Am 13. Mai 2026 fand in Perg die zehnten internationale Jugendbegegnung der Bewusstseinsregion Mauthausen-Gusen-St. Georgen statt. Im Vorfeld der KZ-Befreiungsfeiern wurde ein beeindruckendes Programm auf die Beine gestellt, das über die NS-Zeit informieren und die Lehren für unsere heutige Gesellschaft übermitteln sollte. Organisiert von Andrea Wahl und ihrem engagierten Team im St. Georgener Haus der Erinnerung, nahmen über 400 Jugendliche und Begleitpersonen aus Polen, Deutschland, Luxemburg und Empoli (Italien) daran teil. Ein wahres Fest der Völkerverständigung, könnte man sagen!
Die Veranstaltung fand im Aktivpark4222 statt und wurde tatkräftig von ehrenamtlichen Helfern aus der St. Georgener Bevölkerung unterstützt. Das Programm war vielfältig: Rollenspiele über die Organisation von KZ-Lagern und die Rollen von Tätern, angeregte Diskussionen über moderne Strategien von Influencern und Demokratiefeinden – es wurde viel geboten, um das Bewusstsein für Demokratie und Toleranz zu schärfen. Die Jugendlichen arbeiteten in gemischten Gruppen und kommunizierten mehrsprachig, was ein herzliches Miteinander und eine lebendige Atmosphäre schuf. Gemeinsames Tanzen mit Musik aus verschiedenen Ländern – das war der Höhepunkt, der alle Altersgruppen miteinander verband!
Ein Blick in die Geschichte
Ergänzend dazu gibt es innovative Projekte, die sich der Erinnerungskultur verschrieben haben. Ein Beispiel ist das Digitalprojekt „Die Befreiung“, das die Befreiung des Konzentrationslagers Dachau mittels Augmented Reality erlebbar macht. Hier wird Geschichte lebendig, indem historische Fotos mit aktuellen Bildern der Gedenkstätte kombiniert werden. Dieses Projekt entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Bayerischen Rundfunk und der KZ-Gedenkstätte Dachau, und die Finanzierung stammt von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“. Es ist beeindruckend, dass die Inhalte ortsunabhängig verfügbar sind und auf PC, Smartphone oder Tablet genutzt werden können – so kann jeder Interessierte mehr über diese dunkle Zeit der Geschichte erfahren.
Die Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte bietet zudem digitale Workshop-Programme für Schulklassen, Studierende und Jugendgruppen an. Das Mindestalter für Teilnehmende beträgt 13 Jahre, und die Gruppen sind auf maximal 30 Personen begrenzt. Die Formate sind gut durchdacht: Ein Workshop für Gruppen, die die Gedenkstätte noch nicht besucht haben, dauert vier Stunden und kostet 110 Euro. Ein weiteres Format für bereits besuchte Gruppen bietet in 2,5 bis 3 Stunden eine vertiefende Auseinandersetzung für 90 Euro an. Technisch ist alles auf dem neuesten Stand, und die Workshops sind in deutscher und englischer Sprache verfügbar.
Erinnerungskultur und ihre Bedeutung
Die NS-Zeit gehört zu den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte und ist entscheidend für unser Verständnis der Gegenwart und Zukunft. Viele Menschen wurden während dieser Zeit gequält und getötet. Gedenkstätten dienen nicht nur der Erinnerung, sondern auch der Trauer und dem Lernen über die Verbrechen des Nationalsozialismus. In Deutschland gibt es zahlreiche Gedenkstätten, wie die T4-Gedenkstätte in Berlin, die an die Opfer der „Aktion T4“ erinnert. Stolpersteine, kleine Gedenktafeln aus Messing, sind eine weitere Möglichkeit, die Erinnerung wachzuhalten. Sie werden oft vor der letzten Wohnung der betroffenen Personen verlegt und erinnern uns täglich daran, was geschehen ist.
Jeder dieser Schritte, ob in Form von Veranstaltungen wie in Perg oder durch digitale Projekte, trägt dazu bei, das Gedächtnis an diese schreckliche Zeit lebendig zu halten. Es ist unsere Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sich solche Verbrechen nicht wiederholen. Die Geschichten und Erfahrungen der Opfer sind es wert, erzählt zu werden – und wir sollten sie nicht vergessen.