Heute ist der 5.06.2026 und in Ried gibt es spannende Neuigkeiten, die nicht nur für die Region, sondern für die gesamte Milchlogistik von Bedeutung sind. Zwei Schüler der HTL Ried, Leonhard Hauser und Cedric Thalbauer, haben beim renommierten Wettbewerb „Jugend Innovativ“ in der Kategorie „Sustainability“ den ersten Platz gewonnen. Ihre Diplomarbeit befasst sich mit der Elektrifizierung von Pumpen in Milchsammel-Lkw, was nicht nur umweltfreundlicher ist, sondern auch das Potenzial hat, die gesamte Branche zu revolutionieren.
In Zusammenarbeit mit der Firma Reder Transporte aus Hörsching haben die beiden Schüler ein elektrisches Pumpensystem entwickelt, das hydraulische Geräte ersetzt. Dieses System wird über die Hochvoltschnittstelle der E-Lkws versorgt und kann bis zu 1.100 Liter Milch pro Minute fördern. Täglich werden so bis zu 160.000 Liter Milch transportiert, ohne dass grundlegende Mechanismen geändert werden müssen. Der Clou? Der Energieverbrauch, der Wartungsaufwand und der Verschleiß werden erheblich reduziert. Pro Fahrzeug lassen sich jährlich rund 18,5 Tonnen CO2 und etwa 9.500 Euro an Treibstoffkosten einsparen.
Innovative Ansätze für die Milchlogistik
Das Projekt wurde von Martin Baldinger, dem Diplomarbeitsbetreuer, gelobt. Der neue Schulleiter Karl Angleitner bezeichnete das Vorhaben als „Meilenstein“ in der 25-jährigen Geschichte der HTL Ried. Die Idee hinter der Elektrifizierung ist einfach, aber genial. Vollelektrische Lkw sind nur so sauber wie ihre Anbauteile. Bei den Milchsammeltransportern waren die Pumpen bisher die lautesten und schmutzigsten Komponenten, da sie hydraulisch über den Dieselmotor des Lkw betrieben wurden, was Emissionen verursacht hat.
Die Schüler haben sich also an die Arbeit gemacht. Anstatt einen Komplettumbau vorzunehmen, wurde der hydraulische Antrieb durch einen 4-kW-Elektromotor ersetzt. Eine neu entwickelte Verbindung ermöglicht es, die alte Kreiselpumpe mit dem neuen Motor zu koppeln. Dabei bleibt die alte Steuerung erhalten, sodass keine Umschulung der Fahrer:innen notwendig ist. Das ist doch mal eine intelligente Lösung!
Technische Raffinessen und Umweltschutz
Die Energiebereitstellung erfolgt über zwei ABB-Frequenzumrichter, die aus der Hochvolt-Schnittstelle des MAN eTGS-Fahrgestells gespeist werden. Leonhard übernahm die CAD-Konstruktion und Auslegung, während Cedric sich um die mechanische Umsetzung und Montage kümmerte. Und das alles mit einem Hochvolt-Sicherheitskonzept! Der Wirkungsgrad der Pumpen stieg von 60 auf 90 Prozent – ein echter Fortschritt.
Zusammengefasst kann man sagen, dass die Entwicklungen von Hauser und Thalbauer nicht nur technische Innovationen sind, sondern auch einen bedeutenden Schritt in Richtung Nachhaltigkeit in der Milchlogistik darstellen. Mit der Umstellung der Flotte von Reder Transporte auf E-Lkw und der neuen Akkuanordnung in Kooperation mit MAN kann die Branche von einer umweltfreundlicheren Zukunft träumen.
Die positiven Auswirkungen sind enorm. Pro Fahrzeug und Jahr lassen sich rund 7.300 Liter Diesel und 20 Tonnen CO2 einsparen. Das zeigt, dass es auch im Alltag umsetzbare Lösungen gibt, die einen Unterschied machen können. Es bleibt zu hoffen, dass solche Innovationen in Zukunft noch häufiger gefördert werden, denn sie sind der Schlüssel zu einer nachhaltigeren Welt. Und das alles begann in Ried, durch zwei engagierte Schüler, die mit ihrem Wissen und ihrer Kreativität den Grundstein für eine bessere Milchlogistik gelegt haben.
