In Schärding, einer Stadt, die für ihre lebendige Kultur und Traditionen bekannt ist, wurde kürzlich eine herausragende Persönlichkeit geehrt: Karl Geroldinger. Der langjährige Direktor des OÖ Landesmusikschulwerks erhielt das Goldene Verdienstkreuz des Österreichischen Blasmusikverbandes, eine Auszeichnung, die seine bemerkenswerte Karriere und seinen unermüdlichen Einsatz für die Blasmusik würdigt. Die Ehrung wurde feierlich von Bundeskapellmeister Helmut Schmid überreicht.

Geroldinger hat über 30 Jahre lang das OÖ Landesmusikschulwerk geleitet und dabei die Bildungseinrichtung zu einem zentralen Bestandteil der musikalischen Erziehung in Oberösterreich entwickelt. Sein Engagement für die Blasmusik und die Förderung der musizierenden Jugend sind bemerkenswert. Als Kapellmeister des Musikvereins Enzenkirchen führte er sein Orchester zu nationalen und internationalen Wettbewerbserfolgen. Von 1990 bis 2000 war er außerdem Landesjugendreferent des OÖ Blasmusikverbandes und setzte entscheidende Impulse für die Bläserjugend.

Ein Vermächtnis der Blasmusik

Ein Höhepunkt seiner Karriere ist die Gründung mehrerer Orchester, darunter das Schülerblasorchester Schärding und das Schülerblasorchester Ried. Besonders das Sinfonische Blasorchester Ried hat sich einen Namen gemacht und zahlreiche internationale Wettbewerbe gewonnen, darunter die Weltmeisterschaft in Kerkrade. Geroldingers Einfluss auf die Blasmusikszene ist unbestreitbar – er war auch Gründungsdirigent des Südtiroler Jugendblasorchesters und leitet es seit 2022 wieder. Das SJBO wird 2026 am World Music Contest in Kerkrade teilnehmen, was die Vorfreude auf diese Veranstaltung nur erhöht.

Seine Tätigkeit als Juror, Referent und Gastdirigent im In- und Ausland unterstreicht seine Expertise und seinen Respekt in der Musikwelt. Und nicht zu vergessen: Seit Ende 2025 gestaltet er Blasmusiksendungen für ORF Radio Oberösterreich, was seine Leidenschaft für die Musik weiter trägt und einer breiten Zuhörerschaft zugänglich macht.

Die Bedeutung des Österreichischen Blasmusikverbandes

Die Blasmusik hat in Österreich eine lange Tradition. Aktuell gehören über 2.163 Blasmusikkapellen mit mehr als 143.000 Musikern zu den Landesverbänden. Der Österreichische Blasmusikverband (ÖBV), gegründet 1951, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Der Verband hat sich seit 1959 als Verein etabliert und fördert die Blasmusik auf vielfältige Weise. Insbesondere die Österreichische Blasmusikjugend (ÖBJ), die seit 2004 Musiker bis 30 Jahre erfasst, ist ein wichtiger Bestandteil dieser Kultur.

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Der ÖBV hat seinen Sitz seit 2014 in Spittal an der Drau, wo auch die Bundesgeschäftsstelle zu finden ist. Ein Dokumentationszentrum im Österreichischen Blasmusikmuseum in Oberwölz Stadt zeigt, wie wichtig die Geschichte und Entwicklung der Blasmusik für die Region ist. Ehrenamtliche Funktionäre arbeiten im Präsidium des ÖBV und im Bundesjugendvorstand, was die Gemeinschaft und das Engagement der Mitglieder unterstreicht.

Die Auszeichnung von Karl Geroldinger ist nicht nur eine persönliche Anerkennung, sondern auch ein Zeichen für die Wertschätzung der Blasmusik in Österreich. In einer Zeit, in der kulturelle Traditionen oft in den Hintergrund treten, bleibt die Blasmusik eine lebendige und bedeutende Ausdrucksform unserer Gemeinschaft.

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