Farbenfrohe Kunstaktion in Pabneukirchen vor Gemeindeamt-Abriss
In Pabneukirchen wird momentan ein ganz besonderes Kapitel der Ortsgeschichte geschrieben. Vor dem bevorstehenden Abriss des Gemeindeamts, das viele Jahre ein wichtiger Teil des Dorflebens war, haben mehr als 30 Kinder mit bunten Farben und viel Kreativität den Eingangsbereich der ehemaligen Heimatstube und die Postgarage in ein farbenfrohes Kunstwerk verwandelt. Diese Malaktion, die im Rahmen der Ferien-Passaktion organisiert wurde, fand unter der Anleitung des Pabneukirchner Künstlers Rupert Haider statt. Die Kinder hatten keine Vorgaben – sie konnten einfach drauflos malen, was sie wollten. Eine Freiheit, die sich in den fröhlichen Bildern widerspiegelt.
Bei einem Rundgang erklärten die kleinen Künstler ihre Werke voller Stolz. Die Mitglieder des Heimatvereins – darunter Christine Hochstöger, Karl Wimhofer, Karl Heindl, Erich Steinkellner, Josef Lumetsberger und Robert Zinterhof – sorgten dafür, dass es den Kindern an nichts fehlte. Für Verpflegung war ebenfalls gesorgt; Kuchen und Getränke wurden von den Frauen des Heimatvereins bereitgestellt. Es war ein schöner Tag, der ein bisschen Farbe in die Vorbereitungen für den Abriss brachte. Die Bilder werden zwar mit dem Abriss des Gemeindeamts verschwinden, aber die Erinnerungen daran bleiben. Übrigens, die Kinder und ihre Werke sind nicht die einzigen, die einen kreativen Beitrag leisten können: Es gibt auch einen Windkraft-Fotowettbewerb, bei dem Fotos eingereicht werden können.
Flohmarkt als letzte Chance
Bereits am Samstag, dem 18. Juli, von 8 bis 12 Uhr, lädt der Heimatverein Pabneukirchen zu einem Flohmarkt ein. Dieser besondere Anlass steht ebenfalls im Zeichen des bevorstehenden Abrisses der Heimatstube. Ein Stück Ortsgeschichte wird unwiderruflich verschwinden, und nicht alle Einrichtungsgegenstände und Ausstellungsstücke können aufbewahrt werden. Für viele ist dies die letzte Chance, sich ein Stück Geschichte zu sichern und vielleicht ein Erinnerungsstück aus der Heimatstube zu erstehen.
Das Heimatmuseum, wie man es bislang kannte, wird nach dem Abriss nicht mehr existieren. Dieser Gedanke schmerzt viele alteingesessene Pabneukirchner, die mit der Heimatstube so viele Erinnerungen verbinden. Aber es gibt auch eine gewisse Aufbruchsstimmung – ein Gefühl, dass etwas Neues entstehen könnte. Schließlich bringt der Wandel auch immer neue Möglichkeiten mit sich.
Kunst im öffentlichen Raum
Was sich in Pabneukirchen abspielt, ist nicht nur ein lokales Ereignis. Es ist Teil eines größeren Trends, der die Bedeutung von Kunst im öffentlichen Raum in den Fokus rückt. Kunst im öffentlichen Raum beeinflusst nicht nur die Wahrnehmung von Kunst selbst, sondern auch unsere Vorstellungen vom „öffentlichen Raum“. Dabei geht es nicht nur um das, was wir sehen, sondern auch um das, was wir fühlen, wenn wir durch unsere Städte gehen.
Der öffentliche Raum ist ein Ort der Begegnung, der Gestaltung und der Nutzung. Kunst kann hier als Anstoß dienen, um über unsere urbane Umwelt nachzudenken. Sie schafft Anbindungen an das, was uns umgibt und regt uns an, über unsere eigenen Perspektiven und die der anderen nachzudenken. Diese Reflexion ist besonders wichtig in einer Zeit, in der sich die gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen ständig wandeln. Und so wird auch die Malaktion der Kinder in Pabneukirchen zu einem kleinen, aber feinen Teil dieses spannenden Diskurses über Kunst und Öffentlichkeit.
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