In der malerischen Umgebung von Haslach und am Unterkagerhof in Auberg fand kürzlich die Jahresversammlung der Österreichischen Naturschutzjugend (önj) Oberösterreich statt. Organisiert vom Landesvorstandsteam unter der Leitung von Helmut Eder, war der Schwerpunkt der zweitägigen Versammlung das Kennenlernen und der Austausch zwischen den Mitgliedern. Hierbei wurden wichtige Themen für das kommende Jahr festgelegt, die sich insbesondere auf die Schaffung von Lebensräumen für Wildbienen sowie auf einen naturnahen und schonenden Umgang mit Böden konzentrieren.
Ein zentrales Anliegen der önj ist es, Workshops mit Kindern zur Bodenbearbeitung in Kooperation mit dem Bodenbündnis Oberösterreich zu planen. Um das Bewusstsein für die Bedeutung der Böden und der Biodiversität zu schärfen, wurden auch oberösterreichweite Aktionen ins Leben gerufen, darunter ein Naturfrühstück am 7. Juni am Unterkagerhof und eine ökologisch-musikalische Performance am 11. September im Rahmen der 30. Unterkagerer sunneitn in Aigen-Schlägl. Die Öffentlichkeitsarbeit und die Nutzung von Social Media stehen ebenfalls im Fokus, um neue Mitarbeiter und Gruppenleiter sowie Schulgruppen für die Nachmittagsbetreuung zu gewinnen.
Aktionen und Exkursionen im Bezirk Rohrbach
Das Rahmenprogramm der Landesversammlung umfasste Exkursionen zu önj ÖKO-Inseln und weiterer ökologischer Orte. Eine spezielle vogelkundliche Wanderung mit dem „Schnepfenstrich“ entlang der Grenze bei Hörleinsödt stellte eine der zahlreichen Aktivitäten dar. Im Bezirk Rohrbach sind die Ortsgruppen önj Lembach, önj Haslach und önj Unterkagerer aktiv, wobei die önj Haslach 74 Hektar ökologisch wertvoller Flächen im „Natura 2000 Europaschutzgebiet Böhmerwald-Mühltäler“ betreut.
Die Bedeutung von mehrjährigen Blühflächen für die Förderung der Artenvielfalt kann dabei nicht genug betont werden. Diese Flächen bieten Wildbienen ein breites Nahrungsangebot sowie Nistgelegenheiten, was besonders wichtig ist, da die Mehrheit der heimischen Wildbienen im Boden nistet. Aktuelle Erkenntnisse über die Auswirkungen des Umbruchs von Blühflächen, zum Beispiel durch Pflügen, auf bodennistende Wildbienen sind jedoch begrenzt. Ein Projekt in Baden-Württemberg untersucht daher den Einfluss von Pflügen auf die Nester dieser Wildbienen und evaluiert Methoden zur Lokalisierung von Nestern in Blühstreifen.
Die Rolle der Wissenschaft und zukünftige Perspektiven
Die gewonnenen Erkenntnisse aus solchen Projekten sind von großer Bedeutung für die bessere Bewertung von Agrarumweltprogrammen, wie dem FAKT und den EU-Öko-Regelungen. So können beispielsweise Publikationen wie „Reducing ploughing promotes ground-nesting flying insects“ und „Beneath the buzz: Quantifying nest locations and densities of ground-nesting wild bees“ dazu beitragen, das Bewusstsein für den Schutz dieser wichtigen Insekten zu schärfen und praktische Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen zu entwickeln. Damit wird nicht nur den Wildbienen, sondern auch der gesamten Biodiversität in der Agrarlandschaft Rechnung getragen.
Die Initiativen der önj und die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, wie wichtig es ist, sich aktiv für den Erhalt von Lebensräumen und die Artenvielfalt einzusetzen. Es bleibt zu hoffen, dass die geplanten Aktionen und Workshops nicht nur das Interesse an der Natur wecken, sondern auch konkrete Veränderungen im Umgang mit unseren Böden und Lebensräumen bewirken.