zeichen des Friedens. Ihre Geschichte erinnert uns daran, wie wichtig es ist, den Frieden aktiv zu fördern.

Das Peace-Zeichen, entworfen 1958 vom britischen Künstler Gerald Holtom, und die Regenbogen-Flagge, die für viele Bewegungen steht, sind ebenfalls Teil dieser Symbolik. Sie alle tragen zur Vielfalt und zum Verständnis für Frieden bei, ganz im Sinne der Botschaft des Mariendoms in Linz.

So wird der Mariendom in den kommenden Wochen nicht nur ein Ort der Musik, sondern auch ein Leuchtturm für den Frieden sein. Mit jedem Lichtstrahl, der das Friedensfenster erhellt, wird ein Zeichen gesetzt – für Hoffnung, für Versöhnung und für das gemeinsame Streben nach einer besseren Zukunft.

Mehr Informationen zu dieser beeindruckenden Aktion gibt es auf der Webseite katholisch.at.

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