In der kleinen, aber lebendigen Gemeinde Perg in Österreich gibt es Neuigkeiten, die das Herz eines jeden Geschichtsinteressierten höher schlagen lassen. Der Autor Rudi Lumetsberger hat sein neues Buch mit dem Titel „Wanderung in die Vergangenheit“ veröffentlicht, das seine Wurzeln und die Geschichte einer Region thematisiert. Inspiriert von der Frage nach seiner Herkunft, die ihm auf seinen Reisen immer wieder gestellt wurde, hat Lumetsberger vor seinem 60. Geburtstag den Drang verspürt, seine Identität und die Prägung durch Landschaft und Geschichte besser zu verstehen. So begab er sich auf eine spannende Spurensuche, die nicht nur ihn, sondern auch seine Brüder in die historischen Gefilde ihrer Familie führte.
In „Wanderung in die Vergangenheit“ rekonstruiert Lumetsberger stolze 400 Jahre Familiengeschichte und zeichnet einen Stammbaum bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Seine Vorfahren lebten über vier Jahrhunderte im Umkreis von 40 Kilometern um St. Georgen am Walde. Das Buch zeigt eindrucksvoll, wie weltgeschichtliche Ereignisse, wie die Reformen Maria Theresias oder die Napoleonischen Kriege, die regionale Geschichte prägten. Man findet darin nicht nur die Schicksale seiner Vorfahren, die stellvertretend für viele Familien im unteren Mühlviertel stehen, sondern auch rund 400 Abbildungen, die sowohl aktuelle als auch historische Fotos umfassen.
Ein Buch mit sozialem Engagement
Ein besonders schöner Aspekt des Buches ist, dass der Kauf des Werkes „Rudis Afrika-Projekt“ in Uganda unterstützt, welches Schulen fördert. Es ist also nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern auch ein Beitrag zur Gegenwart und Zukunft. Das Buch ist in der Raiffeisenbank Mühlviertler Alm, Bankstelle St. Georgen am Walde, für 40 Euro erhältlich. Wer es sich also leisten kann, tut nicht nur sich selbst einen Gefallen, sondern hilft auch anderen.
Am Ende des Buches wird auf die genetischen Wurzeln des Autors hingewiesen, was zu einem neuen Buchprojekt mit dem Titel „Blick ins Erbgut“ führt. Hier wird es spannend, denn die Verbindung von persönlicher Geschichte und wissenschaftlicher Forschung könnte neue Perspektiven eröffnen.
Der Dreißigjährige Krieg und seine Relevanz
Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges, in die Lumetsberger seine Familiengeschichte zurückverfolgt, war ein bewaffneter Konflikt des 17. Jahrhunderts, der nicht nur Europa, sondern auch die Region des unteren Mühlviertels stark beeinflusste. Für all jene, die sich vertieft mit diesem Thema auseinandersetzen wollen, bietet das Portal „dreißigjähriger krieg online“ ab Anfang 2024 eine umfassende Informationsplattform. Diese wird von der Thüringischen Universitäts- und Landesbibliothek Jena gehostet und richtet sich an Wissenschaftler und historisch Interessierte.
Das Portal wird in vier Bereiche unterteilt: Bibliografie, Quellen, Prosopografie und Projekte. Hier können Interessierte auf unveröffentlichte Quellen zugreifen, an kollektiven Forschungsprojekten teilnehmen und die neuesten Forschungsergebnisse einsehen. Ein Pilotprojekt für ein Lexikon bedeutender Heerführer und Offiziere des Dreißigjährigen Krieges wird ebenfalls angeboten. Diese digitale Plattform fördert den Austausch zwischen Forschern und ermöglicht eine breitere Öffentlichkeit, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.
Die Brücke zur Gegenwart
Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges auch heute noch nachhallt und wie sie in persönlichen Geschichten wie der von Rudi Lumetsberger weiterlebt. Die Vernetzung von aktueller Forschung und persönlicher Identität schafft eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die in der heutigen Zeit von besonderer Bedeutung ist. Wer also mehr über seine eigenen Wurzeln erfahren möchte – sei es durch das Buch von Lumetsberger oder die neuen digitalen Angebote – findet zahlreiche Möglichkeiten, sich auf eine spannende Entdeckungsreise zu begeben.
Für weitere Informationen zu Rudi Lumetsbergers Buch und die Hintergründe seiner Spurensuche, können Sie den Artikel auf meinbezirk.at nachlesen.
