In einem überraschenden Schritt hat der Sporthändler Hervis angekündigt, ein Fünftel seiner Filialen in Österreich zu schließen. Dies betrifft insgesamt 17 von 93 Standorten, was rund 100 Mitarbeiter in eine ungewisse Zukunft schickt. Die Schließungen erfolgen schrittweise und unter Einhaltung der Kündigungsfristen der Mietverträge, wie aus der Quelle Die Presse hervorgeht.

Bereits im Jahr 2026 wurden einige Filialen, darunter Salzburg (SAM Outlet) und Baden, geschlossen. Weitere geplante Schließungen betreffen Standorte wie Q19 in Wien, Korneuburg (noch nicht eröffnet), Bischofshofen, Salzburg Forum, Hallein, Reutte, Kitzbühel, Lienz, Deutschlandsberg, Leoben, Liezen, Perg, Steyr, Wels und Linz (Lentia). Ein Sozialplan, der in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft ausgearbeitet wurde, soll den betroffenen Mitarbeitern helfen.

Schwierige Zeiten für den Sporthandel

Die Entscheidungen sind Teil einer strategischen Neuausrichtung des Unternehmens, das in den letzten Jahren mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. So verzeichnete Hervis im Jahr 2023 einen Verlust von 64 Millionen Euro, gefolgt von einem weiteren Verlust von 43 Millionen Euro im Jahr 2024. Der Umsatz sank von 261 Millionen Euro auf 253 Millionen Euro, was die angespannte Lage des Unternehmens verdeutlicht. Diese turbulente Situation hat auch Auswirkungen auf die Mitarbeiterzahl: Im Jahr 2024 reduzierte sich die Belegschaft um 140 auf 1.360 Mitarbeiter.

Die Schwierigkeiten im Sporthandel in Österreich sind nicht neu. Die Coronapandemie hatte zwar kurzfristig zu einem Umsatzboom geführt, doch nach dieser Phase folgten hohe Inflation und wirtschaftliche Stagnation, die viele Händler vor große Herausforderungen stellten. Beispielsweise musste der Grazer Outdoor-Ausrüster Northland im Frühjahr 2022 Insolvenz anmelden. Auch die Sport-2000-Genossenschaft Zentrasport meldete Mitte 2023 Insolvenz an und wurde Anfang 2024 von der ANWR Group übernommen. Sogar große Namen wie der norwegische Sporthändler XXL zogen sich Ende 2023 aus dem österreichischen Markt zurück.

Neuer Eigentümer und Zukunftsaussichten

Im Rahmen der Restrukturierung wurde Hervis Anfang 2026 von Spar an die deutschen Investoren Sven Voth und Udo Schloemer verkauft. Diese beiden halten jeweils 50 Prozent an der Quantum Investment Holding GmbH, die ihren Sitz in Wien hat. Ziel der neuen Eigentümer ist es, Hervis auf zukünftige Markt- und Kundenanforderungen auszurichten. Die Strategie HERVIS 4.0 soll den Fokus auf Plattform-Ökonomie, Communitys und einen digitalen Ansatz legen. Die ersten sichtbaren Elemente dieser Neuausrichtung sollen im vierten Quartal 2026 präsentiert werden.

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Die Herausforderungen sind also groß, doch die Hoffnung auf eine positive Entwicklung bleibt. Das Unternehmen hat bereits in ein modernes Logistikzentrum investiert und Bestände bereinigt. Ob dies ausreicht, um die Marke wieder auf Kurs zu bringen, bleibt abzuwarten. Der Sporthandel in Österreich ist hart umkämpft, und die kommenden Monate werden zeigen, wie sich Hervis in diesem schwierigen Markt behaupten kann. Es bleibt spannend!