In Linz, der Stadt an der Donau, laufen die Vorbereitungen auf die neue Bundesliga-Saison auf Hochtouren. Ein heiß diskutiertes Thema ist der Namenssponsor des Donauparkstadions. Es steht fest: Die Firma Hofmann Personal bleibt auch in der kommenden Saison der Namenssponsor. Diese Entscheidung hat nicht nur Auswirkungen auf die Sichtbarkeit des Vereins, sondern auch auf die finanziellen Mittel, die ihm zur Verfügung stehen. Denn die Sponsorgelder der Linz AG an den FC Blau-Weiß Linz sind überproportional hoch. Vor allem nach dem Abstieg in die 2. Liga wird die jährliche Sponsorsumme von der Linz AG „angepasst“. Zwar wurde die genaue Höhe der Anpassung nicht kommuniziert, doch man kann nur spekulieren, was das für den Verein bedeutet.

Bislang zahlte die Linz AG jährlich stolze 3,2 Millionen Euro, was sie zum größten Fußballsponsor im öffentlichen Sektor in Österreich macht. Zum Vergleich: Rapid Wien erhält von Wien Energie lediglich 2,7 Millionen Euro. Doch nicht alles läuft reibungslos. Der Rechnungshof hat das neu gebaute Donauparkstadion wegen „Missachtung von Grundregeln der Rechnungsprüfung“ in die Mangel genommen und spricht sich für die Rückforderung von einer Million Euro aus, die aufgrund von Überbezahlung entstanden sind. Die Informationen über die Empfänger der VIP-Tickets sind zudem geheim, die Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz wurde abgelehnt. Bei den Heimspielen wurden im Durchschnitt 46,5 VIP-Karten ausgegeben – nicht die kolportierten 84.

Der Bau des Donauparkstadions

Das Donauparkstadion, die neue Heimspielstätte des FC Blau-Weiß Linz, wurde im Juli 2023 eröffnet und kostete insgesamt 59,90 Millionen Euro. Ein beachtlicher Betrag, der im Vergleich zu anderen Stadionprojekten in Österreich recht hoch ist. Die Stadt Linz hatte zuvor das exklusive Nutzungsrecht für das alte Linzer Stadion an LASK vergeben, was die Notwendigkeit eines Neubaus für Blau-Weiß Linz unterstrich. Der Rechnungshofbericht über den Neubau des Donauparkstadions hat jedoch auf einige gravierende Mängel hingewiesen. So wurde keine umfassende Kosten-Nutzen-Analyse der öffentlichen Investitionen vor der Errichtung durchgeführt. Ein kritischer Punkt, der Fragen aufwirft.

Die Donauparkstadiongesellschaft, gegründet von der Stadt Linz, war als Bauherr und Liegenschaftsverwalter tätig. Der Totalunternehmer wurde im Juli 2021 beauftragt. Während des Bauprozesses gab es Entscheidungen, die nicht optimal waren. Der Wechsel von Festpreisen zu veränderlichen Preisen im Vergabeverfahren führte zu Nachteilen und zu einer Überzahlung des Totalunternehmers. Die genehmigte Investitionssumme von 39,79 Millionen Euro wurde um 4,31 Millionen Euro überschritten, was einer Steigerung von 10,8 Prozent entspricht. Die Stadt Linz hat sich damit einen Bärendienst erwiesen.

Kritik und Empfehlungen

Für notwendige Leistungen wie Medientechnik und Trafostation mussten nachträglich 4,20 Millionen Euro aufgebracht werden. Der Rechnungshof kritisiert nicht nur die Überzahlung, sondern empfiehlt auch die Anwendung der ÖNORM B 2111 für veränderliche Preise und Schulungen zur Rechnungsprüfung. Eine Überprüfung der Prüfprozesse scheint dringend notwendig, damit solche Missstände in Zukunft vermieden werden können. Der geprüfte Zeitraum für den Bericht erstreckt sich von 2019 bis 2024, was die Dringlichkeit der Maßnahmen verdeutlicht.

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Die Diskussion um Stadien in Österreich bleibt aktuell. Im November 2023 hat Austria Lustenau das alte Reichshofstadion verlassen, und der Spatenstich für den Neubau eines neuen Stadions fand am 4. Dezember 2023 statt. Mit einer Kapazität von 5.138 Plätzen soll das neue Stadion spätestens im Sommer 2025 bezogen werden. Es wird spannend zu beobachten, wie das neue Stadionprojekt im Vergleich zum Donauparkstadion abschneidet, insbesondere in Bezug auf die Kosten und die Transparenz der Investitionen. Die Gesamtkosten für den Neubau in Lustenau belaufen sich auf rund 20 Millionen Euro, wobei rund 8 Millionen Euro vom Land Vorarlberg bereitgestellt werden. Ein weiterer Beweis dafür, dass der Bau von Sportstätten in Österreich ein heißes Eisen ist, das viele Fragen aufwirft.

Mehr Informationen zu den jüngsten Entwicklungen finden Sie in dem Artikel des Kurier und den Berichten des Rechnungshofs sowie über die aktuellen Stadionprojekte in Österreich auf 90minuten.at.

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