In Österreich ist jede dritte Frau laut Statistik Austria von Gewalt betroffen. Das ist eine alarmierende Zahl, die zum Nachdenken anregt. Noch erschreckender ist die Tatsache, dass in einer Schulklasse jedes dritte Mädchen sexueller Belästigung ausgesetzt ist. Im Jahr 2026 gab es in Österreich 14 Femizide und 45 Fälle schwerer Gewalt gegen Frauen. Diese Zahlen verdeutlichen, wie wichtig Zivilcourage und das Wissen über Hilfsangebote sind. In diesem Kontext wird Pabneukirchen immer wieder als Vorzeigegemeinde für Maßnahmen gegen Partnergewalt hervorgehoben.

Ein bemerkenswertes Zeichen gegen Partnergewalt setzen Christa Hochgatterer und ihr Mann. Sie haben drei Parkbänke gestaltet, die ein Statement setzen. In diesem Jahr kam eine vierte Bank dazu – das macht insgesamt 24 „StoP-Bänke“ im Bezirk Perg. Diese Bänke sind an verschiedenen Orten in Pabneukirchen und anderen Gemeinden aufgestellt. Wo genau? Hier eine kleine Übersicht: Pabneukirchen hat vier Bänke, Arbing drei, Saxen drei, Bad Kreuzen zwei, Baumgartenberg zwei, Grein zwei, Katsdorf, Mauthausen, Perg, und Ried i.d. Riedmark haben jeweils zwei, während St. Georgen/Gusen und Schwertberg je eine Bank haben.

Hilfsangebote und Zivilcourage

Doch was passiert, wenn man selbst oder jemand, den man kennt, betroffen ist? Es gibt zahlreiche Hilfsangebote für Frauen, die unter Partnergewalt leiden. Laut sein, damit Nachbarn hören können, ist ein erster Schritt. Die Polizei kann unter 133 gerufen werden, und es ist ratsam, einen Notfallkoffer mit wichtigen Dingen wie Dokumenten und Medikamenten zu packen. Die Frauenhelpline unter 0800 222 555 ist ebenfalls eine wertvolle Anlaufstelle. Wer in der Gegend von Perg wohnt, kann sich auch an die Frauenberatung Perg wenden: Dr.-Schoberstraße 23, 4320 Perg, Tel. 07262/54484 oder 0699/11331019, office@frauenberatung-perg.at.

Die Stimmen der Anwesenden bei der Gestaltung der Bänke betonen die Notwendigkeit, gegen Gewalt zu positionieren und Bewusstseinsbildung zu schaffen. Ihre Worte sind nicht nur leere Phrasen – sie spiegeln das dringliche Bedürfnis wider, das Thema Gewalt gegen Frauen ins Licht zu rücken und darüber zu sprechen.

Ein Blick über die Grenzen

In Deutschland sind die Zahlen ähnlich besorgniserregend. Laut dem Bundeskriminalamt (BKA) stieg die Zahl der frauenfeindlichen Straftaten 2023 um 56,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Häusliche Gewalt nahm um 5,6 % zu, und auch sexualisierte Gewalt ist um 6,2 % gestiegen. Selbst die digitale Gewalt hat im vergangenen Jahr um 25 % zugenommen. Femizide sind hier ebenfalls ein drängendes Problem: 360 Frauen wurden 2023 Opfer eines Femizids, und es gab insgesamt 909 versuchte oder vollendete Femizide. Diese erschreckenden Statistiken machen deutlich, dass geschlechtsspezifische Gewalt in unserer Gesellschaft weit verbreitet ist.

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Die gesellschaftlichen Strukturen in Deutschland zeigen, dass Frauenhass in unterschiedlichen Formen existiert, von beleidigenden Kommentaren in sozialen Medien bis hin zu den grausamen Taten der Femizide. Gesetze wie das Gewaltschutzgesetz bieten zwar einen Rahmen für den Schutz, doch der Mangel an Schutzplätzen in Frauenhäusern und die dauerhafte Belegung dieser Einrichtungen sind problematisch. Hilfsangebote müssen dringend an die Bedürfnisse von Frauen mit Mehrfachdiskriminierungen angepasst werden, sei es aufgrund von Armut, Behinderungen oder aufenthaltsrechtlichen Problemen.

Bericht und Ausblick

Am 3. Dezember 2024 wurde der erste Periodische Bericht „Monitor Gewalt gegen Frauen“ vorgestellt, der die Entwicklungen in Deutschland im Zeitraum von 2020 bis 2022 analysiert. Der Bericht dokumentiert die Anstrengungen der Bundesregierung und der Länder zur Umsetzung der Istanbul-Konvention. Es bleibt zu hoffen, dass solche Berichte nicht nur auf die Missstände hinweisen, sondern auch konkrete Veränderungen bewirken können.

Das Thema Gewalt gegen Frauen ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das nicht nur politische Maßnahmen, sondern auch ein Umdenken in der Gesellschaft erfordert. Die Initiativen in Pabneukirchen sind ein Schritt in die richtige Richtung, aber es bedarf noch viel mehr, um Frauen eine sichere und gewaltfreie Zukunft zu gewährleisten.

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