Heute ist der 2.06.2026 und in Perg gibt es Neuigkeiten, die das Herz eines jeden Geschichtsinteressierten höher schlagen lassen. In Grein wurden kürzlich historische Schilder entdeckt, die vor 30 Jahren in Gebrauch waren und heute Kultstatus genießen. Ein Gemeindemitarbeiter hatte die Schilder vor der Entsorgung gerettet und in einem Museumsdepot sorgfältig aufbewahrt. Es handelt sich um Kunstwerke, die einst eine aufwändig gestaltete Werbetafel am Esperantoplatz zierten. Die Schilder bestehen aus getriebenem und teilweise emailliertem Kupferblech und sind individuelle Entwürfe, die durch ihre künstlerische Einzigartigkeit bestechen.
Obwohl der Künstler der Schilder unbekannt ist, zeugen sie von einem kreativen Geist, dessen Werk auch heute noch geschätzt wird. In der Auswahl der abgebildeten Betriebe spiegelt sich die lokale Geschichte wider: Einige, wie die Dachdeckerfirma Kunstmann und die Bäckerei Bögl, existieren noch, während andere, wie der einst beliebte Hasenstall, längst der Vergangenheit angehören. Dennoch hat das ikonische Schild des Hasenstalls überlebt. Das Tanzcafé Intermezo, ein weiterer Hotspot, der nach Fußballspielen von Fans besucht wurde, bleibt unvergessen. Der eingravierte Namenszug „EKKER“ erinnert uns an die glorreichen Tage dieses Lokals.
Kulturgut im Wandel der Zeit
Die geschichtsträchtigen Schilder sind nicht nur Kunstwerke, sondern auch ein Stück identitätsstiftende Kultur. Das Thema Kulturgutschutz ist in Österreich und Deutschland von großer Bedeutung. Es geht um die Frage, welches Kulturgut besonderen gesetzlichen Schutz erhält. In Deutschland beispielsweise gibt es seit 1919 ein Verzeichnissystem für Kulturgüter von herausragender Bedeutung. Diese Verzeichnisse haben sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt, aber der Grundsatz der individuellen Listung bleibt bestehen. Seit August 2016 sorgt das Kulturgutschutzgesetz (KGSG) für einen erweiterten Schutz und mehr Transparenz.
Unter dem Begriff „nationales Kulturgut“ fallen alle Sammlungsobjekte öffentlich finanzierter Einrichtungen, die unter bestimmten Voraussetzungen als national wertvoll eingestuft werden. Das bedeutet, dass diese Kulturgüter nicht einfach ins Ausland gebracht werden können, ohne die notwendigen Ausfuhrgenehmigungen zu beachten. Die Rückgabeansprüche für illegal ausgeführtes Kulturgut sind durch die Rückgaberichtlinie 2014/60/EU und das UNESCO-Übereinkommen von 1970 geregelt, was die Rückgabe solcher Objekte erleichtert, wenn sie im Ausland sind. In Deutschland können bis zu 75 Jahre Rückgabeansprüche geltend gemacht werden, was eine spannende Herausforderung für Sammler und Museen darstellt.
Die Schilder aus Grein sind also nicht nur ein nostalgischer Rückblick auf vergangene Zeiten, sondern auch ein Beispiel dafür, wie Kulturgüter in der heutigen Zeit geschätzt und geschützt werden sollten. Während einige Betriebe weiter bestehen, bleibt die Erinnerung an andere lebendig, und das nicht zuletzt dank solcher Entdeckungen. Es ist eine spannende Zeit, in der Geschichte und Kunst aufeinandertreffen und uns daran erinnern, was uns verbindet.
