In der kleinen Stadt Perg hat kürzlich eine spannende Aktion stattgefunden, die den Schulkindern helfen soll, sicherer im Straßenverkehr zu werden. Die Initiative „Meine Busschule“, organisiert von der AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) und dem KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit), richtete sich an die Volksschulen Arbing und Pergkirchen. Ziel ist es, die Kinder für die sichere Nutzung von Schulbussen zu sensibilisieren – ein Thema, das aktuell mehr denn je von Bedeutung ist.
Im Jahr 2024 wurden in Österreich bei der Fahrt mit dem Bus zur Schule insgesamt 44 Kinder teils schwer verletzt. Häufige Gefahrenquellen finden sich beim Ein- und Aussteigen, Warten an der Haltestelle oder beim Überqueren der Fahrbahn. Maria Lesterl, die Direktorin der AUVA-Landesstelle Linz, hob hervor, wie wichtig es ist, die Kinder auf die Herausforderungen der Schulbusnutzung aufmerksam zu machen. Christian Kräutler, Verkehrsexperte des KFV, ergänzte, dass durch Gesprächsrunden, Arbeitsmaterialien und spielerische Übungen Gefahrenquellen in der Klasse thematisiert werden. Ein Praxisteil, der anschauliche Demonstrationen mit einem Dummy beinhaltet, verdeutlicht das Verhalten beim Einschwenken und Bremsen des Busses.
Verkehrsunfälle mit Kindern
Die Problematik um die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr ist alarmierend. Im Jahr 2024 verunglückten etwa 27.260 Kinder unter 15 Jahren bei Verkehrsunfällen. Das sind nur 20 weniger als im Vorjahr. Statistisch gesehen passiert alle 19 Minuten ein Unfall mit einem Kind. Besonders erschreckend ist der Anstieg der Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle unter Kindern, die von 44 in 2023 auf 53 im Jahr 2024 gestiegen ist. Die Schulwege bergen besondere Gefahren, die sich vor allem montags bis freitags zwischen 7.00 und 8.00 Uhr zeigen, wenn die Kinder auf dem Weg zur Schule sind.
Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass 35% der verunglückten Kinder 2024 in einem Auto saßen, während 33% mit dem Fahrrad unterwegs waren und 21% zu Fuß gingen. Besonders prekär ist die Situation für Kinder bis 6 Jahre, die häufig im Auto eines Erwachsenen verunglücken. Bei den 6- bis 14-Jährigen sind es vor allem die Fahrradfahrer, die oft in Unfälle verwickelt werden. Ein weiterer Hinweis auf die Gefahren ist, dass die Unfallzahlen bis 13.00 Uhr niedriger sind, aber zwischen 15.00 und 17.00 Uhr wieder steigen, wenn die Kinder von der Schule nach Hause kommen.
Bildung für Verkehrssicherheit
Die Bedeutung von Mobilitäts- und Verkehrserziehung wird von der Kultusministerkonferenz als übergreifende Bildungs- und Erziehungsaufgabe hervorgehoben. Die Umsetzung dieser Erziehung variiert je nach Bundesland in Stundenzahl und Themenschwerpunkt. Dabei spielt die Unterstützung für Lehrer durch Medienangebote eine zentrale Rolle, denn effektive Mobilitätsbildung und Verkehrserziehung in Schulen sind entscheidend für die Sicherheit der Kinder. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Übergangsphasen von der Kita zur Primarstufe und zur Sekundarstufe, da Kinder in diesen Phasen besonders gefährdet sind.
Die Aktion „Meine Busschule“ ist also ein Schritt in die richtige Richtung, um den Kleinen wichtige Verkehrskompetenzen zu vermitteln. Es bleibt zu hoffen, dass solche Initiativen dazu beitragen, die Unfallzahlen zu senken und die Kinder auf ihrem Schulweg besser zu schützen. Denn Sicherheit im Verkehr – das sollte für unsere Jüngsten immer an erster Stelle stehen.
Weitere Informationen zur Aktion finden Sie in dem Artikel auf MeinBezirk.