Am 18. März fand im ausverkauften Stadion der SV Oberbank Ried ein spannendes Oberösterreich-Derby gegen den LASK statt. Mit 7.336 begeisterten Zuschauern war die Stimmung elektrisierend, als die beiden Teams im ÖFB-Cup-Halbfinale aufeinandertrafen. Die Rieder gingen nach einer fünf Spiele währenden Sieglosigkeit gegen WSG Wattens mit neuer Hoffnung in die Partie. Doch der LASK, derzeit auf Rang drei im Meister-Play-off, ging als klarer Favorit ins Spiel.
Die ersten Minuten waren vielversprechend für Ried, als Nikki Havenaar nach nur fünf Minuten eine Kopfballchance hatte. Leider ging der Ball knapp am Tor vorbei. Auch Antonio Van Wyk hatte in der 25. Minute eine gute Möglichkeit, scheiterte jedoch am LASK-Keeper Lukas Jungwirth. Der LASK ließ sich nicht lumpen und hatte ebenfalls seine Chancen, doch der Pfosten und Andreas Leitner im Tor bewahrten Ried vor einem Rückstand. Ein Eigentor des LASK wurde wegen eines Fouls von Havenaar nicht anerkannt, und kurz vor der Halbzeit erhielt Michael Rasner die einzige Gelbe Karte der ersten Hälfte.
Der spannende Spielverlauf
Nach der Pause sorgte Fabian Rossdorfer in der 48. Minute für die Führung der Rieder, doch die Freude währte nicht lange. Nur eine Minute später glich Samuel Adeniran für den LASK aus. In der 57. Minute entschied der VAR gegen einen Elfmeter für die Linzer, und das Spiel blieb spannend. Michael Sollbauer köpfte in der 67. Minute an die Latte, während Ried in der 89. Minute mit einem vermeintlichen 2:1 durch Oliver Steurer einen weiteren Treffer erzielte, der jedoch wegen Abseits nicht zählte. Nach 90 Minuten stand es 1:1, und die Partie ging in die Verlängerung.
In der 108. Minute fiel das entscheidende Tor für den LASK, als Lukas Kacavenda nach einer Ablenkung von Nikki Havenaar per Kopf traf. Jonas Mayer vergab kurz vor dem Ende eine große Chance für Ried, und schließlich beendete Schiedsrichter Gishamer die Partie nach 122 Minuten. Mit diesem Sieg zieht der LASK ins Cupfinale am 1. Mai gegen Altach ein.
Ein unvergesslicher Nachspieltag
Nach dem Spiel kam es zu einem Eklat: LASK-Trainer Didi Kühbauer verweigerte Ried-Coach Maximilian Senft den Handschlag. Kühbauer warf Senft vor, seine Spieler mit „Rudel, Rudel“ zu einer Rudelbildung aufgefordert zu haben. Die Situation eskalierte kurzzeitig, als einige Zuschauer über den Zaun kletterten, sich aber schnell beruhigte. Kühbauer äußerte sich kritisch über Senfts Verhalten, während dieser betonte, dass es während des Spiels keine Probleme gab und er stolz auf die Leistung seiner Mannschaft sei.
Inmitten all der Aufregung tauchte eine junge, schwarze Katze im Getränkelager der SV Ried auf. Anfangs scheu ließ sich die Katze nicht einfangen, doch bald wurde sie zum Dauergast in der Geschäftsstelle des Vereins. Inspiriert von der Aufregung rund um das Cupspiel erhielt die Katze den Namen „Rudl“. Sie ist nicht nur die erste offizielle Vereinskatze der 1912 gegründeten SV Ried, sondern hat auch bereits einen eigenen Platz im Lager. Rudl wurde mehrfach beim Tierarzt untersucht, gechippt und sterilisiert. Andrea Schwendtner, eine erfahrene Katzenbesitzerin, kümmert sich um die Erziehung von Rudl und sorgt dafür, dass sie sich wohlfühlt.
Eine neue Ära für die SV Ried
Rudl hat ihr eigenes Katzenhaus im Lager der SV Ried und darf an Spieltagen ins Stadion spazieren. Nach den Spielen zieht sie sich in ihr Katzenhaus zurück, um zu schlafen, bevor sie die Kantinen nach Snacks durchstöbert. Diese kleine Katze bringt nicht nur Freude in das Leben der Vereinsmitglieder, sondern symbolisiert auch die Verbundenheit und den Zusammenhalt des Vereins, der in der Vergangenheit zwei Mal den ÖFB-Cup gewinnen konnte (1997/98, 2010/11). Mit Rudl hat die SV Ried also nicht nur eine treue Begleiterin, sondern auch ein neues, charmantes Gesicht für die Fans.
